Gedanken zu unseren ersten Diskussionen (Teil 1)

Die Entwicklung von Windows 8

Einblicke in die Arbeit des Windows-Entwicklerteams

Gedanken zu unseren ersten Diskussionen (Teil 1)

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Ziel dieses Blogs war von Anfang an ein Dialog, d. h. ein wechselseitiges Gespräch über die Entwicklung von Windows 8. Wir haben eine Diskussion über die Entwicklung des Produkts angestoßen und hatten bislang die Möglichkeit zu einem Gedankenaustausch in Kommentaren und Beiträgen zu Themen, die Ihnen offensichtlich besonders wichtig waren. In Zahlen ausgedrückt: Persönlich habe ich ungefähr 300 E-Mails erhalten (und ziemlich viele auch beantwortet), und insgesamt hatten wir etwas über 3.000 englischsprachige Kommentare von ca. 1.700 Lesern. Ungefähr 15.000 Leser folgen uns bei Twitter (was in etwa der Zielgruppengröße für Blogs dieser Art entspricht, wie sich aus Vergleichen ergibt). Genau wie beim Blog "Die Technik von Windows 7" ("Engineering Windows 7" bzw. "E7") möchte ich mir die Zeit nehmen, den Dialog nachzuzeichnen und auf einige Themen näher einzugehen. Dies ist zu Beginn eines neuen Blogs ganz normal – früher Enthusiasmus und die Suche nach einem Standpunkt und einem Rhythmus bei allen Beteiligten.

Uns war deutlich, dass es anders sein würde, über Windows 8 zu sprechen als über Windows 7. Während es bei Windows 7 um eine Rückbesinnung auf die Wurzeln ging, geht es bei Windows 8 neben der Pflege dieser Wurzeln auch um bedeutende weitere Fortschritte. Neue Wege bringen stets technische Herausforderungen sowie Fragen bezüglich der Präsentation des Erreichten mit sich. Auf Windows 8 triff dies aus zwei Gründe besonders zu.

Zum einen sprechen wir hier über ein Produkt, dass von einer Milliarde Benutzer verwendet wird. Ganz egal, wie Sie das angehen, es bleibt immer eine wirklich große Anzahl an einzubeziehenden Sichtweisen und Kunden, die Sie zufriedenstellen möchten. Selbstverständlich ist es optimal, eine breite Kundenschicht mit einem besonders offenen Produkt zu bedienen. Vieles hiervon hat sich in den Kommentaren niedergeschlagen, in denen unterschiedliche Leser Sichtweisen enthusiastisch erläutert und oftmals bekräftigt haben, die sich fundamental widersprechen. Unsere Aufgabe, die wir mit hohem Verantwortungsbewusstsein angehen, ist die Bereitstellung eins Produkts, dass alle Kundenszenarien abdeckt und trotzdem weiterhin die Vorteile eines einheitlichen Produkts mit sich bringt (für Entwickler, IT-Administratoren. PC-Hersteller, Hardwareanbieter usw.).

Zum anderen verwenden wir für Windows 8 ein anderes Benutzeroberflächenmodell. Wie jeder weiß, der einmal Benutzeroberflächen entwickelt hat (und noch wichtiger, jeder, der bereits eine Benutzeroberfläche verwendet hat), ist es nicht schwierig, sich eine Meinung zu Benutzeroberflächen zu bilden. Selbst Modelle mit statischen Bildern von Entwürfen zu erstellen, ist kein Problem. Mein Posteingang ist voller Entwürfe und Vorschläge für Dialogfelder und Symbolleisten. Doch das war schon immer so; wir verfahren seit langer Zeit auf diese Weise. Die Schwierigkeit, anhand statischer Bilder über eine Benutzeroberfläche zu sprechen, liegt darin, dass man hierbei so vorgeht, als würde man einen Film anhand eines Standbilds zusammenfassen oder bewerten. Bei unseren eigenen Tests werden bei der Entwurfsauswertung Dutzende Bilder in Folge verwendet.

Wir haben lange darüber nachgedacht, wie wir den Blog beginnen sollten. Offensichtlich besteht einiger Informationsbedarf. Gleichzeitig sind wir der Auffassung, dass bei großen Unternehmungen die Möglichkeit für Interessenten bestehen sollte, an der Diskussion über diese Entwicklungen teilzuhaben. Filme beginnen nicht mit den Ende, und in guten Filmen erfahren Sie nach und nach einiges über die Figuren und deren Motivation. Unser Ansatz beinhaltet einen beständigen Lernprozess, da sich aus dem Kontext und unserer Arbeit ständig einzigartige Kombinationen ergeben.

