Das Design des Startbildschirms

Die Entwicklung von Windows 8

Einblicke in die Arbeit des Windows-Entwicklerteams

Das Design des Startbildschirms

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Vielen Dank für die Kommentare und das Feedback auf den letzten Beitrag. Da es viel Feedback zum Design gab, ist Ihnen dieses Thema offensichtlich sehr wichtig. Daher werden wir auch weiterhin über das Design sprechen und Ihre Fragen und Kommentare im Rahmen dieser Blogbeiträge beantworten. Der neu entworfene Startbildschirm sollte wie das alte Startmenü eine Kombination aus Starten, Wechseln, Benachrichtigen und Anzeigen von Informationen bieten, nur moderner, schneller und flüssiger. Das sind sehr hohe Anforderungen. Und wir zielen dabei natürlich nicht nur auf die große Mehrheit unserer Kunden ab, die mit Startmenü, Maus und Tastatur bereits vertraut sind, sondern auch auf neue Kunden, die Geräte mit Touchfunktionalität nutzen. Dieser Beitrag wurde von Alice Steinglass verfasst, Group Program Manager für das Core Experience Evolved-Team. – Steven

Wie bereits in unserem Beitrag zur Weiterentwicklung des Startmenüs erläutert, ergab eine Analyse der tatsächlichen Nutzung des Startmenüs mithilfe von verschiedenen Methoden, dass dieses hauptsächlich für das Ausführen von selten genutzten Programmen verwendet wird. Immer mehr Programme werden über die Taskleiste gestartet, und das Startmenü scheint hauptsächlich als Benutzeroberfläche für Programme zu dienen, die weniger häufig verwendet werden. Für diesen Zweck ist das Startmenü allerdings nicht besonders gut geeignet. Es ist nur eingeschränkt anpassbar, stellt praktisch keine nützlichen Informationen bereit und bietet nur begrenzt Platz für Suchergebnisse. Wir stellten fest, dass "fortgeschrittene" Benutzer, die Wert auf Effizienz legen, das Startmenü daher immer seltener nutzen und häufig verwendete Programme an die Taskleiste anheften, von der sie diese mit nur einem Klick starten können. Diese Lösung findet sich häufig auf professionell genutzten Workstations – beispielsweise Computern von Ingenieuren, Designern, Entwicklern oder Informatikern – mit Toolsets, die alle auf die Taskleiste passen und regelmäßig verwendet werden.

All dies deutet darauf hin, dass das Startmenü nicht mehr wirklich unserer modernen PC-Verwendungsweise entspricht und ein wachsendes Interesse an einem Ersatz für das Startmenü besteht, sei dies für Touchscreens oder für Maus und Tastatur. Gleichzeitig steigt die Zahl an unübersichtlichen Benachrichtigungssymbolen, Menüs und Aktionen, und Minianwendungen auf dem Desktop, deren Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist, werden immer beliebter.

Anhand dieser Erkenntnisse haben wir die Rolle des Startmenüs für Windows 8 neu überdacht. Uns war klar, dass mit der Taskleiste bereits eine leistungsfähige Startmöglichkeit für Desktopprogramme vorhanden ist. Der Startbildschirm ist mehr als nur ein Ersatz für das Startmenü – Er wurde zum problemlose Starten und Wechseln zwischen Anwendungen entworfen und bietet eine anpassbare, leistungsstarke und effiziente Plattform zum Anzeigen von aktuellen Informationen und Benachrichtigungen. Er kombiniert eine Reihe von Lösungen, die heute getrennt und nur schlecht integriert sind. Wie bereits erwähnt sind einige dieser Funktionen, ebenso wie die vollständige Maus- und Tastaturunterstützung, nicht in der Windows 8 Developer Preview enthalten, deren Schwerpunkt auf der Erstellung von Anwendungen im Metro-Stil und den WinRT-APIs liegt.

