In diesem Blog beschäftigen wir uns häufig mit einzelnen Details und Funktionen des Produkts und weniger mit dessen „Philosophie“ oder „Kontext“. Angesichts der zahlreichen Innovationen in Windows 8, halten wir es jedoch für sinnvoll, Windows 8 in den Kontext seiner Entwicklung zu stellen. Wie bei jeder bedeutenden Veränderung an einem verbreiteten Produkt, kam es auch bei Windows 8 zu einigen Diskussionen. Millionen Benutzer verwenden täglich die Consumer Preview und jeder hat seine eigene Meinung zum Produkt. Die Reaktionen vieler Leute – von David Pogue von der New York Times bis zu Mat Honan von Gizmodo und anderen – fielen sehr positiv aus. Andere wiederum waren weniger zufrieden. Insbesondere in diesem Blog fand der rege Austausch statt, den wir erhofft hatten. Uns wurden viele Fragen zu unseren Entscheidungen gestellt, die wir beim Entwurf des Produkts und der Weiterentwicklung von Windows getroffen haben sowie bezüglich der Tauglichkeit des Entwurfs für unterschiedliche Benutzer. Einige Blogger halten es für wichtig, den herkömmlichen Desktop noch deutlicher von Elementen im Metro-Stil zu trennen. Andere sind leidenschaftlich davon überzeugt, dass es wichtig ist, den Desktop der Benutzeroberfläche im Metro-Stil anzugleichen. Es gibt so viele Meinungen wie Benutzer, die die Consumer Preview getestet haben. Eine neue Version eines Produkts zu entwickeln, das von Milliarde Benutzer auf ebenso viele Arten verwendet wird, ist so, als ob man Pizza für eine Milliarde Leute bestellt. Die öffentliche Entwicklung fördert diesen Dialog, den wir begrüßen. Diesen Beitrag hat Jensen Harris verfasst, der Director of Program Management des User Experience-Teams.
– Steven


Auf der Konferenz D: All Things Digital im Juni 2011 haben wir die neue Benutzeroberfläche von Windows 8 zum ersten Mal vorgestellt. Diese neue Benutzeroberfläche ist schnell und flüssig zu bedienen und wurde für Mobilgeräte wie Laptops, Tablets und Convertibles optimiert, die eine immer weitere Verbreitung finden. Windows 8 ist für Maus und Tastatur ebenso gut geeignet wie für die Fingereingabe und bietet zudem die beste Stifteingabeunterstützung aller Betriebssysteme. Es ist für mehrere Monitore geeignet, und von allen Betriebssystemen dasjenige, das die größte Vielfalt an Konfigurationen und Formfaktoren unterstützt. Darüber hinaus führt Windows 8 eine neue Art Apps ein, die so genannten „Apps im Metro-Stil“. Diese entwickeln die Designsprache weiter, die sich seit Windows Media Center und dem neuen Windows Phone abzeichnet. Diese ansprechenden Apps im Vollbildformat sind speziell auf neue Arten der Geräteverwendung ausgelegt.

Ich denke, es ist an der Zeit, ein wenig weiter auszuholen und auf den Hintergrund der Entwicklung der Benutzeroberfläche von Windows 8 einzugehen. Außerdem möchte ich einige unserer Entscheidungen und Entwicklungszeile erläutern.

Eine kurze Geschichte der Windows-Benutzeroberfläche

Die Benutzeroberfläche von Windows hat sich während der ganzen 27 Jahre ihrer Geschichte weiterentwickelt und verändert. Obwohl wir einige Merkmale der Windows-Benutzeroberfläche als statisch und unveränderlich wahrnehmen, verändert sich die Benutzeroberfläche in Wirklichkeit stetig, um sich der Art und Weise anzupassen, in der wir PCs verwenden. Die dramatischen Veränderungen, die sich während der Geschichte der Windows-Benutzeroberfläche ergeben haben, sind geradezu erstaunlich.

Da Windows 8 einen beachtlichen Schritt in der Entwicklung der Benutzeroberfläche darstellt, werde ich mich auf die Versionen konzentrieren, bei die Benutzeroberfläche von Windows am deutlichsten verändert wurde. Außerdem möchte ich auf einige der Reaktionen eingehen, die diese Entwicklungsschritte begleitet haben. Eine vollständige Geschichte von Windows können Sie auf der Microsoft-Website nachlesen.

Windows 1

Windows 1 wurde 1985 veröffentlicht und war noch für eine Art der PC-Nutzung gedacht, die mit der heutigen Verwendung kaum zu vergleichen ist.

3 Fenster in einem Raster-Layout, mit Symbolen für einen Datenträger, einen Rechner, ein Zeichenprogramm sowie zwei weiteren Symbolen am unteren Bildschirmrand.

Die erste Version von Windows war lediglich eine grobe grafische Benutzeroberfläche für DOS und hauptsächlich für die Bedienung mit der Tastatur vorgesehen. Die Verwendung einer Maus war rein optional und PCs mit Maus eher selten.

Mäuse galten als Kuriosität. Viele erfahrene Benutzer betrachteten sie als ineffizient, hinderlich und wenig ergonomisch. Die Maus war exotisch. Zieht man Sie über den Bildschirm? Hebt man sie hoch und spricht hinein?

Hier sind ein paar Expertenmeinungen aus Printmedien der frühen 1980er, die sich mit der Frage beschäftigen, ob die Maus sich durchsetzten wird:

  • „Mäuse sind eine nette Idee, für professionelle Anwender jedoch von zweifelhaftem Nutzen.“ (George Vinall, PC Week, 24. April 1984)
  • „Es gibt kein Anzeichen dafür, dass Leute die Dinger verwenden möchten.“ (John C. Dvorak, San Francisco Examiner, 19. Februar 1984)
  • „Es war ziemlich lustig, allerdings ließ mich der Gedanke an Produktivität nicht los.“ (George Vinall, PC Week, 24. April 1984)
  • „Macht die Maus den Computer ansprechender und benutzerfreundlicher für Zielgruppen wie beispielsweise Führungskräfte? Die Antwort lautet ‚Nein‘.“ (Computerworld, 31. Oktober 1983)
  • „Dieses Gerät wird sich bei Führungskräften keinesfalls gegenüber der Tastatur durchsetzen. Sie können damit ‚herumrollen‘, was die Maus eher zu technischem Schnickschnack macht…” (Computerworld, 31. Oktober 1983)
  • „Die Maus und ihre Freunde sind nur ein Zwischenspiel der Entwicklungsgeschichte. Was revolutionär wirkt, ist nicht notwendigerweise sinnvoll. Und daran entscheidet sich die langfristige Durchsetzung auf dem Markt.” (David A. Kay, Datamation, Oktober 1983)

Wie Sie sehen wurde die Maus als unnötiger Schnickschnack betrachtet, der sich nicht durchsetzen wird. Dazu sei angemerkt, das es inzwischen schon wieder Leute gibt, die die Maus für tot erklären.

Windows 3 und 3.1

Die erste kommerziell erfolgreiche Version war das 1990 erschienene Windows 3. Sie konnte mit einer völlig neuen Benutzeroberfläche aufwarten, deren Kern der neue Programm-Manager zum Starten, Anordnen und Wechseln von Programmen bildete.

Die Fenster „Programm-Manager“ und „Datei-Manager“ über einer Reihe von Symbolen auf dem Desktop

Der Datei-Manager zum Verwalten von Dateien und Laufwerken war das wichtigste neue Programm in Windows 3. Dieses Upgrade setzte erstmal darauf, dass die meisten Benutzer eine Maus verwenden, um auf die (seinerzeit) großen, farbenfrohen 32x32-Symbole zu klicken. Viele Rezensionen zu dieser Version fielen gerade deshalb verhalten aus, da die viel kritisierte Maus quasi vorausgesetzt wurde.

