Bemerkungen zu Ihren Kommentaren über den Startbildschirm

Die Entwicklung von Windows 8

Einblicke in die Arbeit des Windows-Entwicklerteams

Bemerkungen zu Ihren Kommentaren über den Startbildschirm

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Die beiden letzten Beiträge über das Windows 8-Startmenü haben eine intensive Diskussion ausgelöst. Im Rahmen der von den Lesern genutzten Developer Preview konnten wir unsere Kenntnisse bezüglich individueller Nutzungsmuster und der Features verbessern, die einfacher oder komplizierter sind als in Windows 7. Zur Erinnerung: wir haben die Windows Developer Preview als komplett "aktiviertes" Produkt veröffentlicht, obwohl noch an zahlreichen Features der Benutzeroberfläche gearbeitet wurde. Dies geschah, um den Dialog zu fördern, und wir bitten Sie, zu berücksichtigen, dass das Produkt noch nicht fertig ist. Es kam zu einigen wenigen spontanen Reaktionen, deren Akzent vor allem auf "Auswahl" oder "Deaktivieren" lag - eine natürliche Reaktion auf Veränderungen, die jedoch nicht unbedingt geeignet ist, eine Diskussion zu führen, an deren Ende ein neues Produkt steht. In diesem Beitrag legen wir daher den Schwerpunkt auf die Klarstellung, dass wir Ihr konstruktives Feedback zum Entwurf wahrgenommen haben, während wir weiter daran arbeiten. Marina Dukhon, leitende Programmmanagerin im Core Experience-Team, verfasste diesen Beitrag über bestimmte Kommentare und die Aktionen, die wir aufgrund des Leserfeedbacks durchführen. – Steven

Im Namen des Teams möchte ich allen für das Engagement in den Startbildschirm-Blogs der vergangenen Woche danken. Wir haben sämtliche Kommentare verfolgt und, soweit es möglich war, darauf reagiert. Wir wissen, dass umfassende Veränderungen wie diese kontrovers sein können, und wir freuen uns darauf, diesen Dialog mit Ihnen weiterzuführen. Ich möchte einige spezifische Themen ansprechen, die bisher aufgebracht wurden und den Entwurf betreffen. Ich weiß, dass ich damit nicht alle Ihre Fragen aufgreife, doch seien Sie versichert, dass wir Ihnen zuhören und diese Diskussion weiterführen werden.

Sind die Daten für alle Kunden repräsentativ?

@Andrew schrieb:

"Ich möchte darauf hinweisen, dass die gesammelten Daten anscheinend nur von privaten Benutzern stammen. Ihre gesamte Statistik basiert auf Heimnutzern und nicht auf Unternehmensbenutzern. Die meisten Unternehmen werden das CEIP in den Gruppenrichtlinien standardmäßig deaktivieren, aus Sicherheitsgründen und um unnötigen Datenverkehr im Netzwerk zu unterbinden."

Andrew, obwohl es stimmt, dass einige Unternehmen sich dafür entscheiden, das CEIP (das Customer Experience Improvement Program, über das wir anonymes optionales Feedback über die Nutzung von Windows erhalten) zu deaktivieren, erhalten wir dennoch eine große Menge von Daten über dieses Programm, auch von Unternehmenskunden. Außerdem hilft uns die Kenntnis der Region, Sprache, Edition und Bereitstellungsattribute des Produkts dabei, die Daten weiter nach Bedarf zu verfeinern. Wir behandeln diese Daten oft als vollständige "Zählung" (unter Berücksichtigung, dass es sich um optionale und anonyme Daten handelt), da die Zahl der eindeutigen Datenpunkte wesentlich größer als bei einer "Stichprobe" ist.

Zusätzlich zum CEIP-Programm verfügen wir über eine große Zahl von Verbindungen zu unseren Geschäftskunden, um deren Anforderungen zu verstehen. Wir sammeln z. B. kontinuierlich Feedback im direkten Kontakt mit Kunden (etwa bei Besuchen vor Ort und in unseren Briefing-Centern in der ganzen Welt), aus Beraterberichten und von Teilnehmern an Frühanwender-Programmen sowie bei öffentlichen Veranstaltungen wie TechEd und //build/. Wir arbeiten auch eng mit Branchenanalysten zusammen (über Unternehmensberatungsfirmen und deren Untersuchungen) und führen eine breite Palette eigener Forschungsstudien durch. Über diese Interaktionen erfahren wir, welche Funktionen und Steuerungsmöglichkeiten Unternehmen für das Startmenü erhalten möchten, und wir beziehen diese Kenntnisse ausdrücklich ein, wenn wir die Änderungen für Windows 8 entwerfen und entwickeln.

Aus den folgenden Daten lässt sich erkennen, dass Unternehmenskunden in der Tat einige abweichende Einstellungen in ihren Startmenüs vornehmen:

  • Während 81 % der privaten Benutzer auf der rechten Seite des Startmenüs die Standardlinks wie "Systemsteuerung", "Spiele" und "Dokumente" übernehmen, behalten weniger als 2 % unserer Unternehmenskunden diese Einstellungen bei.
  • Die Mehrheit der Benutzer entfernt einige Elemente aus diesem Teil des Startmenüs (wobei die Einträge "Spiele" und "Media Center" am häufigsten entfernt werden).
  • Angeheftete Anwendungen im Startmenü werden von Unternehmensbenutzern 68 Prozent häufiger gestartet als von privaten Benutzern. Jedoch liegt die Verwendung angehefteter Elemente weiterhin bei weniger als 10 Prozent der Sitzungen.
Was fangen wir mit diesen Informationen an?

Einzelne Unternehmensbenutzer verwenden im Allgemeinen Startmenüs, die von ihren Administratoren angepasst wurden. Wir verwenden diese Studien und engagieren uns in der Unternehmens-Community, um an besonderen Features zur Unterstützung der Anpassungsanforderungen an den Startbildschirm zu arbeiten. Beispielsweise können Unternehmen Elemente wie "Spiele" oder "Hilfe/Support" vom Startbildschirm entfernen. Unter Windows 8 werden Bereitstellungsszenarien wie Startbildschirme im Kachel-Layout unterstützt, die den Anforderungen der jeweiligen Unternehmensgruppen gerecht werden und den Benutzern vordefinierte angeheftete Anwendungen zur Verfügung stellen. Zudem wird die verwaltete Sperrung von Anpassungen des Startbildschirms unterstützt, damit dieser unternehmensweit konsistent ist. Diese Features wurden speziell für Unternehmenskunden entwickelt. Dabei wurde sowohl die zuvor bereitgestellte vorhandene Funktionalität als auch die voraussichtlichen zukünftigen Kundenanforderungen berücksichtigt. Selbstverständlich können diese Anpassungen auch von technisch versierten Personen verwendet werden.

Ist der Startbildschirm noch effizient genug, um sich "mit einem Blick" eine Übersicht über den Computer zu verschaffen?

@mt327000 schrieb:

"Der Startbildschirm ist ein Durcheinander von Symbolen und weist tatsächlich alle Probleme mit dem Startmenü auf, die Sie beschrieben haben. Es kommen sogar noch einige dazu. Ich halte meinen Desktop immer ordentlich und kann mit der in Windows Vista eingeführten Ansicht "Alle Programme" alle Anwendungen auf meinem Computer auf einen Blick sehen. Meiner Meinung nach ist der Startbildschirm weder funktional, noch bietet er Vorteile gegenüber dem Startmenü."

In den Kommentaren wird schnell deutlich, dass es für das Gefühl, die Dinge im Griff zuhaben, wichtig ist, auf den ersten Blick zu erkennen, was sich auf dem Computer befindet. Lassen Sie uns im Folgenden die Funktionsweise des Startmenüs mit der des Startbildschirms vergleichen.

Im derzeitigen Startmenü werden, wenn Sie "Alle Programme" erweitern, standardmäßig 20 Anwendungen angezeigt, ohne das ein Bildlauf ausgeführt werden muss. Dabei ist es unerheblich, wie groß der jeweilige Monitor ist. Bei einer unserer Untersuchungen haben wir herausgefunden, das Benutzer über einen Zeitraum von einigen Monaten durchschnittlich 57 unterschiedliche Anwendungen aufrufen. Die zahlreichen Websites, die Benutzer heutzutage verwenden und die möglicherweise zu Metro-Anwendungen weiterentwickelt werden, sind in dieser Zahl noch nicht enthalten. (Wir sind der Auffassung, dass Websites in die Anzahl der Start- und Anheftvorgänge unbedingt eingerechnet werden müssen.) Sie sehen also, dass ein kleines Fenster mit 20 Elementen für dieses Szenario nicht geeignet war. Aus den Kommentaren war zu entnehmen, dass diese Zahlen für die Leser des Blogs angemessen sind und sich Ihre Verwendung in diesem Bereich bewegt.