Voller Aktivität

Bei der Analyse von Windows-Systemen erkannten wir, dass auf den meisten PCs ein unübersichtliches Durcheinander herrscht, mit zahlreichen Taskleistenbenachrichtigungen, Ordnern, Verknüpfungen für installierte Software und Applets an den unterschiedlichsten Orten im System. Zusätzlich zu den Programmen greifen Benutzer auf eine große Anzahl von Websites mit aktualisierten Informationen aus dem Internet oder dem Intranet von Unternehmen zu. Diese Programme und Websites nutzen und präsentieren ununterbrochen neue Informationen: neue E-Mails, Geschäfts- und Kommunikationsdaten, Artikel, Bilder, Newsfeeds usw.

Der Windows 8-Startbildschirm wurde so gestaltet, dass dort ein Dashboard erstellt werden kann, das Platz für alle Anwendungen, Aktivitäten, Orte und Kontakte bietet, die Ihnen wichtig sind. Eine News-Anwendung zeigt die aktuellen Schlagzeilen, eine andere die Wettervorhersage, eine RSS-Anwendung Neuigkeiten, eine Anwendung für soziales Netzwerken Ihren aktuellen Status, oder Sie werden von einem Spiel benachrichtigt, wenn Sie am Zug sind. Dies sind lediglich Beispiele, doch man kann sich leicht vorstellen, wie Anwendungen, die Sie heute in einem Browser, auf dem Desktop, als Minianwendungen oder für Benachrichtigungen verwenden, als Anwendungen im Metro-Stil neu gestaltet werden können, die zwar die gleichen Datenquellen nutzen, aber ein umfangreicheres, anpassbares und interaktives "Heads-Up-Display" bieten. Außerdem gehen wir davon aus, dass Unternehmensanwendungen entwickelt werden, die Live-Kacheln für wichtige interne Systeme und Prozesse anzeigen. Die Einbindung von Live-Daten ermöglicht selbst bei alltäglichen Aufgaben Verbesserungen. Ein Beispiel für eine Unternehmensanwendung wäre eine Anwendung im Metro-Stil zur Fehlernachverfolgung, die mit einer bestehenden Fehlerdatenbank verbunden ist, wie sie von unserem Entwicklungsteam bereits genutzt wird. Der Arbeitsaufwand für ihre Erstellung war sehr gering, und sie ersetzt nun einige unterschiedliche Benachrichtigungssymbole und Minianwendungen, die innerhalb des Teams verwendet wurden.

Abb. 1 – Live-Kacheln auf dem Startbildschirm
Abb. 1: Live-Kacheln auf dem Startbildschirm

Anwendungen können nach wie vor durch ein Symbol und einen Namen dargestellt werden. Für bestimmte Tools macht dies auch weiterhin Sinn, wie z. B. für Eingabeaufforderungen oder Task-Manager. Für die meisten wichtigen und kontinuierlich aktualisierten Anwendungen von heute ist die Darstellung mit nur einem Symbol und einem Namen jedoch mit zu vielen Einschränkungen verbunden, da diese eine Vielzahl von weiteren Informationen bereitstellen können. Und diese Informationen können auf einen Blick präsentiert werden, ohne dass Sie sich um Fensterverwaltung oder Kontextänderungen kümmern müssen.

Uns war klar, dass Live-Kacheln unmittelbar und effizient geladen werden sollten. Eine lange Akkulebensdauer und sofort verfügbare Leistung sind für alle mobilen Geräte äußerst wichtig. Wenn jede Anwendung beim Aufrufen der Startseite ausgeführt wird und einen neuen Prozess lädt (das herkömmliche Modell bei Minianwendungen), würde die Leistung beim Navigieren, Durchführen von Bildläufen usw. beeinträchtigt. Außerdem wäre eine größere Auslastung des Hintergrundspeichers und des Prozessors die Folge, was wiederum die Akkulebensdauer verringert. Wenn ein Benutzer heute wissen möchte, ob er eine neue E-Mail erhalten hat, ruft er eine E-Mail-Anwendung auf, sieht eine anwendungsspezifische Benachrichtigung, die neben anderen Benachrichtigungen angezeigt wird, oder öffnet eine neue Registerkarte im Webbrowser. Wenn diese Person nach Neuigkeiten aus ihren sozialen Netzwerken sucht, muss eine ganze Reihe unterschiedlicher Websites oder Anwendungen geöffnet werden. Und wenn der Benutzer darauf wartet, dass er in einem Spiel an der Reihe ist, muss auch diese Anwendung zuerst geöffnet werden. Dies bedeutet, dass Benutzer entweder alle Programme gleichzeitig ausführen und damit Leistungseinbußen und eine kürzere Akkulebensdauer in Kauf nehmen müssen, oder sie sind nicht verbunden und müssen die Programme jedes Mal öffnen und wieder schließen. Warum sollten Ihre mobilen Geräte diese Routineaufgaben so viel besser bewältigen können als Ihr PC (beliebiger Bauart), der über einen erheblich größeren Monitor, mehr Speicherplatz, eine höhere Konnektivität und größere Prozessorleistung verfügt?

