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Wie bereits während der Windows 8-Keynote auf der //build/-Konferenz erwähnt, wird der Task-Manager ca. alle 15 Jahre aktualisiert. Das war natürlich ein Scherz, da wir das Hilfsprogramm mit beinahe jeder Windows-Version verbessert haben. Im Rahmen von Windows 8 haben wir das Tool gründlich analysiert und einige neue Szenarien und eine neue Möglichkeit durchdacht, das Tool auf "beiden Enden des Spektrums" abzustimmen, also Endbenutzer und Benutzer, die alle Feinheiten bei der Steuerung ihres PCs ausreizen. Dieser Beitrag wurde von Ryan Haveson, dem Gruppenprogrammmanager unseres "In Control of Your PC"-Teams verfasst. Hinweis: In diesem Beitrag wird der Task-Manager behandelt und nicht das Schließen von Metro-Anwendungen :-) –Steven
Wir freuen uns, Ihnen einige unserer Verbesserungen am Task-Manager von Windows 8 vorzustellen. Der Task-Manager ist eine der am häufigsten verwendeten Anwendungen und hat eine lange Geschichte. In den frühen Windows-Versionen diente er als einfaches Hilfsprogramm zum Schließen von und Wechseln zwischen Programmen. Nach und nach wurden in den folgenden Versionen die Funktionen hinzugefügt, die wir aus dem derzeitigen Task-Manager kennen.
Abbildung 1: Windows 3.0-Task-Liste
Abbildung 2: Task-Manager von Windows NT 4.0 (jetzt mit "Neuer Task")
Abbildung 3: Task-Manager von Windows XP (mit den neuen Schaltflächen "Netzwerk" und "Benutzer")
Abbildung 4: Task-Manager von Windows 7
Wir waren erfreut über die Entwicklungen und zugleich vorsichtig bei deren Umsetzung, da es sich beim Task-Manager um ein so häufig verwendetes Programm handelt, dass sämtliche Änderungen sofort auffallen. Anfangs ging es um folgende Ziele:
Um den Task-Manager noch weiter zu verbessern, mussten wir uns zunächst damit vertraut machen, wie dieser von Benutzern verwendet wird. Über Jahre hinweg wurden Funktionen für zahlreiche unterschiedliche Szenarien hinzugefügt. Wie unter Windows 7 lässt sich der Task-Manager dazu verwenden, Anwendungen zu schließen, ausführliche Informationen die ausgeführten Prozesse anzuzeigen, Dienste zu starten oder anzuhalten, den Netzwerkadapter zu überwachen oder nur grundlegende Administratoraufgaben für derzeit angemeldete Benutzer auszuführen. Das sind eine Menge Funktionen.
Dank unserer Telemetriedaten verfügten wir über eine gute Ausgangsbasis. Diese Daten wurde gemeinsam mit Interviews einzelner Kunden und Laborergebnissen ausgewertet, um zu ermitteln, wie und für welche Aufgaben die Benutzer den Task-Manager verwenden.
Abbildung 5: Welche Registerkarten werden verwendet?
Diese Daten sind besonders aussagekräftig. Sie zeigen, dass Benutzer meist die ersten beiden Registerkarten für Anwendungen und Prozesse verwenden. Obwohl wenig überraschend, war es doch interessant, herauszufinden, dass die Registerkarten "Anwendungen" und "Prozesse" praktisch genauso häufig verwendet werden. Daraus ergibt sich, dass auf der Registerkarte "Anwendungen" offensichtlich eine wichtige Funktion fehlt und Benutzer deshalb zur Registerkarte "Prozesse" wechseln. Also werteten wir als nächstes die Verwendung der Registerkarte "Prozesse" aus.
Abbildung 6: Viele Benutzer sortieren die Prozessansicht nach der Ressourcenverwendung.
Eine Auswertung dieser Daten, die in Zusammenhang mit Interviews und Beobachtungen des Nutzerverhaltens in unseren Laboren gesetzt wurden, ergab, dass die Benutzer die Registerkarte "Prozesse" entweder verwenden, um nach Elementen zu suchen, die nicht in der Anwendungsliste enthalten sind, oder um zu prüfen, welche Prozesse die meisten Ressourcen verwenden.
Anschließend werteten wir aus, welche Aktionen Benutzer im Task-Manager ausführen.