"Alle Programme" im Startmenü

Nach der Installation von Anwendungen auf Ihrem Computer müssen Sie wahrscheinlich einem Bildlauf in "Alle Programme" ausführen, um sämtliche Anwendungsordner anzuzeigen.

Zusätzlich zu diesen räumlichen Einschränkungen verstecken sich die Anwendungen unter "Alle Programme" in einer Struktur aus Ordnern und Unterordnern, ohne dass Sie bei der Navigation durch Symbole unterstützt werden. Noch schlimmer ist, dass die Anzeige häufig "verspringt", wenn Sie auf der Suche nach der richtigen Anwendung Ordner erweitern und reduzieren. Dies beeinträchtigt die Nutzung noch weiter. Einige von Ihnen haben angemerkt, dass es sich bei dieser Einschränkung des Entwurfs um einen Rückschritt im Vergleich zum Startmenü von Windows XP handelt. Obwohl dieser Einwand technisch sicher berechtigt ist, stellt dieses Menü einen der Grundsteine der Nutzung dar und besteht aus einer einzelnen Spalte, deren Navigation einige Geschicklichkeit erfordert. Das Feedback bezüglich des Aufbaus in Windows XP war lange Zeit besonders negativ und hat zur Neugestaltung in Vista und Windows 7 geführt.

Da wir erwarten, dass unter Windows 8 sogar noch mehr Anwendungen (und Websites) verwendet werden als unter XP/Vista/7, wird ein noch umfangreicheres Menü benötigt. Zudem wollten wir eine Übersicht auf einen Blick bieten und eine Navigation, die weit weniger Übung erfordert. Durch die Verwendung des gesamten Bildschirms können wir mehr Anwendungen darstellen, ohne das navigiert oder ein Bildlauf ausgeführt werden muss. Durch die reduzierte Struktur bieten wir Ihnen die Möglichkeit, die Symbole von Anwendungen zu nutzen, und verhindern, dass Sie sich durch Ordner klicken müssen, um die Anwendung schließlich unter dem Namen des Herstellers zu finden. Künftig wird dies auch dazu beitragen, zu verhindern, dass nach dem Umbenennen, Zusammenfassen und Neuorganisieren von Ordnern (was möglicherweise erfolgt, um die Übersichtlichkeit des Menüs zu erhalten) die Möglichkeit einer vollständigen Deinstallation verloren geht. Dadurch muss das Startmenü nicht mehr regelmäßig manuell bereinigt werden, um ungültige Verknüpfungen zu entfernen.

Wie wir im weiteren Verlauf dieses Beitrags darstellen werden, steht die Navigation in besonders großen Menüs nicht im Einklang mit der Entwicklung guter Benutzeroberflächen. Auch wenn Sie die gewünschten Elemente nur selten aufrufen, wirkt sich die Beschränkung auf ein Menü auf die Benutzerfreundlichkeit aus. Einige von Ihnen haben angemerkt, dass die Verwendung von XP-artigen Menüs, die über den Bildschirm aufgeklappt werden, oder die Vergrößerung des derzeitigen Startmenüs diese Probleme lösen würden. Im Folgenden werden wir auf Fitts’ Gesetz zu sprechen kommen, und dass eine Änderung der Größe oder Menüs zum Ausklappen nicht zum Lösen dieser Schwierigkeiten geeignet sind. Während die Anzahl der Pixel pro Zoll und die Größe der Monitore wächst, wird es immer schwieriger, in den Menüs zu navigieren und kleine Schaltflächen zu treffen. Im Folgenden finden Sie einen Screenshot, den uns @Bleipriester in einem Kommentar zur Verfügung gestellt hat, in dem der erforderliche "Mausweg" sowie die zusätzlichen Navigationshilfen in Form der spitzen Klammern nach oben und unten dargestellt werden. Rufen Sie sich dies bei der Erörterung von Fitts' Gesetz in Erinnerung.

@Bleipriesters Vorschlag für das Startmenü mit 3 Navigationsspalten

Das erweiterte Startmenü von @Bleipriester mit mehreren Navigationsspalten

Aus diesem Grund bedeutet der Bildschirm [Apps] (Anwendungen) (eine Ansicht aller Programme im Startmenü) auf größeren Monitoren einen Vorteil. Im Folgenden wird dargestellt, wie sich die Anzahl der auf dem Bildschirm [Apps] (Anwendungen) angezeigten Anwendungen bei unterschiedlichen Monitorgrößen in unseren letzten Builds ändert:

Wahrscheinliche Bauart

Größe
(Zoll)

Auflösung(en)

Anzahl der Kacheln auf der ersten Seite des Bildschirms [Apps] (Anwendungen)

Anzahl der Elemente auf der ersten Seite von "Alle Programme"

Laptop

12,1

1280 x 800

36

20

 

13

1366 x 768

40

20

 

13,3

1440 x 900

42

20

Desktop

21,5

1920 x 1080

80

20

 

23

1920 x 1080

80

20

 

27

2560 x 1440

150

20

Voraussichtliche Anzahl von Anwendungen auf dem Bildschirm [Apps] (Anwendungen) auf unterschiedlichen Monitoren

Ihre Kommentare waren deutlich, und wir stimmen vielen der aufgezeigten Probleme mit dem Entwurf zu. Einige von Ihnen haben angemerkt, wie schwierig es ist, eine Anwendung zu finden, wenn der entsprechende Ordnername nicht mehr vorhanden ist, und wie kompliziert es ist, ohne die Ordnerstruktur Anwendungen zu finden, die Teil einer Suite sind.

Zitat von @aroush:

"Die aktuelle Metro-Liste aller Anwendungen ist nicht praktikabel, da alle Inhalte alphabetisch aufgeführt werden und ich nicht alle Namen zusätzlicher Programme kenne."

Wir arbeiten dieses Feedback derzeit ein. Im Folgenden sehen Sie den neuesten Entwurf für den Bildschirm [Apps] (Anwendungen). Die aus "Alle Programme" gewohnte Ordnerstruktur ist wieder enthalten.

Neuentwurf des Bildschirms [Apps] (Anwendungen), bei dem Anwendungs-Suites in Gruppen zusammengefasst werden

Wie Sie sehen, sind Anwendungs-Suites nun statt in einer einzigen alphabetischen Liste wie im Startmenü in Gruppen zusammengefasst. So ist es beispielsweise viel einfacher, eine Anwendung aus der Visual Studio-Suite zu finden, an deren Namen Sie sich nicht erinnern können. Außerdem enthält die alphabetische Liste jetzt keine Anwendungskacheln mit unklaren Namen mehr. Dies war der Fall, wenn vom Entwickler der Ordnername als Hinweis auf den Namen der eigentlichen ausführbaren Datei verwendet wurde.

Neben der hinzugefügten Ordnerstruktur und dem Organisieren von Anwendungen auf Grundlage der jeweiligen Suite wird diese Ansicht auch kompakter gestaltet. Die Anzeige von weiteren Inhalten hilft Ihnen, noch schneller eine Übersicht über die auf dem Computer installierten Anwendungen zu erhalten, ohne dabei einen Bildlauf ausführen zu müssen. Außerdem haben Sie so weniger mit Ausklappmenüs und verschachtelten Ordnern zu tun.

Mit diesem Entwurf wird das System wesentlich übersichtlicher, und Sie haben jederzeit im Blick, welche Anwendungen installiert sind.

Lässt sich die neue Startoberfläche anpassen, um die Arbeit zu erleichtern?

@Ed1P schrieb:

"Obwohl es offensichtlich ist, dass der Ersatz für das Startmenü im Metro-Stil für die Touchscreens kleinerer Geräte gut geeignet ist, wird dieser Entwurf die Arbeit an einem Desktopcomputer mit großem Breitbildmonitor wesentlich erschweren. Ich greife an jedem Arbeitstag auf 50 unterschiedliche Anwendungen und Ordner zu. Derzeit verwende ich nicht mein benutzerdefiniertes Windows 7-Startmenü (dieses LÄSST sich übrigens anpassen – ungeachtet dessen, was Alice dazu zu sagen hat. Sie müssen einfach nur am unteren Rand des Menüs auf "Alle Programme" klicken und die Programmordner neu anordnen). Stattdessen nutze ich die kostenlose Anwendung Stardock Fences, mit der ich die Programmordner in unmittelbar zugänglichen Kacheln auf dem Bildschirm anordnen kann.

Zwar kann ich die Ähnlichkeiten zwischen meinen mit Stardock Fences erstellten Gruppen und den "Seiten" auf dem Metro-Startbildschirm erkennen, der entscheidende Vorteil von Fences gegenüber Metro ist jedoch, dass ich die Programme in Gruppen vertikal am linken Bildschirmrand anordnen und die rechte Seite für Gadgets mit Liveaktualisierung freilassen kann. Mir bleibt dann in der Mitte noch immer ein komfortabler Arbeitsbereich im 1200 x 1024-Format. In diesem Bereich kann ich Code schreiben, 3D-Entwürfe erstellen oder ganz einfach zwischen Aufgaben wechseln, und behalte dennoch ein Auge auf die Liveaktualisierungen. Die Taskleiste verwende ich so gut wie gar nicht, sie dient mir nur als automatisch ausgeblendeter Bereich, in dem ggf. Warnungen angezeigt werden.