Um diesem Problem zu begegnen, verwendet der Startbildschirm einen einzigen Prozess, um Benachrichtigungen vom Windows Notification Service abzurufen und die Kacheln auf dem neuesten Stand zu halten. Die Kacheln werden im Zwischenspeicher abgelegt und können daher unmittelbar geladen werden, wenn die Startseite aufgerufen wird. Dies bedeutet, dass es sich bei den Kacheln nicht um Anwendungen handelt, sondern sie sind eine vom System bereitgestellte Oberfläche, die Ihnen schnell die neuesten Informationen zu einer Anwendung liefert. Die Kacheln sind also eine Erweiterung der Anwendungen, die Sie verwenden (oder entwickeln), durch die der unmittelbare Zugriff auf relevante Inhalte möglich ist, ohne dass die Akkulebensdauer oder die Leistung beeinträchtigt wird.

Anpassung

Ein entscheidender Teil bei der Entwicklung eines sinnvollen Dashboards und Anwendungsstartbereichs ist die individuelle Anpassbarkeit. Das alte Startmenü konnte nur sehr begrenzt angepasst werden: Einige wenige Anwendung konnten an eine kurze Liste angeheftet werden, und mithilfe des Dialogfelds "Anpassen" konnte ausgewählt werden, welche der begrenzten integrierten Quicklinks angezeigt werden sollten. Es gab jedoch nur sehr wenige Auswahlmöglichkeiten. Es konnten keine eigenen Links hinzugefügt werden, sondern ausschließlich Verknüpfungen zu Anwendungen erstellt werden. Die Reihenfolge der Anwendungen konnte nicht geändert, Anwendungen nicht gruppiert und nur eine kleine Zahl von Anwendungen angeheftet werden. Es gab tatsächlich viele Beschwerden von Kunden, die das manuelle Festlegen der Reihenfolge der Startmenüelemente und die Aufrechterhaltung dieser Reihenfolge betrafen. Die Taskleiste behebt einige dieser Probleme, bietet jedoch im Verhältnis zum Bildschirm nur eine relativ kleine Fläche.

Bei der Entwicklung des neuen Startbildschirms wurden verschiedene Optionen in Betracht gezogen, bei denen das automatische Sortieren von Anwendungen oder das automatische Anheften von Quicklinks (ähnlich wie auf der rechten Seite des jetzigen Startmenüs) eine Rolle spielte. Unsere Benutzerstudien ergaben jedoch, dass die meisten Benutzer diese Dinge selbst festlegen möchten. Benutzer, die ihre PCs häufig verwenden, möchten ihr Startmenü selbst entwerfen. Uns ist bewusst, dass das automatische Layout der aktuellen Developer Preview als wichtiges Thema angesehen wird. Wie bereits erwähnt, sind wir jedoch noch nicht am Ende der Entwicklung angelangt und werden sicherstellen, dass dieser Punkt zufriedenstellend erledigt wird. Die nachfolgend beschriebenen Organisationstools (Umbenennen, Gruppieren, Zoomen) wurden im Vortrag von Jensen Harris bei der //build/ vorgestellt, sind jedoch nicht in der Developer Preview enthalten.