Beachten Sie im vorherigen Schreenshot, dass der Datei-Manager dazu verwendet wird, auf Dateien im Betriebssystem selbst zuzugreifen. Dies war zu dieser Zeit gängig, ist nun aber mit dem Versuch vergleichbar, die elektronische Einspritzpumpe eines Autos mit einem Blick unter die Motorhaube zu reparieren.
In Windows 3 konnten Programme und Dateien nicht über den „Desktop“ verlinkt werden. Auf dem Bereich hinter den frei beweglichen Fenstern erschienen lediglich minimierte Programme. Da oft erst zahlreiche Fenstern aus dem Weg geräumt werden mussten, um an diese minimierten Anwendungen zu kommen, erfreute sich die Tastenkombination ALT+TAB großer Beliebtheit, um zwischen Programmen zu wechseln.

Windows 95

Einige Jahre später – im August 1995 – wurde Windows 95 mit vollkommen überarbeiteter Benutzeroberfläche veröffentlicht. Viele Elemente, die noch heute in veränderter Form in Windows 7 vorhanden sind, wurden mit dieser Version eingeführt: das Startmenu, die Taskleiste, der Explorer und der Desktop.

Windows-Explorer auf dem Desktop, das Startmenü zeigt Programme in einem Flyout-Menü an.

Diese Benutzeroberflächenelemente erscheinen selbst heute noch vertraut. Zur damaligen Zeit stellten sie jedoch eine radikale Neuerung im Umgang mit PCs dar. Obwohl das Wort „Start“ direkt auf der Schaltschaltfläche stand, war diese so ungewohnt, dass nach den ersten Testversionen der Text „<-- Zum Starten hier klicken“ auf der Taskleiste eingeblendet wurde, um Benutzer darauf aufmerksam zu machen, wie sie auf dem PC Programme starten können.


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Nachdem die Leute den „Trick“ mit der Schaltfläche „Start“ einmal raus hatten, prägte er sich quasi für immer ein. So konnten wir den Hinweistext in den folgenden Versionen weglassen.

PCs waren damals noch nicht verbreitet, nur wenige Haushalte verfügten über einen Heimcomputer. Aktionen, die uns heute selbstverständlich erscheinen, so wie Doppelklicken und die rechte Maustaste, waren vielen Benutzern noch unbekannt, obwohl sie schon in großem Stil auf der Benutzeroberfläche von Windows 95 zum Einsatz kamen. Viele Leute hatten Schwierigkeiten mit diesem Aktionen. Im Folgenden finden Sie ein historisches Video von einer Testperson, die sich an einer frühen Version von Windows 95 versucht. Das Video zeigt Probleme, die damals viele Leute hatten:


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Die 1993 entworfene Windows 95-Benutzeroberfläche war modern und vereinfachte zu dieser Zeit gängige Aufgaben drastisch. Eine Untergruppe von Benutzern äußerte jedoch Jahrelang Kritik, weil sie weiterhin das Gewohnte bevorzugten: Windows 3.1 Ed Bott von ZDNet hat einige unterhaltsame Beiträge ausgegraben, die die Frustration einiger Benutzer beim Umstieg auf Windows 95 demonstrieren.

Während die Grundlagen der heute vertrauten Windows-Benutzeroberfläche bereits 1993 entwickelt wurden, sieht die Welt 2012 jedoch völlig anders aus. 1993 war das Web noch völlig neu und die meisten Windows 95-Benutzer hatten noch nie eine Website aufgerufen. Der integrierte Media-Player konnte nur WAV-Dateien abspielen. Onlinedienste waren selten, und wenn überhaupt vorhanden, handelte es sich in der Regel um Angebote, wie das von AOL, bei dem über ein Modem auf proprietäre Inhalte zugegriffen wurde und lediglich in dienstinternes Messaging-System zur Verfügung stand.

Herausragende Merkmale von Windows 95 waren ein Fax-Dienst und die Möglichkeit einer DFÜ-Verbindung. Geräte wie Digitalkameras oder tragbare MP3-Player wurden noch nicht unterstützt – denn diese Geräte gab es 1993 noch nicht. Jedoch wurde zu dieser Zeit das erste PDA-fähige Mobiltelefon eingeführt, das IBM Simon. Es wog fast 700 g, verwendete DOS und die einzige jemals dafür entwickelte App wurde nur zwei Mal verkauft. Die Welt war eben noch eine andere.

Doch wurde die Windows 95-Benutzeroberfläche in dieser und für diese Welt entwickelt: das Startmenü, die Taskleiste, der Desktop, der Explorer und alle anderen heute vertrauten Elemente der Windows-Benutzeroberfläche stammen aus dieser Zeit. In dieser Welt verbrachten wir unsere meiste Zeit noch offline... mit Textverarbeitungsprogrammen oder lokal auf dem Computer gespeicherten Dateien. Das war eine Welt, in der es seltsam und unwirklich erschien, Windows nicht mehr durch die Eingabe von „win” in die DOS-Eingabeaufforderung zu starten. (Auch das wurde heftig diskutiert).

Aus diesen längst vergangenen Tagen stammt die die heute noch vertraute Windows-Benutzeroberfläche.

Windows XP

Windows XP wurde am 24. August 2001 erstmal an Computerhersteller ausgeliefert – ein weiterer, wichtiger Schritt in der Entwicklung der Benutzeroberfläche von Windows.

      

Fenster „Eigene Dokumente“ und Windows Media Player über dem bekannten Desktop-Hintergrundbild mit den grünen Hügeln unter einem blauen Himmel. In der linken unteren Ecke befindet sich die Schaltfläche „Start“.

Im 2001 waren PCs schon wesentlich verbreiteter. Doch das Erstellen und Verwalten von lokalen Textdateien ohne Webzugriff nahmen noch immer einen großen Teil der am Computer verbrachten Zeit ein. Doch stand der Durchbruch der umfangreichen Informations- und Mediennutzung – insbesondere von Musik, Fotos und Videos – kurz bevor. (Selbst zu diesem Zeitpunkt waren lediglich ein Viertel der verkauften Fotoapparate Digitalkameras, und es sollte noch drei weitere Jahre dauern, bis sich diese endgültig durchsetzten). Zusätzlich zur Arbeit mit Dokumenten, auf die Windows 95 ausgelegt war, verbrachten Benutzer nun mehr Zeit mit dem Surfen im Internet und E-Mails.

In Windows XP wurde das Startmenü zwar noch immer per Mauskick auf das Wort „Start“ in der unteren linken Ecke aufgerufen, das Startmenü selbst hatte sich jedoch beträchtlich verändert. Die vertraute hierarchische Programmliste, die dem Programm-Manager entstammt und seit Windows 95 in allen Versionen enthalten war, wurde dem Link „Alle Programme“ untergeordnet. E-Mail-Programme, Browser, Bilder und Musik wurden in den oberen Bereich verlagert.

Startmenü mit einer Liste häufig verwendeter Programme auf der linken Seite, unten in der Liste befindet sich der Eintrag „Alle Programme“. Auf der rechten Seite befindet sich eine Liste mit den Einträgen „Eigene Dokumente“, „Eigene Bilder“, „Systemsteuerung“, „Hilfe und Support“ und anderen häufig verwendeten Verknüpfungen.

      

Obwohl Windows XP ein großer Erfolg wurde, waren damals einige Benutzer frustriert über die Änderungen an der Benutzeroberfläche. Sie empfanden die Windows XP-Benutzeroberfläche als zu grell und erkundigten sich, wie sie ihr System auf vorherige Versionen zurückstufen können.

