Als Reaktion auf unseren letzten Beitrag und die entsprechenden Kommentare und Diskussionen möchten wir an dieser Stelle einige häufig gestellte Fragen zu beantworten. Daher hat Bernardo diese zusammengestellt, um alle Aspekte hier zusammenzuführen. Einige Punkte sind möglicherweise recht grundlegend. Da in den Kommentaren jedoch sehr viele Themen angesprochen wurden, erschien es uns sinnvoll, von Grund auf vorzugehen. –Steven


Welche Codecs sind für die Wiedergabe einer DVD erforderlich?
Bei Codecs handelt es sich um Software, mit der digitale Mediendateien wie z. B. Songs oder Videos komprimiert oder dekomprimiert werden. Für die terrestrische (per Funk), Kabel- und direkte Übertragung von digitalen Fernsehsignalen für Satelliten-TV-Systeme und DVD-Videos wird als Format sehr häufig MPEG-2 verwendet. Dolby Digital ist der verbreitete Audiostandard für die terrestrische (ATSC, per Funk), Kabel- und direkte Übertragung für Satelliten-TV-Systeme und DVD-Videos. Auch für Blu-Rays ist Dolby Audio ein erforderliches Format.


Wie wurde unter Windows vor Windows 8 mit der Decoderlizenzierung für DVDs umgegangen?
Das Thema der zunehmenden Kosten für Codecs im Zusammenhang mit der Wiedergabe von DVDs ist unter Windows nicht neu. Unter Windows XP und Windows Vista wurden hierfür Sondereditionen wie z. B. Windows Media Center Edition sowie Codec-Add-Ons für Windows Media Player angeboten. Die DVD-Wiedergabe war in den Editionen Windows Vista Starter, Home Basic, Business und Windows Vista Enterprise nicht enthalten. OEMs (Computerhersteller) konnten Windows Vista Starter, Home Basic und Business "mit DVD" lizenzieren. Hierfür boten wir eine Version mit einem entsprechend höheren Preis an, die den Dolby Digital-Codec enthielt, um dem Betriebssystem die Unterstützung von DVD-Wiedergabe zu ermöglichen. Bei Windows 7 entschieden wir uns dafür, diese Codecs für die meisten Editionen mit Ausnahme der Editionen Windows 7 Home Basic (auf einigen Wachstumsmärkten erhältlich) und Windows 7 Starter (für Netbooks und einige Wachstumsmärkte erhältlich) verfügbar zu machen. Daher wurden für die DVD-Wiedergabe unter Windows 7 weitgehend Lizenzgebühren entrichtet, unabhängig davon, ob der Computer über ein optisches Laufwerk verfügte. In Anbetracht der Verkäufe und Nutzung wurden Codecs auf einer großen Anzahl von Computern bereitgestellt, auf denen keine DVDs wiedergegeben konnten oder wurden.


Wer bezahlt die Decoder-Lizenzgebühren im Zusammenhang mit der DVD-Wiedergabe auf PCs?
In der Regel unterliegen Mediencodecs dem Urheberrecht oder Patenten von Verbänden oder Unternehmen für Unterhaltungselektronik. Daher müssen Unternehmen, die Produkte mit diesen Codecs verkaufen möchten, den Inhabern der Urheberrechte Lizenzgebühren zahlen. Dabei kann es sich um einzelne Unternehmen (z. B. Dolby Laboratories) oder häufig auch um Lizenzagenturen (z. B. MPEG-LA) handeln, die die Lizenzierung für eine Reihe von Urheberrechtseigentümern unter bestimmten Bedingungen verwaltet. Die Bestimmungen hinsichtlich der für die Lizenzgebühren zahlungspflichtigen Partei weichen je nach Lizenzierungsprogramm ab. Im Rahmen des MPEG-LA-Programms ist das Unternehmen, das das Endprodukt liefert, für die Bezahlung verantwortlich. Im Fall eines neuen PCs mit vorinstalliertem Windows ist dies der entsprechende OEM. Das Dolby-Programm für Windows 7 wurde im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Dolby und Microsoft so geregelt, dass Microsoft Dolby direkt für die Nutzungsrechte von in Windows 7 integrierten Dolby-Technologien bezahlte. Die Lizenzgebühren werden auch von unabhängigen Softwareherstellern (Independent Software Vendors, ISVs) entrichtet, die diese Technologien für ihre Anwendungen verwenden. Dies gilt auch, wenn diese Anwendungen im Bundle mit neuen Systemen vertrieben werden. Aus diesem Grund werden in vielen Fällen die gleichen Lizenzgebühren für einen PC mehrfach bezahlt (Microsoft, der OEM und der ISV zahlen jeweils). Unter Windows 8 sind auch weiterhin einige durch MPEG-LA und Dolby lizenzierte Technologien enthalten, die von OEMs bezahlt werden. Dies gilt jedoch nur für die Anzeige von Onlinemedien (z. B. MPEG-2-Container für H.264, Dolby Digital Plus-Audio) und nicht für entsprechende optischen Medien. Die Kosten für diese Codecs sind geringer, im Vergleich zu denen für die Wiedergabe optischer Medien jedoch wesentlich. Zudem können diese Technologien ohne zusätzliche Kosten als Komponente der Windows 8 Media Foundation-APIs in Windows 8-Apps verwendet werden, sofern diese nicht über Funktionen für optische Medien oder Übertragungen verfügen.