Metro wäre für mein Desktoplayout viel praktischer, wenn ich Elemente vertikal an den Rand heften könnte. Noch besser wäre es, wenn Metro sich in zwei scrollbare vertikale Bereiche teilen ließe – einen für die Liveaktualisierungen bzw. Gadgets und einen für Anwendungen, Ordner sowie zum Starten von Programmen. Dann bliebe in der Mitte ein großer, praktischer Arbeitsbereich."

Vielen Dank für Ihre Meinung. Sie haben offensichtlich intensiv damit beschäftigt, Ihren Computer optimal an Ihre Anforderungen anzupassen. Dies ist ein gutes Beispiel für die Flexibilität, die Windows seiner breiten Kundenschicht bietet. Auch Windows 8 wird diese Flexibilität unterstützen, und wir erwarten, dass hier ebenso zahlreiche Startprogramme von Drittanbietern bereitstehen werden, mit denen Benutzer individuelle Anpassungen vornehmen können. Auf einen großen Teil der Anpassungsmöglichkeiten, die im fertigen Produkt vorhanden sein werden, wurde in der Developer Preview absichtlich verzichtet – beispielsweise Farben und Hintergründe. Konzentrieren wir uns jedoch auf die hier beschriebene erweiterte Anpassung.

Die Art der Anpassungen, die Sie auf Ihrem Computer vorgenommen haben, können sicherlich als "erweitert" bezeichnet werden. Auch die Art, in der Sie Anwendungen und Ordner verwenden, weist Sie als fortgeschrittenen Benutzer aus. In dieser Tabelle wird dargestellt, wie Benutzer Windows während einer Arbeitssitzung verwenden:

Höchstanzahl geöffneter Fenster

% der Sitzungen

0-5

20,40 %

6-9

49,30 %

10-14

21,30 %

15-19

4,60 %

20-24

2,69 %

25-29

1,30 %

30-39

0,23 %

40-49

0,08 %

50-59

0,03 %

60-79

0,03 %

80-99

0,01 %

100+

0,03 %

Die maximale Anzahl geöffneter Fenster während einer Sitzung

Sie sehen also, dass Ihre Werte deutlich über denen eines durchschnittlichen Benutzers liegen, jedoch richtet sich unser System an Benutzer aller Art. Am unteren Ende der Skala befinden sich Kurzsitzungen, bei denen sich ein Benutzer anmeldet, eine Aufgabe ausführt und sich anschließend wieder abmeldet. (Dies kommt selbst bei professionellen Benutzern vor.) Am oberen Ende enthalten diese Daten möglicherweise auch Benutzer, deren Computer von Malware befallen ist und auf dem daher eine große Anzahl von Fenstern geöffnet wird. Daher gehen wir davon aus, dass die Durchschnittswerte dieser Daten die tatsächliche Verwendung am ehesten repräsentieren. Wir wissen, dass Daten häufig fälschlicherweise verwendet werden, um die eine oder andere Meinung zu untermauern. Daher möchten wir hier den kompletten Kontext der Daten angeben und sicherstellen, dass die Einschränkungen hinsichtlich der Aussagekraft bekannt sind. Wir stellen diese Daten bereit, um Entscheidungen bezüglich des Entwurfs zu beleuchten und nicht um diese vorzuschreiben.

Einige von Ihnen möchten vielleicht zu bedenken geben, dass wir das System für das untere Ende der Skala entwickeln, dies ist jedoch nicht der Fall. Andererseits hoffen wir, dass es deutlich ist, dass eine Entwicklung des Systems ausschließlich für das obere Ende der Skala zahlreiche Benutzer beeinträchtigen würde. Kerngedanke des Entwurfs ist es, ein angemessenes Gleichgewicht zu finden und gleichzeitig die Flexibilität für fortgeschrittene Benutzer zu erhalten. Dieser Ansatz ist keineswegs neu und findet bei der gesamten Entwicklung von Windows Anwendung.

Eine der beliebten Funktionen von Fences ist, dass Sie Elemente logisch in Gruppen ordnen und diese benennen können. Jedoch haben Sie auch auf die Schwierigkeiten dieses Entwurfs hingewiesen – die Gruppen befinden sich auf dem Desktop, also in der Regel hinter den geöffneten Fenstern. Dadurch kann während der Arbeit nur eingeschränkt auf die Gruppen zugegriffen werden. Da ich nicht weiß, wie genau Sie Ihren Desktop organisiert haben, muss Folgendes nicht unbedingt zutreffen. Ich nehme jedoch an, dass bei diesem Ansatz zumindest einige Schwierigkeiten routinemäßig umgangen werden müssen (obwohl es scheint, dass Sie hier eine geeignete Balance suchen). Sie könnten Ihren Arbeitsplatz beispielsweise so strukturieren, dass geöffnete Fenster neben Ihrem Startprogramm angezeigt werden, damit Sie rasch auf dieses zugreifen und zugleich die Liveaktualisierungen im Blick behalten können. Dies hat jedoch den Nachteil eines verkleinerten Arbeitsbereichs und einer umständlichen Fensterverwaltung.

Der Vorteil der Organisation auf einer zweidimensionalen Oberfläche

Ein weitere wichtiger Aspekt von Fences ist die räumliche Anordnung von Verknüpfungen. Uns ist bekannt, dass in einem zweidimensionalen Bereich angeordnete Elemente viel leichter als in einer eindimensionalen Liste zu finden sind. Unser Gedächtnis ist naturgemäß für Orte ausgelegt, zusätzlich zu anderen Eigenschaften wie Farbe und Größe. Daher finden Sie ein Element, von dem Sie wissen, dass es sich in der oberen rechten Bildschirmecke befindet, oftmals viel leichter als in einer alphabetischen Liste . Ein weiterer häufig genannter Kritikpunkt bezüglich der Ordner im Startmenü ist, dass sie alle mit demselben Buchstaben beginnen und zur Unterscheidung mehrere Wörter gelesen werden müssen. (Grafiker haben z. B. möglicherweise viele Ordner, die mit dem Buchstaben A beginnen, da der Name eines Herstellers mit diesem Buchstaben beginnt.)

Zahlreiche Untersuchungen haben zum Ergebnis, das mehrere Merkmale oder Eigenschaften das rasche und effiziente Auffinden eines Elements erleichtern. Windows setzt diese Erkenntnisse bereits um, indem ausführliche Informationen zu Dateien bzw. Suchergebnissen und für geöffnete Fenster sowohl eine Miniaturansicht als auch ein Titel angezeigt werden. Der Entwurf des Startbildschirms bezieht Merkmale der kognitiven Wahrnehmung ein. Bei diesem Merkmalen handelt es sich um jene evolutionär bedingten neuronalen Muster, die uns die Verwendung von Computern erst ermöglichen:

  • Räumliches Gedächtnis – Die Fähigkeit, sich daran zu erinnern, wo etwas hingelegt wurde oder etwas auftaucht. Dies schließt auch die Nutzung räumlicher Beziehungen ein, z. B. die räumlich betrachtete relative Lage von Objekten zueinander.
  • Motorisches Gedächtnis – Eine Bewegung wird automatisch ausgeführt, ohne dass bewusst darüber nachgedacht wird.
  • Musterbildung– Das Gruppieren von Elementen, um sich diese leichter zu merken.
  • Signalentdeckungstheorie– Die Fähigkeit, ein bestimmtes Element auch dann zu erkennen, wenn zahlreiche "Störsignale" oder irrelevante Elemente vorhanden sind.

Bei unserem Entwurf wurden diese Merkmale berücksichtigt. Bezüglich Platz und Layout waren uns im Falle der Ansicht "Alle Programme" und der Listen "MFU (Most Frequently Used)" sowie "Angeheftet" im Startmenü enge Grenzen gesetzt. Es ist nicht möglich, eine komplexe, mehrdimensionale Struktur in einer eindimensionalen Liste zu schaffen. Mit dem Startbildschirm können wir die Möglichkeiten einer zweidimensionalen Anordnung ausnutzen. Microsoft Research konnte in einer Reihe unterschiedlicher Forschungsstudien, darunter auch Untersuchungen zum räumlichen Gedächtnis bei der Dokumentenverwaltung, bei der Informationsabfrage und bezüglich der [Task Gallery] (Task-Galerie) darlegen, dass Elemente selbst nach sechsmonatiger Nichtverwendung besser wiedererkannt werden, wenn komplexere Organisationselemente als eindimensionale visuelle Textlisten hinzugefügt werden. Wir wollten die Vorteile dieses Effekts nutzen, um das Finden bestimmter Anwendungen auf dem Startbildschirm zu beschleunigen.