Gute Anpassungsoptionen beginnen bei der Organisation. Das Startmenü von Windows 7 ist nur eine einfache, zweidimensionale Liste. Je mehr Anwendungen sich im Laufe der Zeit jedoch ansammeln, desto wichtiger wird die Fähigkeit, Anwendungen organisieren und gruppieren zu können. In unseren Testlaboren haben wie verschiedenste Menschen unterschiedlichster Fähigkeitsstufen gebeten, die Anwendungen und Websites zu organisieren, die sie häufig nutzen. Die Unterschiede waren überraschend groß. Die Testkandidaten ordneten ihre Anwendungen nicht den gleichen vordefinierten Gruppen zu, und auch die Größe der Gruppen variierte. Einige ordneten 5 Spiele einander zu, andere 40. Manchmal erhielten Gruppen von Kacheln eindeutige Namen, wie z. B. "Spiele" oder "Nachrichten", einigen fiel jedoch offenbar kein geeigneter Name für eine von ihnen erstellte Gruppe ein, und sie nannten sie beispielsweise einfach "häufig verwendet". Daher wurde der Startbildschirm so entwickelt, dass die Anzahl von Gruppen, die Größe jeder Gruppe, das Kachel-Layout innerhalb der Gruppe oder die Möglichkeit, die Gruppe zu benennen oder nicht, flexibel festgelegt werden kann.

Eine unbenannte Gruppe neben einer Gruppe von 

Kacheln mit dem Namen "Games"
Abb. 2: Kacheln können mit oder ohne Gruppennamen gruppiert werden

Das Erstellen eines benutzerdefinierten Dashboards geht jedoch über das Anordnen von Anwendungen hinaus. Erfahrene Benutzer wünschen sich möglicherweise Verknüpfungen zu bestimmten Informationen oder zu einem bestimmten Punkt innerhalb einer Anwendung. Möglicherweise wünschen Sie sich z. B. nicht nur die gesamten Schlagzeilen einer Nachrichten-Website auf dem Startbildschirm, sondern zusätzlich eine Kachel, auf der Sport- oder IT- News angezeigt werden. In Windows 8 können auch Anwendungen diese Deeplinks bereitstellen, sodass jeder seine eigene, leistungsfähige und persönliche Startumgebung erstellen kann. Daher können Kacheln für Anwendungen neben Kacheln angeordnet werden, die Verknüpfungen zu einer Website, einem Album, einer Wiedergabeliste, bestimmten Personen, einem Level innerhalb eines Spiels, einer bestimmten Aktie usw. darstellen. Jede dieser sekundären Kacheln kann klein oder groß sein und überall auf dem Startbildschirm positioniert werden. Diese Kacheln sind "live", genau wie Anwendungskacheln, d. h. sie werden fortlaufend mit neuen und relevanten Inhalten aktualisiert. Eine großartige Möglichkeit für Anwendungsentwickler, differenzierte Funktionen bereitzustellen.

Startbildschirm mit einer Gruppe angehefteter Beispielkacheln
Abb. 3: Die Startseite lässt sich einfach anpassen, indem Deeplinks zu Anwendungen genau dort angeheftet werden, wo Sie sie haben möchten.

Die Startseite wird mit unmittelbarem Zugriff auf alle Elemente auf dem ersten Bildschirm aufgerufen und wird nur durch die Bildschirmgröße begrenzt. Der Standardbildlauf wird unterstützt, häufig wurde uns jedoch mitgeteilt, dass die Benutzer gern schneller zu einer bestimmten Gruppe wechseln würden. Daher wurde eine Zoomfunktion integriert, mit der Benutzer durch Herauszoomen quasi einen Schritt zurück treten, die Umgebung betrachten und dann direkt jede beliebige Gruppe aufrufen können. Eine andere Überlegung war, den Startbildschirm im herausgezoomten Modus zu starten; frühe Nutzungsdaten deuteten jedoch darauf hin, dass in der überwiegenden Zahl der Fälle eine Kachel aufgerufen wird, die sich auf der ersten Seite befindet. Mit der Standardzoomansicht können Sie unmittelbar einen Blick auf Ihr Dashboard werfen, indem Sie die Windows-Taste auf der Tastatur drücken und durch ein weiteres Drücken der Taste zur letzten Tätigkeit zurückkehren. Sie können so alle Informationen auf dem Startbildschirm mit nur einem Klick oder Tastendruck abrufen. Das Zoomen funktioniert im Vergleich zum Navigieren in einer überfüllten Startmenühierarchie oder dem Suchen nach Elementen, die an die Taskleiste angeheftet sind, erheblich schneller und flüssiger, sodass eine deutlich größere Anzahl an Programmen und angehefteten Elementen verwendet werden kann.