Windows Vista

2006 wurde das Erscheinungsbild von Windows durch Windows Vista und die Einführung des Aero-Designs erheblich verändert. Aero vermittelte den Eindruck von Glas, Lichtquellen, Reflektionen und anderen graphisch komplexen Texturen auf den Titelleisten, der Taskleiste und anderen Systemoberflächen. Diese Stilelemente stehen für den Geschmack der Zeit und reflektierten die Möglichkeiten der neuen digitalen Tools, die bei ihrer Entwicklung zum Einsatz gekommen waren. Die Simulation von pseudorealistischen Materialien (wie Glas oder Aluminium) auf dem Bildschirm erscheint heute überholt und kitschig, war damals jedoch sehr in Mode.

Gadget mit analoger Uhr auf dem Desktop, das von einem Fenster mit halbtransparenten Rändern überlagert wird.

Aero diente dazu, die Aufmerksamkeit der Benutzer auf den Fensterinhalt, statt auf die Darstellung der Ränder zu richten. Es lenkt das Auge von der Titelleiste und den Fensterrahmen ab und somit auf den Inhalt der Anwendung.

Selbstverständlich wurde auch das Startmenü überarbeitet. Die wichtigste Änderung bestand darin, dass durch Drücken der Windows-TASTE (eingeführt in Windows 95) und der anschließenden Eingabe von überall in Windows aus eine Suche durchgeführt werden konnte. (Diese beliebte Innovation haben wir in Windows 8 beibehalten und haben sie noch erweitert, um die Suche innerhalb von Apps zu ermöglichen).

Wie jedes Mal gab es natürlich auch hier Bedenken in Bezug auf die Änderungen.

Windows 7

Windows 7 wurde im Herbst 2009 veröffentlicht und brachte erneut wesentliche Änderungen an der Benutzeroberfläche. Zahlreiche dieser Änderungen konzentrierten sich auf die Überarbeitung der Taskleiste, jedoch wurden auch das Startmenü, die Fensterdarstellung und die logische Organisation der Dateien auf dem Computer überarbeitet.

Schaltfläche „Start“ mit IE, Windows-Explorer und Windows Media Player auf der Taskleiste. Über der Taskleiste befinden sich drei Instanzen von IE (die durch Bewegen des Mauszeigers über diese aktiviert werden)

Insbesondere wurde das Starten von und Wechseln zwischen Programmen in der neuen Taskleiste zusammengeführt. Die Symbole auf der Taskleiste wurden vergrößert und lassen sich somit leichter aktivieren. Das Startmenü wurde darauf ausgelegt, mit diesem lediglich Programme zu starten, die seltener benutzt werden, da Programme nicht gleichzeitig an die Taskleiste geheftet werden können und im Startmenü auftauchen. Dies war der Auftakt einer Änderung, durch die der überholte Unterschied zwischen dem erstmaligen Starten eines Programms und der Rückkehr zu einem bereits ausgeführten Programm aufgehoben werden sollte. Es ist merkwürdig, wie sehr wir uns daran gewöhnt hatten, dasselbe Programm an unterschiedlichen Orten zu suchen, je nach dem, ob es gestartet werden sollte oder bereits ausgeführt wurde.

Windows 7 war auch das erste große Betriebssystem mit integrierter Multitouch-Unterstützung, das nicht auf einem Smartphone ausgeführt wurde. Obwohl Tablets mit anderen Plattformen inzwischen nachgezogen haben, war Windows 7 die erste Plattform mit Multitouch. Seitdem haben wir einiges über die Einschränkungen gelernt, die sich ergeben, wenn man Windows über einen Touchscreen bedient, obwohl ein Großteil der vorhandenen Benutzeroberfläche und fast alle Programme auf Maus und Tastatur ausgelegt sind.

Obwohl einige Benutzer kritisch reagierten und Veränderungen an der Benutzeroberfläche forderten, wurde Windows 7 schnell das meistgenutzte Betriebssystem der Welt.

Trends, die die Entwicklung von Windows 8 beeinflusst haben

Als wir Mitte 2009, ungefähr zur Zeit von Windows 7 RTM, mit den Entwurf der Benutzeroberfläche von Windows 8 begannen, haben wir uns aktuelle Trends angesehen und einige aufgegriffen.

Dies war noch vor dem iPad, vor der Verbreitung neuer Formfaktoren und Gerätetypen. Und obwohl mehr als 93 % aller PCs eine Version von Windows verwenden, war bereits damals deutlich, dass sich unsere Welt und die Erwartungen, die Benutzer an Geräte stellen, rapide verändern.

Hier finden Sie eine Reihe der Trends, die die Entwicklung der Benutzeroberfläche und Funktionen von Windows 8 beeinflusst haben:

1. Immer online.

Das Internet ist heute allgegenwärtig. Die derzeitige, dateizentrierte Windows-Benutzeroberfläche wurde noch vor dem Hintergrund eines optionalen, begrenzten und sporadischen Internetzugangs entworfen. Im Gegensatz dazu setzt heutzutage jedoch praktisch die gesamte Computernutzung eine ständige Internetverbindung voraus. Öffentlich zugängliches WLAN setzt sich zunehmend durch, und Verbindungen mit mobilen Breitbandnetzwerken sind auf den meisten modernen PCs möglich. War eine Internetverbindung früher noch die Ausnahme, ist sie heute die Regel.

2. Nicht Dateien, sondern soziale Kontakte stehen im Mittelpunkt der Nutzung.

Die Art der PC-Verwendung hat sich tiefgreifend gewandelt. Im Gegensatz zur „herkömmlichen“ Nutzung wie Textverarbeitung und Grafikgestaltung, dreht sich heute alles um Informationen und soziale Kontakte, den Austausch von Bildern und Gedanken – oft in Kurzform, dafür jedoch häufig. Menschen verwenden PCs zunehmend, um an der schnelllebigen Welt des Internets teilzuhaben. Dabei stehen der Webbrowser und Inhalte, die mit HTML und anderen Webtechnologien erstellt wurden, im Mittelpunkt.

3. Der Aufstieg von Mobilgeräten zulasten des Desktop-PCs.

Aus dem Kaufverhalten der Benutzer ist ersichtlich, dass der Trend eindeutig in Richtung tragbarer Geräte wie Laptops und Tablets geht, und sich zunehmend von herkömmlichen Desktops entfernt. Zwar sind leistungsstarke Desktops weiterhin die erste Wahl für Benutzer, die auf die Leistung hochgradig modularer und erweiterbarer PC angewiesen sind (z. B. Grafikdesigner, Finanzanalysten, Wissenschaftler, Gamer, Computerenthusiasten), die meisten Benutzer bevorzugen jedoch leichte, tragbare Geräte.

2009 hatten Desktops einen Anteil von 44 % am Weltmarkt, Laptops entsprechend einen Anteil von 56 %. Nur drei Jahre später sind über 61 % der verkauften Computer Laptops, Tendenz steigend. Dies ist ein weltweiter Trend, gemessen an allen verkauften Windows-PCs. Mehr als 76 % aller Kunden in den USA, die in diesem Jahr einen PC erwerben, entscheiden sich für einen Laptop. Die absolute Anzahl der in den USA verkauften Desktops wird 2012 geringer ausfallen als die der Tablets. Das ist eine wirklich atemberaubende Veränderung in Bedeutung der unterschiedlichen Formfaktoren. Sogar Unternehmen erwerben mehrheitlich Laptops.