Viele Benutzer haben erklärt, einen großen oder mehrere Monitore zu verwenden. Da die ersten Reaktionen darauf hindeuten, dass der Startbildschirm hierfür weniger geeignet ist, bestand unser Entwurfsziel darin, verbesserte Funktionalität speziell für eine derartige Umgebung zu entwickeln. Das Entwicklungsteam besteht zu großen Teilen aus hochtechnisierten Powerusern, die ständig zahlreiche Win32-Anwendungen auf mehreren HD+-Bildschirmen ausführen. Der Startbildschirm auf einem zentralen Monitor ermöglicht das schnelle Starten und Wechseln von Programmen, wenn eine Vielzahl von Anwendungen und Websites verwendet wird. Zugleich bietet die Möglichkeit, bei der Arbeit mit mehreren (noch zu schreibenden) Unternehmensanwendungen ein Heads-up-Display als Statusanzeige zu nutzen, eine völlig neue Erweiterung der Funktionalität.

Die Vorteile einer räumlichen Anordnung auf dem Startbildschirm

Die Gruppierung der Kacheln auf dem Startbildschirm wurde im Hinblick auf folgende Prinzipien entworfen. Es versteht sich, dass die Größe von Gruppen naturgemäß je nach der Anzahl an Elementen variiert, die Sie darin zusammenfassen. Flexibilität in diesem Punkt erleichtert nicht nur die Organisation, sondern trägt auch zu einem heterogenen Layout bei, in dem Formen und Größen von Gruppe zu Gruppe variieren. Es vereinfacht die Suche nach einer Kachel, wenn Sie wissen, ob sie sich in einer kleinen Gruppe mit einer ungeraden rechten Seite befindet oder in einer großen Gruppe, die wie ein regelmäßiges Rechteck aussieht.

Schematische Darstellung des Startbildschirm-Layouts

Nutzung von Position, Form, Zusammenstellung und Farbe im Layout des Startbildschirms zum einfachen Finden von Anwendungen

Neben Gruppengrößen und -formen sind noch verschiedene weitere Faktoren bei der Suche nach der gewünschten Kachel hilfreich. Es gibt nun mehrere Attribute, die das Finden von Elementen vereinfachen, etwa, ob es sich um die rechte obere Ecke einer Gruppe handelt (die rote Kachel), um die Kachel, die sich neben der breiten grünen Kachel in der großen Gruppe befindet (die schwarze Kachel), die erste quadratische Kachel auf der Oberseite der großen Gruppe (hellblaue Kachel) oder die letzte Kachel auf dem Startbildschirm (gelbe Kachel). Das gleiche Prinzip gilt für Gruppen von Kacheln. Bei einem Bildlauf kann dank allgemeiner Farben und Formen z. B. die Gruppe identifiziert werden, die Spiele oder neuen Anwendungen enthält.

Räumliche Wahrnehmung durch Evolution erklärt

Aus evolutionstheoretischer Sicht stellt diese Form der Wahrnehmung eine grundlegende, tief in unserem Unterbewusstsein verwurzelte Überlebenstechnik dar. Menschen setzen mehrere Sinne ein, um Reize einzuordnen. Wir müssen jeden Reiz verorten (wo kommt es her?) und zuordnen (wird es mich auffressen?). Der Reiz muss auch in Erinnerung bleiben, um zukünftig aufgearbeitet zu werden und für Vergleiche zur Verfügung zu stehen. Damit dies schnell und flüssig stattfinden kann, müssen genügend Informationen geboten werden, die korrekt ausgewählt und erinnert werden können, um eine problemlose Interpretation des eben wahrgenommenen Reizes zu ermöglichen.

Das mag sich vertraut anhören, ist aber der Grund dafür, dass symbolische Darstellungen tendenziell effizienter sind. Zudem können so von irregulären Mustern visuelle Reize ausgelöst werden, durch die weniger Informationen verarbeitet werden müssen, da an diesem Punkt die sensomotorischen Fähigkeiten einsetzen. Natürlich ist dies auch der Grund dafür, dass große, gleichartig formatierte Textblöcke in einem Menü (oder auf grafischen Schaltflächen) unter Umständen den größten Zeit- und Gedächtnisaufwand erfordern. In diesem für Laien geschriebenen Artikel über Elemente der visuellen Wahrnehmung finden Sie weitere Informationen. Selbstverständlich gibt es auch diverse tiefergehende Fachartikel.

Einige Leser haben übrigens vorgeschlagen, dass wir weniger Abstände und mehr Transparenz einsetzen oder die Ecken abrunden sollten, um das Design grafisch zu "versüßen". Klare Abstände, saubere Kanten und Hintergründe sowie Rechtecke stellen eine wichtige Verbesserung für das Erkennen bestimmter Programme dar. Sie verhindern eine "Überladung" des Gehirns, die Kopfschmerzen und Ähnliches verursachen kann. (Lesen Sie mehr dazu in einer Untersuchung der University of Massachusetts zur so genannten Edge-Enhancement-Illusion oder in diesem Artikel über die Wertigkeit von Farben.) Im Wesentlichen wird das Gehirn durch diese ästhetischen Zusätzen davon überzeugt, dass es mehr Zeit braucht, um die Reize zu "verstehen", anstatt direkt auf die Wahrnehmung zu reagieren.

Verbesserung der Anpassungsmöglichkeiten

Hinsichtlich der Anpassungsmöglichkeiten haben Sie sicherlich mit der Aussage recht, dass das derzeitige Startmenü angepasst werden kann. Mit der von @Ed1p genannten Methode können Order umbenannt, Dateien verschoben und im Grunde die gesamte Anwendungsstruktur des Systems umgestaltet werden. Hierbei können jedoch Deinstallationsmechanismen und benutzer- oder computerspezifische Konfigurationen beschädigt werden. Interessierte Benutzer können auch die Drag & Drop im Startmenü verwenden (wobei jedoch schnell Fehler auftreten).

Dies sind jedoch sehr fortgeschrittene Methoden zur Anpassung des Systems, die sich leider nicht für ein breiteres Kundenspektrum eignen, obwohl dies ursprünglich so gedacht war. Neben dem hohen Zeitaufwand ist dieses Verfahren indirekt, da nicht tatsächlich das Startmenü angepasst wird. Es muss häufig zwischen Explorer-Fenstern und Menü-Flyouts hin und her gewechselt werden, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

Für uns gehört die Personalisierung des Startbildschirms zu den wichtigsten Features, und wir arbeiten fortlaufend an weiteren Verbesserungen. In der Windows Developer Preview kann bereits mit flexiblen Gruppengrößen, dem Entfernen von angehefteten Kacheln und dem Skalieren von breiten Kacheln in quadratische Kacheln experimentiert werden. In der Beta-Version können Sie zusätzlich zum Erstellen, Benennen und Neuanordnen von Gruppen mit weiteren Verbesserungen auf Grundlage dieses Dialogs rechnen.

@drewfus hat auf Folgendes hingewiesen:

"Mit meiner Aussage 'Die Liste der Anwendungen (also Kacheln) ist auf einem PC weder bekannt noch fixiert' habe ich auf die Tatsache angespielt, dass diese Liste nicht konstant bleibt: sie wird mit der Zeit länger. Wichtiger ist jedoch, dass die chronologische Reihenfolge neu hinzugefügter Elemente in keinster Weise mit deren Wichtigkeit übereinstimmt (höchstens zufällig). Und das wirkt sich ständig auf das vorhandene Startbildschirm-Layout des Benutzers aus."

Das ist ein guter Punkt, denn der Satz der Anwendungen wird aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Zeit immer größer, und es kann sein, dass Sie Monate nach dem ersten Einrichten des Startbildschirms neue Anwendungen finden, die Sie häufig verwenden. Unser Ziel ist es, Ihre Möglichkeiten, den Startbildschirm im Griff zu behalten (d. h. Ihre zuvor strukturierte Anordnung nicht durch neu hinzugefügte Anwendungen zu beeinträchtigen und letztere deshalb am Ende zu positionieren) mit der Möglichkeit in Einklang zu bringen, die Anordnung bei Bedarf zu ändern. Das gruppenweise Neuanordnen ist in dem von @drewfus genannten Szenario hilfreich. Da mit der Zeit immer mehr Anwendungen hinzukommen, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die neu hinzugefügten häufig verwendeten Anwendungen am Ende des Startbildschirms befinden. Mithilfe der Neuanordnung ganzer Gruppen ist es für Sie einfacher, eine gesamte Anwendungsgruppe nach vorne zu verschieben, ohne jede Kachel einzeln bewegen zu müssen. Ebenso einfach können bestimmte Anwendungsgruppen zurückgestuft und am Ende positioniert werden.

Offensichtlich war die Developer Preview diesbezüglich unvollständig. Da dies jedoch ein sehr wichtiger Punkt für uns ist, sind wir davon überzeugt, dass wir eine Lösung finden, in der die Flexibilität mit den grundlegenden Verbesserungen, die sich aus der Weiterentwicklung vorheriger Produkte ergeben, vereint werden kann.