Natürlich haben wir auch die Verwendung von Ordnern in Betracht gezogen, aufgrund unserer Erfahrungen mit Ordnern, sei es im Allgemeinen oder im Startmenü, sind wir jedoch der Meinung, dass Dinge in Ordnern eher "begraben" als organisiert werden. Außerdem können mit Ordnern keine aktuellen Informationen angezeigt werden, die von den Anwendungen bereitgestellt werden. Sobald die Anwendungen in Gruppen organisiert sind, erhält man durch das Herauszoomen einen Überblick über die Gruppen, ähnlich wie dies bei einer Liste von Ordnern der Fall ist. Aus der herausgezoomten Ansicht können Sie direkt zu jeder beliebigen Gruppe wechseln, ähnlich wie beim Öffnen eines Ordners. Wenn Sie bestimmte Programme verstecken möchten, können Sie das angeheftete Symbol jederzeit von der Startseite entfernen und mithilfe der Suche darauf zugreifen oder das Programm in die hinterste Ecke der Startseite verschieben. Dies ist bei weitem die effizienteste Art, eine große Anwendungsbibliothek zu verwalten.

Herausgezoomter 

Startbildschirm, auf dem eine unbenannte Gruppe, sowie Art-, Games- und Info-Gruppen angezeigt werden
Abb. 4: Durch das Herauszoomen auf der Startseite können Gruppen von Anwendungen einfach angezeigt werden und ein bestimmter Bereich des Bildschirms gewählt werden

Leistungsstark und effizient

Wie in unserem letzten Beitrag berichtet, ist die Anzahl der verwendeten Anwendungen und Websites innerhalb der letzten 10 Jahre stark angestiegen. Als noch jedes Computerprogramm in einem Geschäft gekauft werden musste, war ein Startmenü sinnvoll, das für das Anzeigen von ungefähr 10 Anwendungen optimiert war. Da Benutzer heute viel mehr Anwendungen und Websites verwenden, die eine ähnliche Funktionalität wie eine Anwendung bereitstellen, musste dies neu überdacht werden.

Im Zusammenhang mit den Layoutmöglichkeiten für den Startbildschirm stellte sich die Frage, ob dieser als ganzer Bildschirm oder über den Anwendungen als kleines temporäres Fenster in der Ecke angezeigt werden sollte. Kleine Popupfenster eignen sich hervorragend für Szenarien, in denen der Bildschirmkontext angezeigt werden muss, während Sie ihn verwenden (obwohl bei modernen Benutzeroberflächen immer weniger Popups verwendet werden). Dies ist z. B. eine gute Möglichkeit, um erweiterte Schriftarteinstellungen in einem Word-Dokument vorzunehmen. Durch die geringe Größe können Sie den zu ändernden Text auf dem Bildschirm anzeigen, während Sie den neuen Schriftschnitt festlegen.