Die Videos von der Einführungsveranstaltung der Windows 8 Consumer Preview im Februar in Barcelona wurden ausschließlich auf Laptops aufgenommen und an diesen produziert sowie bearbeitet. Darunter befanden sich zahlreiche leistungsstarke Laptops mit sekundären Monitoren, die zusätzliche Bildschirmfläche bieten. Noch vor wenigen Jahren wäre für diese Veranstaltung eine Lkw-Ladung mit Desktop-PCs nötig gewesen. Nur weil ein PC tragbar, leicht und flach ist, heißt das nicht, dass auf Leistung und Funktionen für den professionellen Einsatz verzichtet werden muss.

4. Inhalte werden auf dem PC und in der Cloud gespeichert.

Als Konsequenz aus der ständigen Internetanbindung und der Popularität von Laptops ergibt sich die Tatsache, dass Benutzer Inhalte sowohl auf dem PC als auch in Clouddiensten speichern. Das gilt nicht nur für spezielle Speicherdienste wie SkyDrive, sondern ebenso für Fotos in Facebook und Flickr, Videos in Vimeo sowie in Clouddiensten gespeicherte und von Clouddiensten gestreamte Musik. Hinzu kommen Gigabytes, manchmal sogar Terabytes, an Videos, Fotos und Musik auf Heim-PCs. Die Inhalte der Benutzer werden mit zahlreichen Geräten erstellt, und da selbst Mobiltelefone über hochauflösende Kameras verfügen, wächst die Menge täglich erstellter Inhalte rapide. Ein Dienst wie SkyDrive, der einen Cloudspeicher von bis zu 100 GB zur Verfügung stellt, ändert den Umgang mit PCs und verfügbaren Ressourcen.

Das sind einige der wichtigsten Neuerungen, die wir im Jahr 2009 zur Kenntnis genommen haben. All diese Trends haben gemeinsam, dass Benutzer anfingen, PCs mit anderen Erwartungen und in anderen Situationen zu nutzen. Obwohl der PC immer noch das weltweit beste Gerät für Textverarbeitung, Grafikdesign und ähnliches ist, verwenden Benutzer PCs zunehmend für andere Dinge. Sie stellen an PCs dieselben Erwartungen wie an Smartphones: online, tragbar, lange Akkulaufzeit, soziale Kontakte und Aktivitäten im Mittelpunkt sowie stets informiert zu bleiben.

Zugleich bieten die Apps auf tragbaren Geräten mit wachsender Erfahrung der Entwickler zunehmen mehr Funktionen. Mobilplattformen nutzen immer mehr APIs und Funktionen, die in Windows bereits vorhanden sind.

Uns wurde bewusst, dass wir Windows neu erfinden mussten, damit Windows auch vor dem Hintergrund dieser Trends eine Führungsrolle einnimmt. Wie schon so oft zuvor galt es, die Windows-Benutzeroberfläche neu zu gestalten: nicht nur, um heutige Aktivitäten zu unterstützen, sondern auch um künftige Anwendungsmöglichkeiten von PCs vorherzusehen und zu entwickeln. Es galt, die Benutzeroberfläche von Windows zu modernisieren und optimale Voraussetzungen für Innovationen und Entwicklungen des kommenden Jahrzehnts zu schaffen, um den PC zum weltweit begehrtesten, nützlichsten und beliebtesten Gerät zu machen.

Windows 8 ist bereit für eine Welt neuer Funktionen, Hardware, Apps und Anwendungsmöglichkeiten. Bei Windows 8 dreht sich alles um neue Möglichkeiten für eine Milliarde vorhandener Benutzer und einer weiteren Milliarde, die Windows zum ersten Mal nutzten wird.

Zielsetzungen für die Benutzeroberfläche von Windows 8

Bei der Neuentwicklung haben sich einige eindeutige Zielsetzungen in Hinblick auf die gewünschten Merkmale ergeben.

1. Schnell und flüssig.

Wenn Sie innerhalb des letzten Jahres die Berichterstattung über Windows 8 verfolgt haben, ist Ihnen ohne Zweifel der Ausdruck „schnell und flüssig“ begegnet. Das ist kein Marketingslogan, den wir erst vor Kurzem erfunden haben. Diese Wörter sind Bestandteil der Designsprache, die die Grundlagen der Benutzeroberfläche von Windows 8 definiert. Wenn es einen Ausdruck gibt, dem Windows 8 entsprechen sollte, dann ist es dieser.

„Schnell und flüssig“ steht für bedeutende Grundsätze: eine reaktionsschnelle, leistungsfähige, ansprechende und animierte Benutzeroberfläche. Alle Benutzeroberflächenelemente werden bedarfsabhängig ein- und ausgeblendet. Die wichtigsten Aufgaben lassen sich so effizient und ohne zusätzliche Fragen oder Eingabeaufforderungen erledigen. Nicht benötigte Elemente stehen also nicht im Weg.

Außerdem beschreibt es die flüssige, leichtgängige Bedienung von Windows. Beispielsweise können Sie Steuerelemente aufrufen, indem Sie mit dem Finger über den Bildschirmrand streifen – diese praktische Funktion erfolgt in einer flüssigen Bewegung, die sich natürlich anfühlt. Finger sind für diese Art Bewegung gemacht. Sie werden zufrieden feststellen, wie überaus effizient es ist, eine App zu schließen, indem Sie diese an den unteren Bildschirmrand ziehen oder eine Kachel, um diese zu zoomen und anschießend an einen anderen Ort auf der Startseite zu verschieben.

2. Lange Akkulaufzeit.

Hervorragende Akkulaufzeiten sind unerlässlich, da bereits heute die meisten Windows-PCs mit Akkus betrieben werden und diese Tendenz weiter steigt. Als das ursprüngliche Windows-Programmiermodell entwickelt wurde, waren alle PCs noch ständig an Steckdosen angeschlossen. Konzepte zur Energieverwaltung oder zum Verlängern der Akkulaufzeit gab es nicht. Daher standen Programmen sämtliche Ressourcen offen. Programme wurden nach dem Start dauerhaft ausgeführt, unabhängig davon, ob sie verwendet wurden oder nicht. Programme konnten über den gesamten Systemspeicher oder die komplette CPU-Leistung verfügen und jederzeit auf die Festplatte schreiben. Sie konnten den Akku völlig unkontrolliert in Anspruch nehmen.

Herkömmliche PC-Software ist darauf ausgelegt, so viel CPU-Leistung zu nutzen wie möglich – MIPS stehen schließlich ausreichend bereit. Im Gegensatz dazu wird heute die CPU-Nutzung gewissenhaft überprüft, den Entwickler sind sich der Rolle bewusst, den diese beim Erhalt bzw. der Reduzierung der Akkulaufzeit spielt. In einer Welt voller Mobilgeräte ist dies ein neuer Kompromiss in der Entwicklung. War Microsoft bislang vor allem bemüht, die Speicherauslastung zu reduzieren, sind wir nunmehr ebenso zielgerichtet an der Verlängerung der Akkulaufzeit unter Beibehaltung einer schnellen und flüssigen Benutzeroberfläche interessiert. Speicherauslastung, CPU-, GPU-, Leistungs- und Akkucharakteristiken müssen gleichzeitig und über verschiedene Plattformen und Hardwarekonfigurationen hinweg optimiert werden. Darin liegen die wirklichen Kompromisse in der Entwicklung eines Betriebssystems für Mobilgeräte bzw. eines modernen Betriebssystems, das auch für Mobilgeräte eingesetzt wird.