Die Möglichkeit, Anwendungen räumlich beliebig anzuordnen, Gruppierungen zur Förderung von Wiedererkennungseffekten zu nutzen und die Kacheln auf dem Bildschirm frei verschieben zu können, sollte gegenüber dem Startmenü eine enorme Verbesserung sein. Wir sind der Überzeugung, dass sich hier in Bezug auf Anordnungen und Anpassungen eine völlig neue Dimension auftut, eine Dimension, die das Arbeiten mit einer sehr großen Anzahl von Anwendungen und Verknüpfungen erheblich vereinfachen wird.

Haben Sie uns von Sprunglisten überzeugt, um sie anschließend abzuschaffen?

@tN0 schrieb:

"Implementieren Sie Sprunglisten in die Live-Kacheln auf dem Startbildschirm. Mit einer Streifbewegung über eine Kachel oder einen Rechtsklick darauf könnte eine Sprungliste geöffnet werden."

Der schnelle Zugriff auf den Inhalt einer Anwendung ist ein großartiges Feature, und wir freuen uns über die große Begeisterung und die zunehmende Verwendung von Sprunglisten unter Windows 7. Auf Grundlage der Sprunglisten haben wir nun etwas Neues für Anwendungen im Metro-Stil entwickelt. Unserer Meinung nach wird dieses Feature noch leistungsfähiger für die Benutzer sein und Anwendungsentwicklern noch umfangreichere Möglichkeiten bieten. Zunächst jedoch ein paar Gedanken zur heutigen Verwendung von Sprunglisten unter Windows.

Aktuelle Verwendung von Sprunglisten

Obwohl die Sprunglisten bei enthusiastischen Benutzern großen Anklang finden, hat ihre Verwendung im Startmenü (z. B. bei zuletzt verwendeten Dokumenten einer Anwendung) nicht so stark zugenommen wie die Verwendung auf der Taskleiste. Während Sprunglisten auf der Taskleiste in 20 % der Sitzungen per Klick geöffnet werden, fallen die Aufrufe von Sprunglisten per Klick im Startmenü mit 1,2 % der Sitzungen eher gering aus. Die Sprunglisten im Startmenü werden von den Benutzern auch aufgerufen, indem sie darauf zeigen (Sprunglisten der Taskleiste werden durch Ziehen aufgerufen). Allerdings können wir mit diesen Zahlen schlecht arbeiten, da es nicht eindeutig ist, ob das Menü gezielt geöffnet wurde oder nur der Mauszeiger lange genug auf ein Element gezeigt hat, um es zu öffnen. Auch wenn die zufällige Aktivierung per Mauszeiger einbezogen wird, werden die Sprunglisten des Startmenüs im günstigsten Fall nur halb so häufig aufgerufen wie die auf der Taskleiste.

Was bedeutet dies für Anwendungen im Metro-Stil?

Angesichts dieser Daten war uns klar, dass es wichtig ist, die Sprunglisten auf der Taskleiste für häufig verwendete Desktopanwendungen beizubehalten. Für die Anwendungen im Metro-Stil haben wir uns jedoch weitere Anpassungsmöglichkeiten zum Ziel gesetzt. Der Nachteil der bisherigen Sprunglisten besteht in deren Begrenzung auf die Elemente, mit denen Windows am besten umgeht: Dateien. Dies genügt für Anwendungen, die im Wesentlichen auf Dateien ausgerichtet sind. Allerdings bewegen sich heutige Anwendungen eher weg vom Dateiprinzip und hin zu gehostetem Inhalt. Das Konzept der Sprunglisten für Dokumente verliert daher an Bedeutung.

Anstatt die Dateistruktur weiterzuentwickeln, setzen wir mit den Anwendungen im Metro-Stil mehr auf die Orientierung an den Anwendungen selbst. Für eine Anwendung ist klar, was für ein Inhalt gehostet wird: unabhängig davon, ob es sich um einen RSS-Feed, ein Album, einen Score-Tracker oder um das Profil einer Person handelt, bietet eine Anwendung dem Benutzer einen wesentlich schnelleren Zugriff auf den entsprechenden Inhalt. Dieser Inhalt hat keinen Bezug zu Dateien des Windows-Systems; seine Eigenschaften sind in der Anwendung selbst verankert. Wir haben das Prinzip der Sprunglisten erweitert, um Verknüpfungen mit einem höheren semantischen Gehalt bereitzustellen.

Wir möchten jedoch vermeiden, dass verschiedene Listen häufig verwendeter Elemente verwaltet werden müssen. Der Startbildschirm soll Ihr persönlicher Ort für das Ablegen Ihrer Lieblingsanwendungen sein. Bei den sekundären Kacheln sind wir davon ausgegangen, dass es den Wunsch nach einem schnellen Zugriff auf die für die Arbeit erforderlichen Anwendungsinhalte über einen einzelnen, vertrauten Ort gibt. Mithilfe dieses Features können Benutzer für alle Anwendungen im Metro-Stil eine neue Kachel auf dem Startbildschirm anheften, mit der zu einem beliebigen Teil der Anwendung navigiert werden kann. Es kann sich zudem um Live-Kacheln handeln, die Updates des jeweiligen Inhalts bieten. Es spricht nichts dagegen, dass auf Dateien ausgerichtete Anwendungen diese Funktion auch für Dateien bereitstellen können. Anhand der Benutzerdaten wissen wir, dass häufig verwendete Dokumente bewusst und sorgfältig erneut verwendet werden. Daher sind MRU-Menüs (Most Recently Used) mit angehefteten Dateien in Office-Anwendungen und auf der Taskleiste sehr beliebt. Dies wird durch die Unterstützung, die wir den Entwicklern anbieten, vereinfacht.

Ich kann auf meinem Startbildschirm beispielsweise eine Social Network-Kachel für meine beste Freundin anheften, um über ihre Updates auf dem Laufenden zu bleiben. Oder ich kann den xkcd-Feed meines RSS-Readers nachverfolgen. Oder ich kann genau wie mit einer Sprungliste schnell zu einer Wiedergabeliste springen, die ich morgens hören möchte. Wir erwarten, dass auch in Unternehmensanwendungen solche "Deeplinks" zu bestimmten Computern für Überwachung, Kontoinformationen und andere Ausnahmebehandlungen zum Einsatz kommen (wie am Beispiel unserer Anwendung zur Fehlernachverfolgung erläutert). Dies alles kann vom Startbildschirm aus genutzt werden. Dabei werden alle aufgeführten Anwendungen gemeinsam mit anderen organisiert, die ich gerne verwende, sodass ich über einen schnellen Zugriff auf die gewünschten Inhalte verfüge.

Aufbauen auf sekundäre Kacheln

Wir engagieren uns auch weiterhin, Entwicklern von Anwendungen im Metro-Stil das Bereitstellen von persönlichen und umfangreichen Inhalte mithilfe von Live-Kacheln zu ermöglichen. Sekundäre Kacheln können Sie Ihren Computer personalisieren und benutzerfreundlich gestalten. Wir ergänzen unseren Katalog mit noch mehr Vorlagen für Live-Kacheln, um die Entwickler beim Umsetzen von weiteren Szenarien zu unterstützen.

Handelt es sich hierbei letztlich nicht um ein Problem der Benutzerfreundlichkeit?

@mt327000 schrieb:

"All die Nachfragen nach der Rückkehr des klassischen Startmenüs sind nicht nur einfache Klagen über Veränderungen. Ich empfinde den neuen Startbildschirm tatsächlich als weniger effizient als das Startmenü. Ich gebe zu, dass einige Kommentare dieses Blogs zu weit gehen und recht unsachlich daherkommen. Wenn man jedoch aus wissenschaftlicher Sicht die Benutzerfreundlichkeit von Windows 7 und Windows 8 hinsichtlich der Klickanzahl misst, gewinnt Windows 7 mit links. Hierbei handelt es sich nicht einfach um Gemecker, sondern um ein wirkliches Problem mit der Benutzerfreundlichkeit, das Microsoft hoffentlich beheben wird."

Es muss festgehalten werden, dass die Effizienz, also die zum Abschließen einer Aufgabe erforderliche Zeit, beim Entwurf von entscheidender Bedeutung ist. Wir sprechen niemals von "am wichtigsten", da wir beim Entwerfen der Funktionsweise eines Features eine breite Palette an Attributen beachten (Ressourcennutzung, Zuverlässigkeit, Barrierefreiheit, Lokalisierbarkeit, Sicherheit, Training, Erkennbarkeit usw.). Bei der Arbeit an der Verbesserung unserer Produkte sowohl in Sachen Effizienz als auch bei der Benutzerfreundlichkeit berücksichtigen wir für die Benutzeroberfläche verschiedene Faktoren, z. B. (unter anderem) die Navigationsstrecke der Maus, die Zielgröße, die Lade- und Analysedauer sowie die Anzahl der Mausklicks. Bei jeder Änderung sind Effizienzgewinne und -verluste möglich, wir bemühen uns jedoch, unter Berücksichtigung aller Faktoren einen Effizienzgewinn zu erzielen.