In diesem Sinne haben wie gleich zu Anfang eine wichtige Lektion gelernt: Es besteht ein hoher Bedarf an einem Austausch über die Benutzeroberfläche, jedoch stoßen wir bei der Verwendung statischer Bilder schnell an Grenzen. Ebenso wie wenn beim Fotografieren ein zu kleiner Bildausschnitt gewählt wird, geht die Gesamtperspektive verloren. Außerdem wird deutlich, dass Feedback wie "gefällt mir"/"gefällt mit nicht" wenig aussagekräftig ist. Selbst kurze Videos sind keine geeignete Möglichkeit, einen passenden Kontext zur Bewertung der allgemeinen Benutzerfreundlichkeit bereitzustellen. Wenn es nur ausreichend beleuchtet wird, kann jedes Thema wichtig werden und den Anstoß zu lebhaften Diskussionen darstellen. Daran hatten wir sicherlich unseren Anteil.

An dieser Stelle und in einem folgenden Beitrag möchte ich besonders auf vier Themen eingehen: Feedback (im Folgenden erläutert), Menüband, Metro und Media Center. Ich hoffe, dass ich diese Themen etwas näher beleuchten kann, ohne das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren. Ausgehend von den Kommentaren und dem Meinungsaustausch bin ich der Auffassung, dass jeder dieser Punkte eingehender besprochen werden sollte. Ein weiteres vielfach nachgefragtes Thema, auf das wir während der BUILD näher eingehen werden, ist das allgemeine Programmiermodell. Es war von Anfang an abzusehen, dass für ein Thema wie dieses mehr als nur ein Blogbeitrag erforderlich sein wird, da es hier viel zu sagen und zu zeigen gibt.

Feedback

Selbstverständlich stellt der Blog einen Feedbackmechanismus dar. Einen von vielen. Wir legen großen Wert auf dieses Feedback und dessen Umsetzung. Man darf ruhig sagen, dass kein anderes Produkt von so vielen Menschen verwendet wird und gleichzeitig diese Dialogmöglichkeit bietet, besonders vor der Veröffentlichung. Die Verwendung dieser Möglichkeit ist sicherlich ein interessantes Thema.

Zweifellos habe ich einige besonders aufmunternde Mitteilungen erhalten, mit dem Rat, "diese Trolle und Jünger" zu ignorieren, und der Versicherung, dass unsere Beiträge in die richtige Richtung weisen. Diese Mitteilungen ließt man besonders gerne angesichts der ebensogroßen Anzahl vom Nachrichten, in denen ich lesen muss, dass wir schlechte Arbeit leisten. Außerdem haben wir eine große Zahl besonders spezifischer Fragen und Vorschläge erhalten.

Dies eingesendeten Vorschläge zeigen die Bedeutung, die Windows für viele Menschen hat. Es zeigt uns, wie wichtig Windows zu Hause, am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen ist. Kleine Änderungen am Produkt können viele Dinge erleichtern. Große Änderungen können weitreichende Verbesserungen darstellen – oder eben nicht. Unsere Arbeit, der Grund aus dem wir jeden Tag zur Arbeit kommen, ist es herauszufinden, wir Änderungen am Produkt vorgenommen werden können, damit dieses leistungsfähiger wird und neue Aufgaben erfüllen kann.

Wir möchten wirklich jeden Kommentar beantworten, und jeden Vorschlag kommentieren, doch leider fehlen uns hierzu die Kapazitäten. Und wir sprechen hier nur über den Blog. Wir hören aufmerksam zu. Wir antworten auf für ein bestimmtes Thema repräsentative Kommentare und verbessern dadurch den Meinungsaustausch. Die Mitglieder des Teams sind an diesem Meinungsaustausch beteiligt. Mindestens 20 leitende Teammitglieder haben bislang Kommentare verfasst. Diese Zahl wird mit fortschreitendem Dialog sicher noch wachsen.

Ich möchte erneut unsere aktive Teilnahme betonen. Glauben Sie mir, hier in Redmond ist der Blog das "Stadtgespräch". :-) Wir freuen uns auf einen weiteren Austausch, positives Feedback, Kritik und konstruktive Kommentare. All dies hilft uns dabei, unser Ziel zu erreichen – die Neuerfindung von Windows.

… in Kürze mehr

– Steven

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