Vor dem Hintergrund der Bedeutung langer Akkulaufzeiten wurden bestimmte Aspekte in Hinblick auf die neue Benutzeroberfläche deutlich. Bereits früh im Planungsprozess wurde klar, dass eine echte Neuerfindung der Benutzeroberfläche von Windows ebenso eine Neuerfindung der Anwendungen erfordert. Aus diesem Grund sind WinRT und die neuen Apps entstanden.
WinRT-basierte Apps können die Akkulaufzeit eines Geräts verlängern, da sie in der Lage sind, ihren jeweiligen Zustand unmittelbar zu speichern. Windows kann Apps augenblicklich so „drosseln“, dass sie weder CPU-Leistung noch Speicher nutzen und dennoch keine Informationen verloren gehen. Apps werden exakt an der Stelle fortgesetzt, an der sie zuvor unterbrochen wurden. Für den Benutzer scheint es, als wäre die App die ganze Zeit ausgeführt worden. Doch technisch betrachtet, wurde das Programm angehalten bzw. im Hintergrund beendet.

Es gibt einen Grund dafür, dass Smartphones und Tablets in der Regel nicht mehr als eine App auf dem Bildschirm anzeigen. Dies liegt nicht allein an den üblicherweise kleinen Bildschirmen dieser Geräte oder daran, dass Benutzer eben nur eine Aktion ausführen möchten bzw. „Apps mit Kinderspielen den gesamten Bildschirm benötigen“. Der Grund ist vielmehr, dass das Prinzip „Einer nach dem anderen“ dem Betriebssystem ermöglicht, die Hintergrundprozesse so zu steuern, dass lediglich aktiv verwendete Apps Akkuleistung benötigen.

Obwohl die aktuelle Desktopumgebung weiterhin (sogar verbessertes) Multitasking ermöglicht, schien es uns als allzu große Einschränkung, die Oberfläche im Metro-Stil vollständig auf das Prinzip „Einer nach dem anderen“ zu beschränken – vor allem, weil die Geschichte von Windows eng mit der Möglichkeit zum Multitasking verknüpft ist. Daher haben wir das „Andocken“ für Windows 8 entwickelt. Diese Funktion ermöglicht es, zwei beliebige WinRT-basierte Apps nebeneinander auszuführen, sodass Sie sich ein Video ansehen und gleichzeitig im Web surfen oder während einem Videochat ihre E-Mails abrufen können. Außerdem haben wir Voraussetzungen für Hintergrundprozesse bei einer Vielzahl von Apps sowie Funktionen für Hintergrundbenachrichtigungen geschaffen, die Sie nur bei Windows finden.

Das folgende Bild zeigt die Nachrichten-App von Windows 8 angedockt neben der Karten-App – zwei Apps gleichzeitig, sogar auf einem Tablet.

Karte von Bellevue, WA, mit dem Standort der Microsoft Corp., die drei Viertel des Bildschirms füllt, und ein Chat auf dem rechten Viertel des Bildschirms

3. Ansprechend und leistungsfähig: Windows 8-Apps.

Windows 8-Apps bieten selbstverständlich viel mehr als nur längere Akkulaufzeiten. Diese Apps stellen ihre jeweiligen Inhalte ansprechend dar und nutzen jeden Pixel des Bildschirms. Seit Jahren kam mit jeder neuen Windows-Version an den Bildschirmrändern und Fenstern neuer Zierrat wie Schaltflächen, Widgets und Gadgets hinzu. Windows 8 macht diesen Trend rückgängig. Windows tritt in den Hintergrund und Inhalte der Apps kommen voll zu Geltung.

So können Sie sich beispielsweise bei einer Nachrichten-App voll auf die Neuigkeiten konzentrieren. Wenn Sie soziale Netzwerke verwenden, werden die Inhalte ansprechend dargestellt, sodass Sie gerne mehr Zeit mit diesen verbringen möchten. Bei Spielen tauchen Sie voll und ganz in das Geschehen ein. (Selbstverständlich werden viele Spiele seit Jahren im Vollbildmodus ausgeführt!)

Mit der fortschreitenden Entwicklung von Apps werden Sie nach und nach auch beim Bearbeiten von Fotos, dem Erstellen von Dokumenten, der Verwaltung Ihrer Finanzen oder beruflichen Tätigkeiten auf derartige Apps zurückgreifen können. Wenn Sie jetzt schon beliebte professionelle Tools verwenden, werden Sie selbstverständlich feststellen, wie sehr diese bereits auf dem Weg zur vollständigen Nutzung des Bildschirms fortgeschritten sind. Unsere einzigartigen App-Konstrukte, wie z. B. Verträge, Picker sowie viele andere App-übergreifende Funktionen (alle global über die Charms erreichbar), bieten neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit von Apps und sind für sämtliche Anwendungen von intensiven Datentransfers zwischen Apps bis zum Teilen eines Links per E-Mail relevant. Diese App-übergreifenden Funktionen (und noch wichtiger die APIs) sind bei Windows 8 einzigartig.

Windows 8-Apps sind zweckgerichtet und spezielle auf eine Reihe von Anwendungsszenarien zugeschnitten. Darin unterscheiden sie sich von traditionellen Desktopprogrammen, die häufig hunderte, nur lose miteinander verbundene, leistungsfähige, jedoch schwer zu findende Funktionen umfassen. Bei Windows 8-Apps liegt der Schwerpunkt darauf, eine Sache oder wenige Sachen richtig gut zu machen, und gezielt die optimale Oberfläche für die jeweiligen Anwendungsszenarien bereitzustellen.

Die Geschichte der Entwicklungs- und Systemverwaltungstools zeigt, dass dieser Ansatz „kleiner Sprachen“ (bzw. „kleiner Tools“) im Gegensatz zu monolithischen Apps besser zu der heutigen leichten Verfügbarkeit und Bedienung von Apps passt. Die reichhaltigen Möglichkeiten des Windows Store, der Verträge sowie der durchsuchbaren Startseite erleichtern Benutzern in Windows 8 den Umgang mit vielen Apps, da diese leicht zu finden und zu verwenden sind.

Obwohl diese Apps über individuelle Funktionen, Marken und Inhalte verfügen, werden sie durch den übergreifenden Metro-Stil vereint. Die Windows 8-Apps zeichnen sich durch einen gemeinsamen grafischen Stil aus, durch den der Wechsel zwischen Apps am PC flüssig und harmonisch wirkt. Wir haben Standardverfahren für allgemeine Aufgaben entwickelt: Bei der Fingereingabe streifen Sie von den Bildschirmrändern nach innen, um Befehle anzuzeigen. Verwenden Sie eine Maus, bewegen Sie den Mauszeiger hierzu in die Ecken. Über die untere linke Ecke des Bildschirms können Sie von überall aus die Startseite aufrufen. Per Rechtsklick werden stets die Befehle für die gerade verwendete App eingeblendet. In den Apps finden Sie die Charms „Einstellungen“, „Suche“ und „Teilen“ immer an der gleichen Stelle. Die einheitliche Funktion der gemeinsamen App-Elemente ist ein echter Vorteil. Hierfür müssen Sie sich zwar mit ein paar einfachen Schritten vertraut machen, können anschließend jedoch gesamte System bedienen.

WinRT-Apps werden auf 7”‑Bildschirmen ebenso elegant dargestellt wie auf großen Desktopmonitoren oder sogar wandfüllenden TV-Bildschirmen. Dies zeigt beispielsweise die Karten-App von Windows 8, die während der Veranstaltung zur Einführung der Consumer Preview in Barcelona auf einem 82"‑Touchscreen präsentiert wurde. (Sehen Sie sich dieses Video an. Beginnen Sie ungefähr ab 1:13:00.)