Wenn Sie eine neue Anwendung starten, beenden Sie jedoch Ihre aktuelle Tätigkeit. Daher wollten wir die Vorteile des Vollbildmodus nutzen, um das Starten von Anwendungen und das Wechseln zwischen ihnen so effizient wie möglich zu gestalten. Mit der Leistung und Flexibilität, die Ihnen durch den Startbildschirm im Vollbildmodus zur Verfügung steht, können Sie mit einem Klick mehrere Anwendungen starten. Sie können die von Ihnen am häufigsten verwendeten Desktopanwendungen immer noch auf der Taskleiste des Desktops platzieren. Der neue Startbildschirm bietet dabei jedoch den erforderlichen Platz, um die 10 bis 12 Anwendungslinks, die an das alte Startmenü angeheftet waren, zu verdoppeln und bei einer Auflösung von 1366 x 768 px darüber hinaus 12 bis 14 zusätzliche Elemente auf dem ersten Bildschirm zu platzieren. Ein Bildschirm mit einer höheren Auflösung bietet selbstverständlich Platz für eine noch größere Anzahl von Anwendungen, auf die Sie mit einem Klick zugreifen können. Zur Erinnerung: Windows 8 benötigt für Anwendungen im Metro-Stil eine Auflösung von mindestens 1024 x 768 px, und solange Ihr Bildschirm mindestens 1366 Pixel breit ist, können Sie mithilfe von Snap zwei Anwendungen gleichzeitig anzeigen. Wir haben zur Kenntnis genommen, dass häufig ein Mangel an Diagnoseinformationen beklagt wird, die über die Systemanforderungen auf der Downloadseite hinausgehen. Wir arbeiten daran, hier für mehr Klarheit zu sorgen.

24 Verknüpfungen auf dem 

Startbildschirm

Abb. 5: Bei einer Auflösung von 1366 x 768 px werden auf dem Startbildschirm 24 benutzerdefinierte Verknüpfungen angezeigt

Benutzer wünschten sich außerdem, Anwendungen, Dokumente und Einstellungen sofort effizient starten zu können, ohne dass Sie die Finger von der Tastatur nehmen müssen. Daher war es erforderlich, diese Fähigkeit von Windows 7 zu übernehmen und sie nach Möglichkeit noch zu verbessern. Wenn Sie nur über eine Anwendung verfügen, deren Namen das Wort "Excel" beinhaltet, funktioniert das Starten auf die gleiche Weise wie bisher. Drücken Sie START. Geben Sie "Ex..." ein, und warten Sie, bis das Wort automatisch vervollständigt wird. Drücken Sie die EINGABETASTE, und Excel wird gestartet. Vier Tastaturanschläge. Durch die rasant steigende Anzahl von Anwendungen, die Benutzer verwenden, bietet die Suche eine deutlich effizientere Zugriffsmöglichkeit, gleichgültig, ob eine physischen Tastatur oder eine Bildschirmtastatur verwendet wird. Durch die Kombination des neuen Startbildschirms mit der Suche erhalten Sie einen zunehmend eingeschränkten Auswahlbereich und können Ihr Ziel einfach aufrufen, ob mit Tastatur, Maus oder Touchscreen.

Im Vergleich dazu passt sich das Startmenü in Windows 7 nicht an, wenn ein Benutzer nach etwas sucht, für das eine große Anzahl von Suchergebnissen gefunden wird. Wenn Sie beispielsweise nach einer Systemsteuerungsoption mit dem Begriff "input" suchen, gibt das Startmenü nur die ersten drei Treffer in jeder Kategorie zurück. Wenn Sie alle Ergebnisse anzeigen möchten, müssen Sie die Kategorie auswählen (z. B. Systemsteuerung), warten, bis der Explorer geöffnet wird, und dann dort nach dem gewünschten Suchergebnis suchen. Wenn Sie ein Dokument öffnen, müssen Sie das Explorer-Fenster manuell schließen, wenn Sie fertig sind. Zwar verbesserten die neuen Suchfunktionen im Startmenü von Vista und Windows 7 den Zugriff auf die wichtigsten Programme erheblich, die Suche nach einem seltener verwendeten Element war jedoch immer noch ineffizient und frustrierend.

Suchergebnisse in 

Windows 7Abb. 6: Durch den begrenzten Platz im Startmenü kann keine Liste mit den vollständigen Suchergebnissen angezeigt werden. Hierfür ist das Öffnen des Explorers erforderlich.

Bei Windows 8 sollte die Anzahl der Tastenanschläge reduziert werden, um unmittelbar nach einer Anwendung/Datei/Einstellung/E-Mail/usw. zu suchen und diese zu öffnen. Da die Suchergebnisse auf dem gesamten Bildschirm angezeigt werden, können auf den meisten Bildschirmen anstelle von drei Elementen 48 oder mehr angezeigt werden. Wenn Sie weitere Suchergebnisse anzeigen möchten, können Sie einfach einen Bildlauf durchführen (statt wie bisher den Explorer zu starten und die Suche erneut ausführen zu müssen). Durch diese einfache Veränderung können Sie jede beliebige Anwendung oder Datei auf dem PC effizient und mit einer minimalen Anzahl von Tastaturanschlägen ausführen.