Ein häufiger Tenor in den Kommentaren war die unmittelbare Ablehnung von Änderungen, da diese die Produktivität auf eine Weise beeinträchtigten, die nicht wieder hereinzuholen sei. Eine Analogie, die wir häufig bemühen, bezieht sich auf Verbesserungen im Straßenverkehr, z. B. durch neue Spuren oder Ausfahrten. Derartige Projekt sind mitunter auf Jahre ausgelegt, und wir alle ärgern uns über die während des Baus verlorene Zeit. Wenn das Projekt jedoch abgeschlossen ist, profitieren wir und alle anderen Verkehrsteilnehmer täglich von der neuen Straße. Der Effizienzgewinn kommt also allen derzeitigen und zukünftigen Reisenden zugute. Dies geht zwar kurzfristig auf Kosten der aktuellen Benutzer, ganzheitlich betrachtet handelt es sich jedoch um eine Verbesserung für alle. In der Bauphase sitzen wir jedoch alle da und rechnen nach, ob wir die verlorene Zeit jemals wieder hereinholen können. Diese Bedenken bekommen wir nun zu hören. Anders als im Straßenbau entwickeln wir unsere Änderungen an Windows so, dass sich diese innerhalb von Stunden, Tagen oder möglicherweise Wochen für alle auszahlen. Wenn bei Verbesserungen im Straßenverkehr die Prämisse gelten würde, dass niemand auch nur für kurze Zeit Einschränkungen hinnehmen muss, gäbe es niemals Verbesserungen, sondern die Straßennutzung würde für alle immer schwieriger. Mit Windows stehen wir vor derselben Herausforderung: Wir müssen das Produkt für neue Verwendungsarten und Hardwarefunktionen verbessern, was eine gewisse Übergangszeit bedingt. Wie beim Straßenbau werden dabei nicht alle Strecken gleichzeitig offen und in Betrieb gehalten. Zum Glück jedoch können Sie anders als beim Bau den eigenen Computer steuern und sich zu gegebener Zeit für den Wechsel entscheiden. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, da wir uns einen Mindestlebenszyklus von zehn Jahren zum Ziel gesetzt haben.

Ein kleines Beispiel für diesen Effizienzgewinn ist die Möglichkeit, die Windows-Taste zu drücken und unmittelbar mit der Eingabe zu beginnen, um eine Anwendung zu suchen. Obwohl das Suchfeld nicht auf dem Bildschirm angezeigt wird, können Sie sofort mit dem Tippen anfangen und auf diese Weise effizient nach Anwendungen suchen. Unsere Entwurfsentscheidung bringt es mit sich, dass es etwas dauern kann, bis dieses Feature entdeckt wird. Anschließend bietet es jedoch einen großen Effizienzgewinn. In der Praxis wird das Feature in der Regel innerhalb der ersten Stunden mit Windows 8 erkannt. Dies ergaben die Tweets zur Verwendung der Developer Preview. Selbst wenn dies nicht der Fall ist, kann nach wie vor auf den Suchbefehl zugegriffen werden, der mit dem Bearbeitungssteuerelement nur zwei Klicks entfernt ist. Zudem bietet die übersichtlichere Benutzeroberfläche weitere Effizienzgewinne für alle.

Mausklicks und -navigationsstrecken

Bei den Diskussionen über die Effizienz gab es eine Reihe von Threads mit Kommentaren zur Anzahl der Mausklicks und der Navigationsstrecke der Maus. Obwohl es sich hierbei um wichtige Messinstrumente hinsichtlich der Effizienz handelt, darf auch der für diese Gleichung wichtige Faktor der Zielgröße nicht vernachlässigt werden. Viele von Ihnen kennen bereits Fitts' Gesetz. Dennoch wollen wir es hier noch einmal kurz zusammenfassen und seine Bedeutung für Software erläutern.

Fitts' Gesetz wurde nach Paul Fitts benannt, einem Psychologen an der Ohio State University, der auch über Fliegererfahrung verfügte. Er forschte an der Entwicklung von ergonomischen Cockpits und erstellte ein Modell, um vorauszuberechnen, wie schnell eine Person einen physischen Schalter erreichen kann. Bald darauf wurde sein Modell auf Software übertragen, um nachzuverfolgen, wie schnell ein Benutzer mit der Maus auf Bildschirmelemente zeigen kann.

Die mathematische Formel ist etwas kompliziert, die Grundprämisse lautet jedoch in etwa wie folgt:

  • Je weiter ein Ziel entfernt ist, desto länger dauert es, mit der Maus darauf zu zeigen.
  • Je kleiner ein Ziel ist, desto länger dauert es, mit der Maus darauf zu zeigen.

Folglich handelt es sich bei der Geschwindigkeit eines zielgerichteten Mausklicks um einen Faktor aus Größe und Entfernung:

 Kleine Kachel: Diese Kachel befindet sich in der Nähe, ist jedoch klein, sodass bei der Navigation eine größere Genauigkeit erforderlich ist. Große Kachel: Diese Kachel ist weiter entfernt, jedoch größer, sodass beim Navigieren weniger Genauigkeit erforderlich ist, was das Klicken vereinfacht und beschleunigt.
Je näher das Ziel, desto schneller treffen Sie es. Je größer das Ziel, desto schneller treffen Sie es.

Eine verbreitete Formel für den etwas mathematischeren Vergleich zweier Ziele ist die Shannon-Formel:

T = a + b log 2 (1 + D/W)

Wobei:

  • T ist die durchschnittliche Zeit bis zum Erreichen des Ziels.
  • a undb sind durch lineare Regression ermittelte empirische Konstanten.
  • D ist die Entfernung zwischen dem Startpunkt und der Mitte des Ziels.
  • W ist die Breite des Ziels entlang seiner Drehachse (wie nahe Sie sich dem Ziel nähern müssen, um dieses erreichen zu können.)
Was bedeutet Fitts’ Gesetz für Windows 8?

Eine der offensichtlichsten Möglichkeiten der Umsetzung dieses Gesetzes in Windows 8 ist die Schaltfläche "Start". Obwohl die Kategorien für die Touch-Oberfläche optimiert wurden (sodass auf die Schaltfläche "Start" mit einer Streifbewegung vom rechten Bildschirmrand aus zugegriffen werden kann), haben wir für die Mausbenutzer das Konzept eines Steuerelements in der linken unteren Ecke beibehalten. Die Ecken werden im Rahmen von Fitts' Gesetz als unendlich breit definiert, sodass Steuerelemente an diesen Stellen am einfachsten zu erreichen sind. Die Effizienz der Schaltfläche "Start" hat für unsere Benutzer einen hohen Stellenwert. Daher wollten wir diese beim Erstellen eines neuen Benutzeroberflächenparadigmas unter allen Umständen beibehalten.

Das andere offensichtliche Beispiel für die Umsetzung von Fitts' Gesetz ist der Startbildschirm. Im Allgemeinen sind Kacheln weiter von Ihrem Mauszeiger entfernt als die Einträge des Startmenüs. Sie sind jedoch größer, sodass der entfernungsbedingte Effizienzverlust nicht nur ausgeglichen, sondern sogar umgekehrt wird.

Am Beispiel von Desktopbildschirmen kontrollierten wir auf einem gemeinsamen Gerät die Konstanten a und b und änderten D und W anhand der Ziele im Startmenü und auf dem Startbildschirm, um die Geschwindigkeit für das Erreichen einer Anwendungsverknüpfung zu berechnen. Anschließend stellten wir mithilfe eines Wärmebilds die Ergebnisse bildlich dar und kamen zu folgenden Vergleichen:

 Startmenü mit darüber gelegtem Wärmebild. Die oben angeordneten Elemente (am weitesten von der Maus entfernt) sind in rot, die Elemente in der Mitte in gelb und die unten angeordneten (in größter Nähe zur Maus) in grün dargestellt.
Wärmebild der benötigten Zeit zum Erreichen von Elementen im Startmenü über die Schaltfläche "Start"
(grüne Elemente werden am schnellsten erreicht, rote am langsamsten)

 Wärmebild der benötigten Zeit zum Erreichen von Kacheln auf dem Startbildschirm über die Schaltfläche
Wärmebild der benötigten Zeit zum Erreichen von Kacheln auf dem Startbildschirm über die Schaltfläche "Start"
(grüne Kacheln werden am schnellsten erreicht, rote am langsamsten)

Wenn man die (durch die weiße Linie abgegrenzten) grünen Elemente vergleicht, so sind diese auf dem Startbildschirm (mit 17 Kacheln) deutlich häufiger vertreten als im Startmenü (2 Anwendungen). Es befinden sich auf dem Startbildschirm also mehr Elemente, die sich schneller erreichen lassen.