Michael Angiulo und Steven Sinofsky präsentieren die Verwendung einer Karte unter Windows 8 auf einem 82"-Touchscreen

Diese Apps wurden von Anfang darauf ausgelegt, die zielgerichtete Entwicklung für Geräten mit extrem hoher Auflösung zu ermöglichen. Sie unterstützen alle Eingabemethoden (Maus, Tastatur, Finger oder Stift) gleichermaßen. WinRT-Apps wurden im Hinblick auf mögliche neue Hardwaregeräte und Erwartungen der Benutzer entwickelt.

Da alle WinRT-Apps über den Windows Store bereitgestellt werden, können Sie sie beruhigt installieren. Die Apps werden in einer lokalen Sandbox ausgeführt, die als AppContainer bezeichnet wird und können somit Ihren PC weder beeinträchtigen noch beschädigen. Außerdem werden die Apps stets sauber und ohne Datenreste deinstalliert.

4. Individualität durch Live-Kacheln.

Im Mittelpunkt einer neuen Windows 8-App steht die entsprechende Kachel. Benutzer benötigen zunehmend aktuelle Kurzinformationen. Was ist neu in meiner Twitter-Timeline? Habe ich eine neue E-Mails? Hat jemand Fotos von der Party gestern gepostet? Ist etwas Wichtiges in den Nachrichten? Wer gewinnt das Spiel? Wurde mein Ausgabenbericht genehmigt? Hat jemand meinen Highscore geschlagen? Bin ich am Zug? Wann ist mein nächstes Meeting? Kann ich ein neues Buch meines Lieblingsautors vorbestellen? Haben wir noch genug auf Lager? Wie ist die Verkehrslage?

Das sind die Fragen, auf die immer mehr Menschen an ihren Geräten Antworten suchen, indem Sie rasch zwischen Websites und Programmen auf dem PC und Apps auf dem Smartphone hin- und herwechseln, um zu erfahren, ob es etwas Neues zu sehen oder zu tun gibt.

Dank der Kacheln finden Sie all diese Informationen an einem Ort. Sie sind von überall in Windows aus mit einem Klick, Tippen oder Tastendruck abrufbar, ohne dass die entsprechenden Apps geöffnet werden müssen. Bei der Consumer Preview ist derzeit noch etwas Fantasie nötig, um sich die endgültige Funktionsweise vorzustellen, da im Augenblick noch wenige Apps verfügbar sind und Entwickler bei einigen noch an der Erstellung großartiger Kacheln arbeiten.

In diesem Bereich vereinen wir außerdem eine Reihe unterschiedlicher Konzepte und binden diese enger an tatsächlich verwendete Apps. Wir alle kennen aus derzeitigen Windows-Versionen die Reihe mit Symbolen im Infobereich neben der Uhr, auf die unsere Aufmerksamkeit gelenkt werden soll (von jedes dieser Programme verfügt über eine Benutzeroberfläche die anders bedient wird). Dabei handelt es sich um separate Hintergrundprozesse, die nur darauf warten, uns zu unpassenden Zeiten aufzufordern, Updates auszuführen und außerdem unnötig Systemressourcen und Akkuleistung verbrauchen. Mit den in Windows Vista eingeführten Gadgets konnte zwar eine einheitlichere Benutzeroberfläche erzielt werden, jedoch kein echter Zusammenhang mit den Apps und Diensten, die wir häufig verwenden.

Je nähr jedoch die endgültige Veröffentlichung von Windows 8 und eine Zeit rückt, in der all Ihre bevorzugten Apps verfügbar sind und durch Kacheln dargestellt werden, desto mehr wird die Startseite ein individuelles Dashboard mit allen wichtigen Infos. Theoretisch lässt sich Ihr gesamter Umgang mit dem Computer in einer Ansicht zusammenfassen. Eine Ansicht, die Sie organisieren und steuern.

Startseite mit 16 Live-Kacheln

Sogar die App-Inhalte können auf die Startseite geheftet werden: Kontakte, E-Mail-Ordner, Konten, Websites, Bücher, Alben, Interpreten, Filme, Kunden, Sportmannschaften, Städte usw. Alle wichtigen Infos stehen direkt bereit und sind stets aktuell. Kacheln sind die Zukunft und entsprechen der Art und Weise, auf die aktuelle Inhalte in Apps und auf Websites gesucht werden. So wie die festen Autobahnschilder mit sowieso nur bereits bekannten Informationen durch aktive und flexible Informationstafeln ersetzt werden, die Straßenzustand, Verkehrswarnungen und die jeweilige Fahrbahnnutzung anzeigen, sollte auch Ihr PC stets Informationen auf dem neuesten Stand bieten. Symbole sind eine veraltete Methode zur Darstellung von Apps.

5. Apps arbeiten zusammen und sparen Zeit.

Bereits zuvor habe ich unsere Beobachtung angesprochen, dass Menschen zunehmend Ihre Zeit und Inhalte über eine ständig wachsende Anzahl von Websites, Clouddiensten und Apps verteilen. Das heißt, Ihre Daten sind überall verstreut. Einige sind auf dem Haupt-PC gespeichert. Andere befinden sich innerhalb von Apps oder Clouddiensten, und sind auch nur über dieser Apps und Websites zugänglich.

Deshalb sind viele häufige Aufgaben oftmals schwieriger zu erledigen, als zu der Zeit, in der sämtliche Daten noch lokal auf Ihrem PC gespeichert waren.

Nehmen wir beispielsweise an, Sie telefonieren per Skype und möchten ein Bild von einer Veranstaltung senden, an der Sie letztes Wochenende teilgenommen haben. Das Foto haben Sie mit Ihrem Smartphone aufgenommen und bei Yammer gepostet.

Heutzutage würden Sie jetzt üblicherweise den Webbrowser öffnen, sich bei Yammer anmelden, die Hauptseite aufrufen, auf „Bilder“ klicken, das Foto suchen, es per Mausklick auswählen, per Rechtsklick „Speichern unter“ aufrufen und das Bild auf der Festplatte speichern. Anschließend müssen Sie zurück zu Skype wechseln, auf das +-Symbol klicken und „Datei senden...“ auswählen, zum Speicherort des Fotos auf der Festplatte navigieren (falls Sie noch wissen, wo!) und dann noch einmal darauf klicken, um es zu senden. Das waren jetzt mindestens acht Schritte. Außerdem haben sie das Fotos jetzt doppelt: bei Yammer und irgendwo auf dem PC. Es kostet Zeit und Nerven, die überflüssige Datei zu finden, zu verschieben oder einfach zu löschen. Statt einfach nur ein Foto zu teilen, haben Sie es jetzt auch noch mit „Dateiverwaltung“ zu tun.

Dabei könnte alles so einfach sein – genau das macht Windows 8-Apps so praktisch. Unter Windows kann jede Windows 8-App auf dem PC auf Daten aller anderen Windows 8-Apps zugreifen, auch wenn diese Apps sonst nicht miteinander zu tun haben.

Spielen wir die obige Situation noch einmal durch, diesmal jedoch mit den Windows 8-Apps von Skype und Yammer. Sie klicken in Skype auf „Anfügen“, und eine Auswahl mit allen Ihren lokalen Fotos wird angezeigt. Da Sie jedoch eine Yammer-App installiert haben, können Sie auch sofort umschalten, um Yammer-Fotos auszuwählen. Sie klicken auf das gewünschte Foto, das dadurch in Skype angefügt wird. Fertig! Das waren nur drei Schritte – fünf weniger als zuvor.

Obwohl andere Betriebssysteme versuchen, diese Aufgaben durch festes Einbauen von ein oder zwei beliebten Diensten zu beschleunigen, ist Windows 8 praktischer, flexibler und zukunftssicherer. Unsere Lösung ist nicht auf eine Reihe bestimmter bekannter Dienste begrenzt, die fest in das Betriebssystem integriert wurden.