Wir haben zwei Möglichkeiten zur Verbesserung der Sucheffizienz in Erwägung gezogen:

  • Erhöhung der auf dem Bildschirm angezeigten Inhalte
  • Vereinfachung und Beschleunigung beim Erkennen des richtigen Suchergebnisses

Unter Windows 7 wurden alle Suchergebnisse in einer Standardvorlage als Symbol mit Text angezeigt. Bei näherer Betrachtung der verschiedenen Datentypen beobachteten wir, dass die Benutzer das richtige Suchergebnis schneller erkennen konnten, wenn die Suche an die Daten angepasst war. Bilder sollten als Miniaturansichten angezeigt, bei E-Mails sollte der Absender angegeben werden, bei Videos die Länge usw., daher wurde ein Suchmodell für den Startbildschirm entwickelt, bei dem jede Anwendung die Daten in einem optimierten Format anzeigt. Statt drei Suchergebnissen pro Kategorietyp, die alle als Text angezeigt werden, können Sie nun auf "Start" drücken, einen Suchbegriff eingeben, eine Seite mit Anwendungsergebnissen anzeigen oder weiter nach unten wechseln und alle Ergebnisse für Dateien, Einstellungen, E-Mails, Internet, soziale Netzwerke oder eine beliebige Anwendung auf Ihrem System betrachten. Vertrag für "Suche" ist eine der spannenden Plattform-APIs in WinRT, deren Vorteile Entwickler nutzen können. Durch sie wird die einheitliche Suche erst ermöglicht, während gleichzeitig die individuellen Elemente der Anwendungsdaten durchschimmern. Eine Win-Win-Situation für den Benutzer und den Anwendungsentwickler.

Anwendungssuchergebnisse im Vollbildmodus mit 18 Suchergebnissen für die Suche nach "a"
Abb. 7: Auf dem Startbildschirm ist viel Platz für das Anzeigen von Anwendungssuchergebnissen

Die Suche nach "Jason" in 

"Dateien" ergibt 17 Suchergebnisse, die alle auf einem Bildschirm angezeigt werden.
Abb. 8: Auf dem Startbildschirm ist mehr Platz vorhanden, um ausführlichere Suchergebnisse für Dateien anzuzeigen

Die Suche nach 

"Jason" in der BUILD-Anwendung ergibt 32 Suchergebnisse für Personen und 0 Suchergebnisse für Sitzungen.

Abb. 9: Die Suche ist nicht auf das System beschränkt – Anwendungen können Suchergebnisse anzeigen, die speziell für sie optimiert wurden

Durch einen Startbildschirm, der den gesamten Bildschirm nutzt, können Sie die Dinge auswählen, die Ihnen wichtig sind (selbst wenn dies wesentlich mehr als 12 sind) und diese nach Wunsch anordnen. So können Sie diese Elemente aufrufen, ohne einen Bildlauf durchzuführen. Außerdem werden bei einer Suche alle (und nicht nur einige wenige) Suchergebnisse angezeigt. Beim Design wurde vor allem darauf geachtet, dass die gewünschten Ziele schneller und effizienter erreicht werden können.

Tastatur und Maus

Da im Zusammenhang mit dem Startbildschirm häufig die Touchbedienung und deren Ähnlichkeit mit dem Windows Phone Metro-Stil vorgestellt wurde, sind viele der Ansicht, dass unser Design vollständig auf die Touchbedienung statt auf Tastatur und Maus ausgelegt ist, oder dass wir die Windows Phone- Benutzeroberfläche auf einen PC übertragen haben. Beides trifft nicht zu.