Im Startmenü ist das oberste Element (bei dem es sich in der Regel um die am häufigsten verwendete oder Ihre angeheftete Lieblingsanwendung handelt) ungünstigerweise näher am Dunkelrot. Listen werden in der Regel von oben nach unten sortiert. Dieser Logik folgt auch das Startmenü. Um jedoch tatsächlich die Effizienz in den Vordergrund zu stellen, hätte die Reihenfolge an dieser Stelle umgekehrt werden müssen. Auf dem Startbildschirm kann jedoch die untere linke Kachel am einfachsten mit der Maus erreicht werden – einfacher noch als jedes Element des Startmenüs.

Elemente oben im Startmenü sind rot dargestellt, da es länger dauert, sie zu erreichen. Unten angeordnete Elemente sind grün dargestellt, da diese in kürzerer Zeit erreicht werden. Elemente in der unteren linken Ecke werden grün dargestellt, da sie leicht zu erreichen sind. Elemente oben rechts werden gelb dargestellt, da es länger dauert, sie zu erreichen. 
Die am häufigsten verwendete Anwendung ist im Startmenü weiter entfernt als auf dem Startbildschirm.

Im Lauf einiger Monate waren viele Schritte erforderlich, um die endgültige Größe und Form der Kacheln zu ermitteln. Wie Sie sich vorstellen können, gingen wir viele Möglichkeiten durch und untersuchten diese im Labor. Wir baten Testpersonen, auf unterschiedlichste Schaltflächen zu klicken, und kamen uns dabei wie Fitts beim Optimieren eines Cockpitdesigns vor. Die Mausentfernung (und Berührungszielgröße) war dabei nur einer von vielen Faktoren. Wir berücksichtigten darüber hinaus die folgenden Punkte, um die Kachelgröße zu bestimmen:

  • Bildschirmgröße – Wie viele Anwendungen sollten auf einer Seite des Bildschirms auf den verschiedenen Monitoren angezeigt werden?
  • Format – Wie wirkt sich Ihre Verwendung abweichender Formate auf die erforderliche Größe von Elementen aus (z. B. wenn Sie mit einem Tablet auf der Couch sitzen im Vergleich zu einem weiter entfernten Bildschirm auf Ihrem Schreibtisch)?
  • Sucheffizienz – Wie können wir für ausreichend Freiraum sorgen, damit Inhalte leicht gefunden werden können, ohne auf eine ausreichende Dichte und hilfreiche Informationen zu verzichten?
  • Layout – Welches Layout eignet sich am besten für das Durchsuchen eines Inhaltsrasters, und in welchem Verhältnis sollten unterschiedliche Kachelgrößen im Sinne einer einfacheren Analyse zueinander stehen?
  • Raum für Live-Inhalte und Anwendungsbranding – Die Kacheln müssen groß genug sein, um sinnvolle Informationen zu enthalten, jedoch nicht so groß, dass zu viele unübersichtliche Informationen angezeigt werden. Hierbei ist zudem zu berücksichtigen, dass Anwendungen ohne unnötigen Bildlauf gestartet werden können.
  • Optisch ansprechende Formen – Die Kacheln und das sich daraus auf der Seite ergebende Layout müssen optisch ansprechend sein.

Hierbei handelt es sich nur um einige Beispiele der Fragen, mit denen wir uns beim Entwurf der Kachelgröße und der Dichte des Startbildschirms beschäftigten. Das Endergebnis ist unser Versuch, die Effizienz der Mausbewegung, das Zielen mit der Maus, die Suche sowie die Möglichkeit, in verschiedenen Formaten und Bildschirmgrößen Live-Daten auf einen Blick erfassen zu können, so zu vereinen, dass ein leistungsstarkes und effizientes System entsteht.

Wie viele Klicks sind tatsächlich erforderlich?

Wie Alice in einem früheren Blogbeitrag bereits erwähnte, wird das aktuelle Startmenü hauptsächlich zum Starten weniger häufig verwendeter Anwendungen verwendet, da die Benutzer häufiger verwendete Anwendungen über die Taskleiste oder den Explorer öffnen. Tatsächlich erfolgen mittlerweile 88 % der Anwendungsaufrufe außerhalb des Startmenüs. Stattdessen erfolgen die meisten Starts über die Taskleiste (41 %), und die übrigen verteilen sich auf Explorer und Desktop (47 %). Daher war uns klar, dass das Startmenü langsam an Nutzwert verliert, und wir die Gelegenheit zur Neugestaltung hatten, um den Nutzen und die Funktionalität zu verbessern. Diskussionstechnisch möchten wir daher vermeiden, zu viel Energie für das Erörtern dieses "Langzeitnutzungsfalls" aufzuwenden.

Sobald wir jedoch das alte Paradigma hinter uns gelassen hatten, lautete die nächste Frage: Wie können wir dieselben Aufgaben ohne zusätzliche Klicks abschließen? Wir behielten diesen Punkt während des gesamten Entwicklungsprozesses im Auge und betrachteten anhand unseres Entwurfs einige Aufgaben, um diese Klick für Klick zu vergleichen.

Starten einer häufig verwendeten oder angehefteten Anwendung

Wie viele Klicks sind erforderlich, um eine Anwendung auf der linken Seite des Startmenüs zu öffnen?

Wenn wir davon ausgehen, dass sich Ihr bevorzugtes Programm unter Windows 7 im linken Bereich des Startmenüs befindet, benötigen Sie zwei Klicks: einen für die Schaltfläche "Start" und einen für die Anwendung selbst. Uns war es wichtig, diesen Wert für den Startbildschirm beizubehalten, damit Sie eine Anwendung auf der ersten Seite des Startbildschirms ebenfalls mit zwei Klicks starten können.

Die Anzahl der Anwendungen, die von diesem "2-Klick-Vorteil" profitieren, unterscheidet sich jedoch zwischen den beiden Benutzeroberflächen. In der Standardeinstellung bietet das Startmenü 2-Klick-Zugriff auf zehn Ihrer bevorzugten Anwendungen sowie auf zehn spezielle Ordner, die von Windows hinzugefügt, jedoch nicht sehr häufig verwendet werden. Von diesen Element wird der Ordner "Computer" am häufigsten verwendet, und zwar in etwa 8 % der Sitzungen. Die Werte der anderen Ordner fallen deutlich geringer aus. Obwohl in diesem Bereich des Startmenüs einige eingeschränkte Anpassungen möglich sind, behalten 81 % der Heimnutzer die Standardeinstellung bei.

Im Vergleich hierzu kann auf dem Startbildschirm auf weitaus mehr Anwendungen mit zwei Klicks zugegriffen werden, und Sie können das gesamte Bildschirmlayout steuern. Wenn Sie keine Verknüpfung zu Hilfe und Support wünschen, legen Sie diese nicht dort ab, sondern verwenden Sie den Platz für Ihre bevorzugte Anwendung. Zudem wächst die Anzahl der entsprechenden Anwendungen mit der Größe Ihres Bildschirms. Nebenbei bemerkt haben wir die Anpassung bedeutend vereinfacht, sodass Sie beim Organisieren nicht mehr auf "Programme hinzufügen/entfernen" stoßen. Im Folgenden können Sie nachvollziehen, wie viele Kacheln Sie je nach Bildschirmgröße auf einer Seite anordnen können.

Format

Größe (Zoll)

Auflösung(en)

Anzahl der Kacheln auf einer Seite des Startbildschirms

Anzahl der Elemente im Startmenü

Slate

10,1

1366 x 768
1920 x 1080

12 breit oder
24 quadratisch

10

10,6

1366 x 768
1920 x 1080

12 breit oder
24 quadratisch

10

11,6

1366 x 768
1920 x 1080

12 breit oder
24 quadratisch

10

Laptop

12,1

1280 x 800

16 breit oder
32 quadratisch

10

12,1

1366 x 768

20 breit oder
40 quadratisch

10

13

1366 x 768

20 breit oder
40 quadratisch

10

13,3

1440 x 900

25 breit oder
50 quadratisch

10

Desktop

21,5

1920 x 1080

36 breit oder
72 quadratisch

10

23

1920 x 1080

36 breit oder
72 quadratisch

10

27

2560 x 1440

42 breit oder
84 quadratisch

10

Skalierung des Startbildschirms auf größeren Bildschirmen im Vergleich zum Startmenü

Nicht nur die Anzahl der angezeigten Anwendungen, sondern auch die Logik der nach einem Klick auf die Schaltfläche "Start" Elemente hat sich geändert. Im Startmenü werden die angezeigten am häufigsten verwendeten Anwendungen heuristisch berechnet. Diese komplizierte Heuristik ist leider mitunter fehlerbehaftet, sodass die angezeigten Anwendungen im Laufe der Zeit variieren. Dies hat eine gewisse Unvorhersehbarkeit des Startmenüs zur Folge. Auf dem Startbildschirm hingegen wird mehr Wert auf Benutzersteuerung und Vorhersehbarkeit gelegt, sodass Anpassungen gefördert werden und besser bestimmt werden kann, wo sich die einzelnen Elemente befinden – ein Entwicklungsziel, dem wir auch beim Entwurf für die Taskleiste gefolgt sind.