Jede neue Windows 8-App kann Dateien aller anderen Apps auswählen, freigeben oder speichern (dies gilt selbstverständlich auch für alle Dienste, mit denen die App eine Verbindung herstellen kann). Es handelt sich dabei um eine Neuerfindung der Integration von Apps in ein Betriebssystem, wobei Windows quasi den „Klebstoff“ bildet, der die Apps zusammen hält. Auf Daten in einem beliebigen Clouddienst zuzugreifen ist ebenso einfach, wie auf Dateien auf dem PC oder im Heimnetzwerk – sofern der Dienst eine Windows 8-App bereitstellt. Und bei einer Reichweite von weltweit mehr als einer Milliarde Windows-Benutzern können wir davon ausgehen, dass die meisten Dienste eine App für Windows 8 entwickeln werden.

6. Ihr System auf verschiedenen PCs.

Sie können sich, wie von Websites gewohnt, über ein Onlinekonto an Windows 8-PCs anmelden. Das Konto für eine Anmeldung bei Windows wird als Microsoft-Konto bezeichnet. Dies kann eine vorhandene Windows Live ID sein. (Das ist die E-Mail-Adresse, die Sie für Xbox LIVE, Hotmail und die meisten anderen Microsoft-Dienste verwenden.) Selbstverständlich können Sie auch mit einer beliebigen E-Mail-Adresse eine neue ID erstellen.

Sobald Sie angemeldet sind, geschieht etwas wunderbares! Ihre persönlichen Windows-Einstellungen werden auf sämtlichen PCs übernommen.

Sie bevorzugen ein besonderes Bild für den Sperrbildschirm oder einen eigenen Desktophintergrund? Beides finden Sie auf jedem Windows 8-PC, an dem Sie sich anmelden. Sie verwenden individuelle Einstellungen, Farben und angeheftete Websites? Auch diese finden Sie überall wieder. Sie haben die ersten zehn Level eines Spiels gespielt? Sie müssen sie auf einem anderen PCs nicht erneut durchspielen. Auch Ihre gespeicherten Kennwörter, Favoriten und Spracheinstellungen sind bei der Anmeldung stets vorhanden.

Nachdem Sie Windows einmal individuell angepasst haben, möchten wir nicht, dass Sie diese Schritte auf jedem PC wiederholen müssen. Wenn Sie eine Einstellung auf Ihrer Lieblings-Website ändern, während Sie angemeldet sind, erwarten Sie, dass die Einstellung übernommen wird, auch wenn Sie sich über ein anderes Gerät anmelden. Eben das möchten Ihnen in Windows 8 auch bieten. Da Roaming Bestandteil der WinRT-Plattform ist, kann jeder App-Entwickler dieses für die Einstellungen seiner App verwenden, genauso wie Windows die Systemeinstellungen speichert. Roaming gilt nicht für eine einzelne App oder einen Browser, sondern ist Teil einer praktischen Plattform, die jede App einfach verwenden kann.

7. Der PC als praktisches Gerät.

Die meisten Menschen verwenden gerne PCs, es ist jedoch offensichtlich, dass sich Einstellungen und Erwartungen ändern, wenn es um tragbare Geräte geht. Menschen wünschen sich Produkte, die einfach nur funktionieren. Sie möchten auf der Couch sitzen und Apps, Spiele und Websites genießen und sich keine Gedanken über die Launen der Registry, die Millionen Funktionen der Systemsteuerung oder Leistungsprofile machen. Sie möchten das Gerät in die Hand nehmen, verwenden und dann Beiseite legen.

Im Gegensatz dazu lässt sich das Windows von heute geradezu bis zur Sinnlosigkeit konfigurieren. Selbst die unbedeutendsten Funktionen lassen sich häufig durch ein oft undurchdringliches Labyrinth von Systemsteuerungen, Gruppenrichtlinien, speziellen Befehlszeilenprogrammen, nicht dokumentierten Registrierungsschlüsseln usw. anpassen. Die meisten dieser Einstellungen können nicht nur vom Benutzer, sondern auch von jedem auf dem PC ausgeführten Programm geändert werden, das etwas „justieren“ möchte. Vieles von dem, was über die Jahre abwertend als Winrot bezeichnet wurde, lässt sich auf übereifrige heruntergeladene Programme zurückführen, die Systemdienste, Updater, Hintergrundaufgaben usw. installieren und damit das System beeinträchtigen.

Selbstverständlich können all diese Windows-Funktionen in den richtigen Händen auch Vorteile bedeuten. Wir möchten Windows nicht unzugänglich machen, sondern eine Plattform bieten, die den Erwartungen von Kunden bezüglich der Funktionsweise eines Geräts entspricht. Diese Vorteile lassen sich jedoch allzu leicht willentlich oder versehentlich missbrauchen – doch es gibt eine bessere Lösung.

Wir möchten mit Windows 8 erreichen, dass Benutzer andere Erwartungen an PCs stellen. Die gängigen und häufig verwendeten Einstellungen (vergleichbar mit den Einstellungen, die auf den meisten Smartphones oder Tablets angezeigt werden) stehen innerhalb der neuen Benutzeroberfläche zur Verfügung. Eine Änderung an den Systemeinstellungen ist für neue Windows 8-Apps größtenteils nicht mehr möglich. (Wenige, speziell entwickelte Funktionen bilden die Ausnahme, darunter die Aktivierung der Positionsdienste und die Verwendung der Webcam, die eine Zustimmung des Benutzers erfordern.)

Windows-Updates erfolgen im Hintergrund und möglichst im „Wartungsfenster“ während der Nacht. Windows 8-Apps können den eigenen Status speichern und Sie werden davon nichts bemerken.

Wenn Sie auf SoC-basierten Geräten den Ein-/Ausschalter betätigen, um den Bildschirm abzuschalten, wird der PC unmittelbar in den Energiesparmodus versetzt. Drücken Sie den Ein-/Ausschalter erneut, ist Ihr Gerät sofort funktionsbereit. Windows 8 macht aus dem PC ein Gerät, das mit modernen Mobilgeräten vergleichbar ist.

Wenn Sie ein Experte sind und das System auf herkömmliche Art und Weise flexibel anzupassen möchten, können Sie auf alle Einstellungen genauso wie unter Windows 7 zugreifen. Die Einstellungen sind noch immer da und funktionieren. Die Systemsteuerung, gpedit.msc, PowerShell und alle weiteren Möglichkeiten zum Anpassen des PCs stehen weiterhin zur Verfügung. Benutzer, die sich nicht mit den erweiterten Einstellungen auskennen, können ihre Geräte einfach genießen. Alle anderen finden die gewohnten Funktionen.

Auch wenn diese sieben Ziele bei der Entwicklung der Windows 8-Benutzeroberfläche sicherlich nicht die einzigen waren, geben sie jedoch Aufschluss über die Beziehung zwischen von uns beobachteten und aufgenommenen Trends und deren Umsetzung in der neuen Benutzeroberfläche.

Die Fingereingabe als bevorzugte Eingabemethode (aber nicht die einzige!)

Windows hat kontinuierlich Neuerungen eingeführt, um die Arbeitsmöglichkeiten am PC anzupassen und neu zu gestalten.