Wie hoch sind die durch die Wiedergabe von DVDs im PC-Ökosystem entstehenden Kosten?
Für die Wiedergabe von DVDs sind in der Regel MPEG-2-Videokomprimierung und Dolby Digital Audio (AC-3) erforderlich. Obwohl andere Formate verwendet werden können, sind die meisten im Handel erhältlichen DVDs in diesen Formaten codiert. Zum Decodieren dieser Formate muss das Wiedergabegerät für die Verwendung dieser Decoder lizenziert sein. Der MPEG-2-Decoder kostet unter den derzeitigen MPEG-LA-Bestimmungen 2 US-Dollar pro Einheit. Die Dolby-Lizenz stellt einen zusätzlichen Kostenfaktor dar, der abhängig von der lizenzierten Technologie, dem Gerätetyp und der Menge an Einheiten unterschiedlich ausfällt. Außerdem stellen Blu-Ray-Lizenzen zusätzliche Kosten dar, auch wenn diese nicht direkt mit Windows zusammenhängen. Addiert und auf alle Windows-PCs hochgerechnet ergeben sich aus diesen Faktoren für das PC-Ökosystem fortlaufende Kosten im Bereich von Hunderten Millionen Dollar jährlich. Für den Lebenszyklus eines Betriebssystem geht dies in die Milliarden. Dennoch werden die meisten PCs wahrscheinlich nicht einmal in der Lage sein, DVDs wiederzugeben.


Warum kann nicht einfach nur dann für die DVD-Wiedergabe bezahlt werden, wenn diese auch benötigt wird?
Bei einer so umfangreichen Verbreitung von DVD-Wiedergabesoftware wie unter Windows 7 lässt sich nicht unterscheiden, ob auf einem PC jemals eine DVD abgespielt wird. Dennoch fallen diese Kosten auf allen PCs an. Zwar könnte man eine ideale Lösung darin sehen, bedarfsweise Gebührenabrechnungen oder Upgrades von Microsoft anhand von Telemetriedaten abzurechnen. Dies ist jedoch aufgrund der oben beschriebenen Lizenzierungsprogramme der Drittanbieter nicht möglich. Ein Ansatz, bei dem Windows oder ein PC mit integrierter DVD-Wiedergabe erworben und nur bei Bedarf dafür bezahlt wird, ist daher ebenfalls nicht umsetzbar. Sobald der Vertrieb als Wiedergabegerät erfolgt, ist eine Lizenz erforderlich.


Sind Geräte mit vorinstalliertem Windows 8 standardmäßig zur Wiedergabe von DVDs in der Lage?
Dies hängt ausschließlich von den OEMs ab, da diese über die in einem bestimmten System enthaltenen Peripheriekomponenten und Softwareprodukte entscheiden. Wenn ein neues Gerät über ein optisches Laufwerk verfügt, sind in der Regel auch die erforderlichen Softwareprodukte und Lizenzen vorhanden, damit Kunden die entsprechenden Funktionen problemlos nutzen können. So verfügen auch zusätzliche (interne oder externe) optische Laufwerke mit großer Wahrscheinlichkeit über DVD-Wiedergabesoftware, sofern es sich nicht ausdrücklich um markenfreie Produkte handelt (die beispielsweise für das einfache Laden von Software die vernünftigste Lösung darstellen können). Für alle aufgeführten Beispiele gibt es eine Vielzahl von Drittanbieteranwendungen, die umfassende und ordnungsgemäß lizenzierte Unterstützung bieten. Das Ökosystem wird jedoch im Zusammenhang mit Geräten wie z. B. Tablets, kleinen Desktopcomputern und Laptops, die ohne optische Laufwerke verkauft werden, nicht mit den Kosten für Software und die entsprechenden Lizenzen belastet.


Wie verhält es sich, wenn ich meinen aktuellen Windows 7-PC mit einem DVD-Laufwerk auf Windows 8 aktualisiere?
Wenn Wiedergabesoftware eines Drittanbieters vorhanden ist, ermittelt der Windows-Upgrade-Assistent, ob diese mit Windows 8 kompatibel ist und beim Upgrade auf Windows 8 übernommen werden kann. Andernfalls müssen Sie nach dem Upgrade Drittanbietersoftware erwerben, um DVDs wiedergeben zu können. Wahlweise können Sie im Anschluss an das Upgrade auch das Windows 8 Media Center Pack oder Windows 8 Pro Pack erwerben. Beide Packs beinhalten Windows Media Center und somit die Möglichkeit, DVDs wiederzugeben.