Für Mausbenutzer ist die Position der Schaltfläche "Start" in der linken unteren Ecke von Windows 8 einfach zu erreichen – selbst bei Anwendungen im Vollbildmodus. Im Startbildschirm sind weitere Elemente direkt per Maus aufrufbar, ohne dass ein Bildlauf durchgeführt oder ein Menü-Flyout geöffnet werden muss. Für Tastaturbenutzer können häufig verwendete Desktopanwendungen an die Taskleiste angeheftet werden und ermöglichen so schnelle Tastenkombinationen: WINDOWS+1, WINDOWS+2, usw. Indem auf seltener verwendete Anwendungen durch die Suche zugegriffen werden kann, wird die altbekannte Vorgehensweise beibehalten, die Windows-Taste zu drücken und einen Suchbegriff einzugeben. Durch die vergrößerten Suchergebnisse wird die Geschwindigkeit sowohl beim Suchen als auch beim Browsen erhöht.

Es gibt natürlich auch einige Dinge, an denen wir noch arbeiten und die in der Developer Preview noch unvollständig sind. Beispielsweise sind wir uns bewusst, dass beim Arbeiten mit hoher Geschwindigkeit in Kombination mit dem Mausrad Fehler auftreten, mit deren Beseitigung wir aktuell beschäftigt sind. Außerdem werden wir eine Funktion zum unmittelbaren Herauszoomen mit Maus und Tastatur hinzufügen, und wir suchen nach Möglichkeiten, Bildläufe schneller und einfacher durchführen zu können. Momentan sind wir mit der Beseitigung eines Fehlers in der Developer Preview beschäftigt, der ein langsames und inkonsistentes Verhalten bei Verwendung der BILD-AUF/BILD-AB-Taste verursacht. Darüber hinaus soll das Neuanordnen per Maus, Tastatur oder Toucheingabe vorhersehbarer gestaltet werden.

Ein Bild, das wir häufig verwenden, wenn wir von Veränderungen sprechen, ist das Folgende: Die Y-Achse ist ein Maß für Effizienz, z. B. die Zeit, die für das Erledigen einer Aufgabe erforderlich ist oder die Sekunden, die man für eine Aktion benötigt. Die Y-Achse stellt die kalendarische Zeit dar. Wenn eine Person über große Erfahrung mit etwas verfügt und eine Veränderung eintritt, gibt es per Definition einen Einbruch bei der Effizienz. Nach einer Anpassungsperiode verbessern sich die Erfolgsmetriken jedoch wieder. Im Lauf der Zeit wird die Arbeit im Endergebnis effizienter, auch bei der gleichen Aufgabe. In Kombination mit neuen Aufgaben und Möglichkeiten ist insgesamt ein Nettogewinn feststellbar.

Zusammenfassung

Der Windows 8-Startbildschirm ist nicht nur ein Ersatz für das Startmenü in Windows 7, sondern kombiniert verschiedene Möglichkeiten, Ihren Computer zu steuern. Bereits in Windows 7 haben im Umgang mit Windows erfahrene Benutzer das Startmenü durch häufig verwendete Desktopanwendungen auf der Taskleiste ersetzt.

Für Benutzer, die hauptsächlich Desktopanwendungen verwenden, vervollständigt der Startbildschirm die Funktionalität der Taskleiste. Die Verwendung beider Funktionen bietet unmittelbaren Zugriff auf die am häufigsten verwendeten Anwendungen in Kombination mit einer leistungsfähigeren Möglichkeit, selten verwendete Anwendungen zu starten (über die Suche oder durch Gruppieren von Anwendungen auf dem Startbildschirm). Für Anwendungen im Metro-Stil verwandeln Live-Kacheln den Startbildschirm in ein Dashboard, das Sie auf dem neuesten Stand hält und im Vergleich zum Benachrichtigungsbereich eine erhebliche Verbesserung darstellt. Durch das neue Design können Anwendungen effizienter gestartet, die wichtigsten Informationen einer Anwendung eingebunden und die Dinge gefunden werden, die Ihnen am wichtigsten sind. Außerdem können Sie schnell zwischen Ihren Anwendungen und bestimmten Orten innerhalb dieser Anwendungen wechseln, bzw. diese starten, ohne Leistungseinbußen oder eine verkürzte Akkulebensdauer bei Laptops oder Tablets in Kauf nehmen zu müssen.

Alice Steinglass

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