Starten einer Anwendung in der Liste "Alle Programme"

Die Anzahl der Klicks zum Starten einer Anwendung in der Liste "Alle Programme" ist von der zu startenden Anwendung abhängig (ist diese näher bei A oder Z?) Wenn wir ganz allgemein einen Benutzer betrachten, der auf seinem System einige Programme installiert hat, sieht der wahrscheinliche Ablauf in etwa wie folgt aus:

Schaltfläche "Start" –> Schaltfläche "Alle Programme" –> Schaltfläche der Bildlaufleiste –> Erweitern des Ordners der gewünschten Anwendung (hoffentlich der richtige Ordner) –> Anwendung = 5 Klicks

Auf dem Startbildschirm weicht der Ablauf ab und sieht für das gleiche Szenario in etwa folgendermaßen aus:

Schaltfläche "Start" –> Mauszeiger über die Ecke bewegen –> Schaltfläche "Suchen", um das Anwendungsfenster zu öffnen –> Bildlaufleiste –> Anwendung = 5 Klicks

Bei diesem Vergleich ist mit "Alle Programme" und dem Anwendungsfenster dieselbe Anzahl an Klicks erforderlich, sofern direkt der richtige Startmenüordner erweitert wurde. Da Sie mit dem Startbildschirm Ihren Bildschirm besser ausnutzen, müssen Sie zum Suchen der Anwendung sehr wahrscheinlich die Bildlaufleiste nicht verwenden, sodass in Windows 8 nur vier Klicks erforderlich sind. So wird deutlich, dass auch andere Aufgaben, wie z. B. das Starten eines der Elemente auf der rechten Seite des Startmenüs (z. B. die Systemsteuerung oder "Computer") auf beiden Benutzeroberflächen dieselbe Anzahl an Klicks erfordern.

Dieselben Ergebnisse gelten entsprechend auch für Tastaturanschläge. Wir haben sorgfältig darauf geachtet, die bisherigen Werte zumindest beizubehalten und in vielen Fällen zu verbessern.

Starten von anderen Stellen des Systems aus

Wie bereits erwähnt erfolgen 88 % der Anwendungsstarts nicht über das Startmenü. Die übrigen Starts erfolgen über die Taskleiste, den Explorer und den Desktop und unterliegen unter Windows 8 keinen Änderungen. Der Vollständigkeit halber sollte jedoch erwähnt werden, dass ein einmaliger zusätzlicher Klick erforderlich ist, um beim Starten des Computers die Taskleiste oder den Desktop anzuzeigen, da nach dem Hochfahren des Computers zunächst nur der Startbildschirm angezeigt wird. Im Großen und Ganzen wirkt sich dieser eine Klick zum Anzeigen des Desktops angesichts all der Klicks im Rahmen einer Arbeitssitzung nicht auf die Gesamteffizienz aus. Da wir aber zu diesem Punkt einige Fragen erhalten haben, möchte ich kurz darauf eingehen, warum wir so vorgehen.

Da es sich beim Startbildschirm um ein Startprogramm (und gegebenenfalls ein Umschaltprogramm) sowohl für Metro-Stil- als auch Desktopanwendungen handelt, wird beim Einschalten des Computers direkt der Startbildschirm geöffnet. Es handelt sich um Ihre neue Ausgangsbasis. Dadurch können Sie auswählen, welche Anwendung Sie zuerst starten möchten – eine Desktopanwendung oder eine Anwendung im Metro-Stil. Zudem können Sie ein Dashboard mit aktuellen Updates Ihrer bevorzugten Anwendungen sehen, ohne diese starten zu müssen, bevor Sie sich Ihren alltäglichen Aufgaben widmen. Ich weiß, dass sich einige Kommentatoren gegen die Anzeige solcher Benachrichtigungen oder eines Dashboard ausgesprochen haben. Dazu möchten wir zwei Dinge anmerken.

Zum einen wurde selbst in diesen Kommentaren auf die Wichtigkeit von Benachrichtigungsanwendungen oder Gadgets hingewiesen.

Zum anderen handelt es sich um eine Developer Preview, sodass wir alle feststellen müssen, dass einfach noch nicht allzu viele Anwendungen im Metro-Stil verfügbar sind. Daher neigen wir ganz natürlich dazu, zum Desktop zu wechseln, sodass unser Startpunkt wenig sinnvoll erscheinen mag. Sobald Ihr Computer jedoch mit von Ihnen geschätzten Anwendungen voll gepackt ist, werden Sie den Sinn erkennen. Wenn Sie jedoch weiterhin hauptsächlich Desktopanwendungen verwenden möchten, können Sie dies einfach umsetzen, indem Sie auf die Desktopkachel klicken und die Taskleiste verwenden. Zudem können Sie den Startbildschirm so anpassen, dass Ihre bevorzugten Desktopanwendungen zu Beginn des Startbildschirms angezeigt werden und Sie diese direkt starten können. Dies sollten Sie unbedingt berücksichtigen: Heute wechseln Sie möglicherweise zum Desktop, um direkt auf die Taskleiste zuzugreifen. Sie können die Taskleistenanwendungen jederzeit in den Startbildschirm integrieren und diese von dort starten (oder umschalten). Alternativ können Sie dort nur die stets zuerst verwendete Anwendung an einer nach Fitts' Gesetz günstig gelegenen Stelle ablegen. Zudem sollten wir nicht vergessen, dass auch durch das Anmelden über einen gesperrten Bildschirm (im Hinblick auf die Klickanzahl) Einsparungen zu erwarten sind, die sich unmittelbar auf den Gesamtablauf auswirken und den zusätzlichen Tastendruck wettmachen.

Wie werden wir die Starteffizienz weiter verbessern?


Während wir weiter auf den Ergebnissen der Windows Developer Preview aufbauen, behalten wir die Effizienz stets genau im Blick. Ausgehend von Ihrem Feedback wird die Navigation zu "Alle Programme" weiter vereinfacht, indem Sie direkt zum Anwendungsfenster wechseln, wenn Sie auf dem Desktop auf "Suchen" klicken. Dadurch entfällt potenziell ein weiterer Schritt bei dieser Aufgabe, sodass das Öffnen einer Anwendung über den Desktop in Windows 8 im Vergleich zu Windows 7 noch effizienter wird. Auch erhöhen wir die Anzahl der Kachelzeilen für große Bildschirme, damit Sie noch mehr Ihrer bevorzugten Anwendungen näher zu Ihrer Maus bringen und noch schneller starten können.

Letztlich ist es unser Ziel, Ihnen mit dem neuen Startbildschirm zu mehr Effizienz zu verhelfen. Diese Art von Analysen ist im Allgemeinen schwierig, da wir nicht Äpfel mit Äpfeln vergleichen. In einigen Fällen entsteht ein Verlust aufgrund der Mausentfernung, während in anderen durch die Zielgröße ein Gewinn erzielt wird. Mitunter kann die räumliche Aufteilung oder Farbe das Finden einer Anwendung vereinfachen, in anderen Fällen lässt sich einfacher auf eine Anwendung klicken, je näher sie bei der Maus ist. Der Effizienzgewinn des Startbildschirms erfolgt möglicherweise nicht auf eine Ihnen vertraute Weise, und es gibt möglicherweise sogar einige unerwartete Effizienzgewinne (so ist z. B. eine Live-Kachel, in der Ihnen ohne ein Öffnen der Anwendung der aktuelle Aktienkurs angezeigt wird, ein Effizienzgewinn, der quantitativ nur schwer zu messen ist). Wir testen die Effizienz der neuen Benutzeroberfläche fortlaufend und arbeiten weiterhin an Verbesserungen.

Wenn Sie es bis hierher geschafft haben, fragen Sie sich möglicherweise, warum wir all diese Themen in einen so langen Beitrag gepackt haben. Doch haben wir nach wie vor nicht auf das gesamte Feedback und alle Fragen geantwortet. Wir möchten die noch nie da gewesene Transparenz beim Entwickeln von Windows weiter ausbauen und Sie an der Entwicklung des Produkts teilhaben lassen. Mittlerweile dürfte klar sein, dass die Entwicklung von Windows 8 ein komplexes Unterfangen mit unzähligen Variablen, Entscheidungen und Daten ist, deren Berücksichtigung selbst bei kleineren Änderungen sehr aufwändig sein kann. Wir freuen uns über den Dialog mit Ihnen ebenso wie über die Gelegenheit, die Vielschichtigkeit der Entwicklungsarbeit für Windows zu beschreiben. Das gesamte Windows-Team widmet seine Fachkenntnisse der Entwicklung eines großartigen Produkts. Daher stellt die Möglichkeit, mit enthusiastischen und kenntnisreichen Personen über die Details unserer Arbeit zu sprechen, eine zusätzliche Motivation dar.

--Marina Dukhon

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