Warum kann ich kein Windows 8-Gerät erwerben, auf dem Windows Media Center vorinstalliert ist?
Aufgrund der Weiterentwicklung von Kleingeräten (Tablets, flache und leichte PCs usw. ohne optische Laufwerke) und des sich verändernden Medienkonsumverhaltens weg von optischen Disks und klassischem Fernsehen hin zu Onlineangeboten (Netflix, YouTube, Hulu usw.) entschlossen wir uns, DVD- und Fernsehfunktionen nicht mehr in allen Windows-Editionen bereitzustellen, da diese für immer weniger verkaufte PCs erforderlich sind. Stattdessen sind diese Funktionen nur noch für Kunden verfügbar, die diese über "Hinzufügen von Windows-Features" (auch als Windows Anytime Upgrade bezeichnet) beziehen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Kosten im Zusammenhang mit der Wiedergabe von DVDs und dem Fernsehen auf PCs nur für Geräte anfallen, die auf Kundenwunsch über diese Funktionen verfügen.


Wird es eine weitere Windows 8-Edition namens "Windows 8 Pro mit Media Center" geben?
Die Windows 8 Pro-Edition mit Media Center wird als Windows 8 Pro bezeichnet und vermarktet. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Media Center enthalten ist und die Systemeigenschaften die abweichende Zeichenfolge "Windows 8 Pro with Media Center" aufweisen. Es handelt sich nicht um eine neue Edition von Windows 8.

Warum ist ein Upgrade auf Windows 8 Pro erforderlich, um Media Center zu erhalten?
Die Nutzungstrends von Media Center zeigen – wie in einem früheren Beitrag erwähnt – auf, dass immer weniger Kunden einer ohnehin nur recht kleinen Gruppe regelmäßig darauf zugreifen. Tatsächlich verwendeten die meisten Benutzer, die Media Center einsetzten und DVDs wiedergaben, Windows Ultimate und XP Pro/Media Center. Wir gehen davon aus, dass diese Kunden auch an den zusätzlichen Features der Windows 8 Pro-Edition wie z. B. Start über VHD, Hyper-V für Clients usw. interessiert sein werden, insbesondere, wenn sie Media Center auf einem für allgemeine Aufgaben ausgelegten PC verwenden. Unter Berücksichtigung der Zielgruppe und der tatsächlichen Nutzung kommen wir zu dem Schluss, dass die große Mehrheit der Media Center-Kunden ein Upgrade auf Windows 8 Pro durchführen werden. Im Rahmen unserer Bemühungen, die Editionen von Windows 8 so einfach wie möglich zu gestalten, ist Windows Media Center nur unter Windows 8 Pro verfügbar. Wenn Sie bereits über Windows 8 Pro verfügen und Media Center hinzufügen möchten, müssen Sie lediglich das zusätzliche Media Center Pack als vorhandenes Upgrade über "Hinzufügen von Windows-Features" (vormals Windows Anytime Upgrade) hinzufügen.

 

Was ist das Windows 8 Pro Pack, und warum enthält es Media Center?
Beim Windows 8 Pro Pack handelt es sich um ein Upgrade von Windows 8 auf Windows 8 Pro. Wie oben beschrieben, ist Media Center nur unter Windows 8 Pro verfügbar. Indem Sie das Pro Pack erwerben, können Sie mit nur einem Schritt auf Windows 8 Pro mit Media Center aktualisieren. Die Kosten für das Media Center Pack sind im Wesentlichen im Pro Pack enthalten. Dieses Verfahren soll den Erwerb von Media Center vereinfachen.

 

Welche Version von Windows Media Center ist unter Windows 8 verfügbar?
Die Version von Media Center unter Windows 8 entspricht derjenigen in der Windows 8 Consumer Preview. Im Wesentlichen ist dies die unter Windows 7 bereitgestellte Version.


Können CableCard und andere Geräte auch unter Windows 8 weiter mit Media Center verwendet werden?
Ja, zwischen Windows 7 und Windows 8 gibt es hinsichtlich der unterstützten Hardware keine Veränderungen.


Warum unterstützt Windows Media Player selbst nach der Installation von Media Center keine DVD-Wiedergabe?
Anhand des bereits geschilderten Sachverhalts wird deutlich, dass wir die DVD-Wiedergabe in Windows Media Player nicht durchgehend aktivieren können. Angesichts des anhaltenden Feedbacks mit der Bitte, Funktionsüberschneidungen zu vermeiden und die Komplexität von Verhaltensänderungen im Zusammenhang mit bereits installierten Komponenten zu verringern, wird die DVD-Wiedergabe ausschließlich nach der Installation von Media Center aktiviert.

 

Kann ich bei einem Upgrade nicht einfach die mit Windows 7 erworbenen Codecs verwenden?
Die Nutzungsrechte für die zum Wiedergeben einer DVD erforderlichen Codecs gelten nach einem Upgrade nicht für die neue Version von Windows. Diese Bestimmungen werden von den Lizenzgebern der Technologien festgelegt, nicht von Microsoft oder den OEMs.
Update, diese häufig gestellten Fragen wurden dem ursprünglichen Beitrag hinzugefügt.