Abbildung 7: Das Ziel ist häufig, eine Anwendung oder einen Prozess zu schließen bzw. zu beenden.Klicken Sie, um eine größere Version dieses Diagramms anzuzeigen.
Nachdem wir uns die Daten angesehen und mit Kunden ausgetauscht hatten, wurde deutlich, dass sich die Verwendung hauptsächlich darauf beschränkt, eine Anwendung oder einen Prozess zu schließen bzw. zu beenden.
Ausgehend von den Daten und der Forschungsgrundlage entschieden wir, uns auf drei Hauptziele zu konzentrieren:
Eine der entscheidenden Aufgaben bestand darin, alle interessanten und neuen Funktionen hinzuzufügen, ohne die Benutzer zu überfordern. Bei der Lösung dieser Aufgabe konzentrierten wir uns auf eine Schaltfläche zum Ein- und Ausblenden von Details, vergleichbar mit dem Modell für das neue Dialogfeld zum Kopieren von Dateien.
Abbildung 8: Ansicht mit weniger Details
Abbildung 9: Ansicht mit mehr Details
Dieses Modell ermöglichte die Optimierung der Standardansicht (mit weniger Details) in Hinsicht auf die Grundfunktion: das Suchen und Schließen einer Anwendung. Außerdem konnten wir in der anderen Ansicht wesentlich mehr Details bereitstellen, da diese nur bei Bedarf angezeigt werden. Bei der Ansicht mit mehr Details entschieden wir uns, dass herkömmliche Task-Manager-Modell mit Registerkarten beizubehalten und uns auf die Optimierung des Inhalts der einzelnen Registerkarten zu konzentrieren. So konnten wie den vorhandenen Funktionsumfang erweitern, aufwerten und verbessern, ohne auf Funktionen zu verzichten.
Zahlreiche Drittanbieteranwendungen (oder Tools wie Process Explorer von Sysinternals) verfügen über zahlreiche Funktionen für Poweruser, die dem Task-Manager hinzugefügt werden könnten. Zunächst galt es jedoch, sich um die regulären Benutzer zu kümmern, da wir kein Tools bereitstellen wollten, das die Mehrzahl unserer Benutzer abschreckt. Selbstverständlich setzen wir auch weiterhin auf Drittanbietertools, die eine Spezialisierung und einzigartige Innovationen bezüglich dieser und anderer Aufgaben ermöglichen. Die Standardansicht bietet eine minimalistische Benutzeroberfläche, die den Bedürfnissen der meisten Kunden sowie den Anforderungen der häufigsten Nutzungsszenarien entspricht. Beim ersten Start des Task-Managers unter Windows 8 wird eine übersichtliche Zusammenfassung aller ausgeführten Anwendungen angezeigt. Die Standardansicht eignet sich vor allem für eine Aufgabe: das Beenden von Anwendungen, die Probleme verursachen. Wir haben auf alle Funktionen verzichtet, die hierfür nicht zwingend erforderlich sind.
Abbildung 10: Standardansicht des Task-Managers von Windows 8
Für die Standardansicht gilt: Weniger ist mehr. Wir haben alle Funktionen entfernt, die nicht zum Beenden von Anwendungen dienen. Dadurch wird das Design übersichtlich und benutzerfreundlich. Die Änderungen im Einzelnen:
Im Folgenden sehen Sie, wie übersichtlich der neue Task-Manager im Vergleich zum Task-Manager von Windows 7 erscheint. Es sind dieselben Anwendungen und Fenster geöffnet:
Abbildung 11: Vergleich der Task-Manager von Windows 7 und Windows 8
Ohne all die Extras können Sie sich ganz auf eine Aufgabe konzentrieren: das Beenden von Anwendungen, die Probleme verursachen. Dies ist optimal für alle Benutzer, bei denen sich Anwendungen ohne Rückmeldung nicht über die Schaltfläche zum Schließen der Anwendung beenden lassen.
Viele der neuen Funktionen des Task-Managers werden nur in der Ansicht mit mehr Details angezeigt. Hier ist die Heimat der Poweruser. Beachten Sie daher, dass viele Benutzer diese Details möglicherweise nie anzeigen möchten, da sie lediglich die im Vorherigen dargestellte Ansicht mit weniger Details benötigen.
Im Folgenden wird die neue Ansicht dargestellt:
Abbildung 12: Die neue Registerkarte "Prozesse" und das Wärmebild
Die bemerkenswerteste Änderung an der neuen Registerkarte "Prozesse" ist das Wärmebild, auf dem unterschiedliche Werte farblich dargestellt werden. Unsere Telemetriedaten zeigen, das Benutzer häufig die Registerkarte "Prozesse" aufrufen und diese nach CPU- oder Speicherauslastung sortieren, um Anwendungen zu ermitteln, die mehr Ressourcen erfordern als erwartet. Der Vorteil des Wärmebilds liegt darin, dass Abweichungen bezüglich mehrerer Ressourcen (Netzwerk, Datenträger, Speicher und CPU-Auslastung) gleichzeitig verfolgt werden können, ohne dass die Daten sortiert werden müssen. So lässt sich das Problem unmittelbar identifizieren, ohne Werte abzulesen und sich mit Konzepten bzw. spezifische Einheiten beschäftigen zu müssen. Wir haben in Anwendungsstudien ein System zur Blickbewegungsregistrierung verwendet, um zu testen, was sich Benutzer ansehen, wenn unterschiedliche Möglichkeiten der Visualisierung präsentiert werden. So konnten wir einen Entwurf entwickeln, bei dem die Aufmerksamkeit des Benutzers unmittelbar auf die wichtigsten Ressourcenprobleme gelenkt wird. Im Folgenden werden die Blickbewegungen eines Teilnehmers in einer unserer Studien vor dem Hintergrund des beobachteten Bildschirms dargestellt. Der rote Punkt zeigt ein Verharren des Blicks an, während die Linien rasche Veränderungen der Blickrichtung darstellen.
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Zahlreiche Poweruser verwenden zusätzlich zum Task-Manager weitere Tools wie den Ressourcenmonitor – aus dem einfachen Grund, dass im vorherigen Task-Manager die prozessabhängige Netzwerk- und Datenträgerzuweisung nicht dargestellt wurde. Dies war ein Mangel, besonders vor dem Hintergrund, dass eine Festplatte oder mehrere Anwendungen, die gleichzeitig Netzwerkbandbreite anfordern, die Ursache für zahlreiche spürbare Leistungsprobleme von Computern darstellen. Im neuen Task-Manager werden diese Ressourcen nun ebenso ausführlich dargestellt wie Speicher und CPU.
Eine der wichtigsten Ursachen für Leistungsprobleme von Computern sind Konflikte aufgrund mangelnder Ressourcen. Wenn eine bestimmte Ressource oberhalb eines Schwellenwerts verwendet wird, werden Sie durch eine farbliche Markierung der Kopfzeile der jeweiligen Spalte gewarnt. Dies ist ein Hinweis darauf, dass Sie den Computer auf Leistungsprobleme überprüfen sollten. Im Folgenden wird die Hervorhebung der Kopfzeile für die Spalte "CPU" dargestellt, mit der Ihre Aufmerksamkeit auf die Tatsache gelenkt wird, dass möglicherweise ein Konflikt mehrerer Anwendungen um die Zuweisung von CPU-Zeit aufgetreten ist.
Abbildung 13: Indikatoren zur Ressourcenverwendung
Eine schwierige Aufgabe bezüglich des derzeitigen Task-Managers ist die Unterscheidung, welche Prozesse zu einer Anwendung gehören (Anwendungen können im Allgemeinen sicher beendet werden), bei welchen Prozessen es sich um Prozesse des Windows-Betriebssystems handelt (das Beenden dieser Prozesse kann einen Bluescreen verursachen) und bei welchen Prozessen es sich um Hintergrundprozesse handelt, die möglicherweise genauer untersucht werden müssen. Im neuen Task-Manager werden Prozesse in Gruppen zusammengefasst, wodurch sich diese einfach auseinanderhalten lassen. Daneben ist bei Bedarf weiterhin eine Ansicht ohne Gruppen verfügbar.
Abbildung 14: Gruppieren nach Prozesstyp
Sehen Sie die Zeile Print driver host for applications (Druckertreiberhost für Anwendungen) im vorherigen Screenshot? Im alten Task-Manager wurde dies als "splwow64.exe" angezeigt.
Selbstverständlich können Sie den Namen der ausführbaren Datei bei Bedarf als optionale Spalte hinzufügen.
Einer der verwirrendsten Aspekte im alten Task-Manager war, dass auf der Registerkarte "Anwendungen" eine einfache Liste angezeigt wurde, die auch alle Fenster der obersten Ebene aus allen Prozessen im System enthielt. Zwar wurden in dieser Liste der Fenster der obersten Ebene wichtige Informationen angezeigt, dennoch erscheint diese mitunter verwirrend. Außerdem kann es vorkommen, dass ein einzelnes Fenster nicht beendet werden kann, ohne alle anderen Fenster dieses Prozesses zu beenden. Dies wird dadurch behoben, dass im neuen Task-Manager die Fenster der obersten Ebene unter den jeweiligen übergeordneten Prozessen zusammengefasst werden. Bei normaler Verwendung wird so eine wesentlich übersichtlichere Ansicht geboten: Prozesse, die beendet werden können, und die Ressourcenverwendung durch Prozesse werden übersichtlich angezeigt. Außerdem erkennen Sie, welche Fenster zu welchen Prozessen gehören, sodass Sie wissen, welche Fenster bei Beenden des Prozesses geschlossen werden.
Abbildung 15: Gruppieren von Fenstern der höchsten Ebene nach Prozess
Haben Sie schon einmal die Prozessliste durchgesehen und sich beispielsweise gefragt, was "fussvc.exe" bedeutet? Das Hinzufügen von Anzeigenamen war ein wichtiger erster Schritt zur Behebung dieses Problems ("fussvc.exe" bedeutet [Fast User Switching Utility Service] (Hilfsprogramm zum schnellen Benutzerwechsel). Allerdings werden Sie im Internet recherchieren müssen, um herauszufinden, wozu dieser Prozess eigentlich dient. Im neuen Task-Manager ist ein Kontextmenü für die Suche enthalten, dass per Rechtsklick geöffnet wird. Mit diesem Menü können Sie unmittelbar auf Ihre Standardsuchmaschine (die anpassen können) zugreifen, um weitere Informationen aufzurufen. So können Sie problemlos ermitteln, ob ein Hintergrundprozess eine nützliche Funktion ausführt oder unnötig Ressourcen verbraucht.
Abbildung 16: Suchen im Internet nach Informationen zu unbekannten Prozessen
Abbildung 17: Suchergebnisse für "fussvc.exe Fast User Switching Utility Service"
Wenn Sie im Windows 7 Task-Manager die Registerkarte "Prozesse" öffnen und [Show process from all users] (Prozesse aller Benutzer anzeigen) auswählen, werden möglicherweise acht auf den ersten Blick identische Instanzen von "svchost.exe" angezeigt. Dies ist eine der von uns bereitgestellten Informationsquellen, die am häufigsten als "wenig informativ" bezeichnet wird. Selbstverständlich wissen einige von Ihnen, dass es sich hierbei lediglich um einen Diensthostprozess handelt, und Sie die Spalte "PID" hinzufügen, die Registerkarte "Dienste" aufrufen, nach PID sortieren und anzeigen können, welche Prozesse zu dieser PID gehören. Anschließend können Sie die Anzeigenamen der einzelnen Dienste nachschlagen... dies ist jedoch viel Arbeit (und nicht allen Benutzern bekannt)! Mit dem neuen Task-Manager werden alle Dienste nach Prozessen geordnet und mit Anzeigenamen für jeden Prozess angezeigt. So können Sie rasch erkennen, wo das Problem liegt, wenn eine Instanz von "svchost" viele Ressourcen verbraucht:
Abbildung 18: Diensthostgruppierung und zugehörige Informationen
Wie Sie sehen, gibt es zahlreiche Neuerungen am Task-Manager (und bislang haben wir nur die erste Registerkarte besprochen!). Der Task-Manager war eine einzigartige Gelegenheit für die Zusammenarbeit von Benutzeroberflächenentwicklern und Wissenschaftlern mit technischen Programmmanagern und Technikern, um einen übersichtlichen, geordneten und effizienten Entwurf zu entwickeln. Normale Benutzer profitieren von der Vereinfachung und Poweruser von den zusätzlichen Informationen.
Abschließend möchte ich Ihnen eine kleine Funktionsdemo nicht vorenthalten.
– Ryan