Die frühesten Versionen von Windows waren für die Verwendung mit der Tastatur optimiert. Windows hat dem normalen Benutzer den Übergang zur Verwendung der Maus erleichtert, indem mit der ersten Version von Microsoft Word vor über 25 Jahren eine Maus mitgeliefert wurde. Dieser Übergang dauerte eine Weile, da anfangs viele Benutzer der Maus skeptisch gegenüberstanden. „Echte Benutzer verwenden nur die Tastatur!“ (Einige sind auch heute noch dieser Meinung. Die gute Nachricht lautet: Wir haben an Sie gedacht.) Nach all diesen Jahren ist eine Verwendung des PCs ohne Zeigegerät kaum mehr vorstellbar.

Im Jahr 2001 hat Microsoft den Tablet PC angekündigt, einen neuen Formfaktor mit Stifteingabe. Wir haben für bestimmte Sprachen die beste erhältliche Handschrifterkennung entwickelt. Wir haben den Weg bereitet, „Tinte und Bleistift“ in herkömmliche Programme wie Microsoft Office zu integrieren. Wir haben mit Slate-PCs ohne Tastatur experimentiert. Während die Technologie vor zehn Jahren noch nicht so weit entwickelt war, PCs dieser Bauart einfach und leise genug, mit ausreichender Akkulaufzeit und so überzeugend herzustellen, ist der Tablet PC dennoch eindeutig der richtigen Weg bei der Weiterentwicklung des Computers.

So hat Windows also ursprünglich die Verwendung der Tastatur unterstützt, dann die Maus hinzugefügt und schließlich die Stifteingabe. Neue Eingabemöglichen wurden stets in die Grundlagen der Windows-Benutzeroberfläche integriert, ohne dabei die vorherigen Eingabemethoden zu vergessen oder zu vernachlässigen.

Natürlich musste die Funktionsweise der Benutzeroberfläche mit jeder neuen Eingabemethode geändert werden. (Beispielsweise wurde der Programm-Manager unter Windows 3 in einem 2D-Symbolraster dargestellt. Das Auswählen von gewünschten Anwendungen war mit den Pfeiltasten nicht mehr so einfach wie bei einer schlichten Liste.) Die bevorzugten Eingabemethoden bei Windows Vista waren Maus und Tastatur, wobei die Stifteingabe eine gut unterstützte, aber zweitrangige Eingabemethode darstellte.

Kommen wir nun auf die Gegenwart zu sprechen. In Windows 7 wurde die Mehrfingereingabe in das Kernbetriebssystem integriert. Die Fingereingabe hat langfristig eine wichtige Bedeutung. Sie wird sich mit der Zeit für immer mehr Benutzer zur bevorzugten Methode zur Bedienung von Windows entwickeln. Die überwiegende Mehrheit der Benutzer wird die Fingereingabe letztendlich gleichberechtigt neben Maus und Tastatur verwenden.

Als wir im Jahr 2009 mit der Planung von Windows 8 begonnen haben, wurde die Fingereingabe auf Smartphones noch belächelt. Gerüchte über ein iPhone mit Tastatur waren weit verbreitet und oftmals hoffnungsvoll. Im Rückblick ist der Wunsch und die Hoffnung auf ein iPhone mit ausklappbarer Tastatur fast kurios.

Heute finden sich kaum noch Benutzer, die ein Telefon mit physischer Tastatur bevorzugen. Wir leben jedoch in einer Welt mit vielfältigen Bedürfnissen, in der auch ein kleiner Prozentsatz an Benutzern eine große absolute Anzahl ausmacht.

Tablets haben selbstverständlich keine physische Tastatur. Doch Tablet sind eben keine Smartphones – denn viele Benutzer wünschen sich noch immer eine physische Tastatur. Es gibt zahllose Peripheriegeräte, in denen eine Tastatur in eine Tablet-Tasche oder ein anderes Zubehör integriert ist. Woran liegt das? Der Grund ist ganz einfach, dass Benutzer Tablets anstelle eines PCs verwenden und sich mit einer Tastatur bestimmte Aufgaben schlichtweg schneller erledigen lassen.

Benutzer, die mehr als nur einige Zeilen Text schreiben möchten (auch ohne Software wie Microsoft Office), empfinden Bildschirmtastaturen als unzulänglich. Die Fingereingabe auf Glas ist bestenfalls halb so schnell wie die Eingabe über eine physische Tastatur (häufig sogar noch viel langsamer). Der Mehraufwand steht einer optimalen Nutzung entgegen.

So wie einige Personen große Textmengen mit T9 eingeben können, gibt es andere, die mit der Mehrfingereingabe völlig zufrieden sind. Viele Personen sehen jedoch Vorteile in der präzisen, zuverlässigen und schnellen Eingabe mit einer physische Tastatur. Ein Betriebssystem und dessen Anwendungen sollten bezüglich der Verfügbarkeit von Eingabemöglichkeiten keine Kompromisse eingehen.

Auch abseits von Smartphones ist die Fingereingabe das sich am schnellsten verbreitende Modell für eine enorme Anzahl von Anwendungsbereichen – vielen dieser Anwenden finden mithilfe von Windows-PCs statt! Von Kassensystemen über Geldautomaten bis hin zu Videotheken, Check-in-Schaltern auf Flughäfen und Waagen im Supermarkt: Fingereingabegeräte finden Sie buchstäblich überall. Wie wollen Sie also einem fünfjährigen Kind erklären, dass beim Berühren eine Laptopbildschirms nichts passiert?

Die Vorstellung, dass der PC das einzige Computergerät bleiben soll, das ohne Fingereingabe funktioniert, erscheint unlogisch. Das erinnert an vergangene Diskussionen über die Verwendung von Farben in Zeiten, als PC-Bildschirme üblicherweise einfarbig waren. Farben sind überall, und dennoch waren viele der Meinung, Farben würden von der Arbeit ablenken und sollten Spielen vorbehalten bleiben. (Das Office-Team führte übrigens eine umfassende Diskussion über die Verwendung von farbigen Symbolen in der ersten Version, die über Symbolleisten verfügte.)

In zehn oder weniger Jahren werden wir auf diese Übergangsphase zurückblicken und einander fragen: „Erinnerst du dich an die Zeit, als es noch PCs ohne Touchscreen gab? Komisch, oder?“

Die Entwicklung einer erfolgreichen Touch-Oberfläche

Einiger Blogger haben darüber geschrieben, wie viel Microsoft in die Entwicklung der Fingereingabetechnik in Windows 7 investiert hat, jedoch letztendlich nur unzureichende Erfolge vorweisen konnte. Dabei wurde darauf verwiesen, dass die Touch-Oberflächen von Smartphones und Tablets Windows-basierte Geräte längst abgehängt hätten. Seit der ersten öffentlichen Vorführung von Windows 7 haben wir die Fingereingabe umfassend überarbeitet. Jedoch hat sich der Ansatz, die Fingereingabe einfach als Zusatz der vorhandenen Windows-Desktopsoftware zu implementieren, nicht als eben optimal erwiesen. Diese Programme wurden für Maus und Tastatur entwickelt. Das einfache Hinzufügen der Fingereingabe konnte die Möglichkeiten dieser Methode nicht ausschöpfen.

Wir haben für Windows 8 sowohl Ansatz als auch die Umsetzung der Fingereingabe wesentlich geändert.

Unser Ansatz für die Fingereingabe in Windows 8 umfasst zwei Bereiche:

1. Verbessern der Fingereingabe auf dem Desktop.

Viele Benutzer von Windows 7 haben uns mitgeteilt, dass die Fingereingabe auf dem Desktop verbessert werden muss. Wir haben daher größere Fingereingabeziele erstellt, die Steuerelemente etwas weiter verteilt sowie eine gezielte Fuzzylogik hinzugefügt, um allgemeine Steuerelemente, wie beispielsweise anpassbare Fensterrahmen, leichter greifbar zu machen.

Wir haben der Versuchung widerstanden, von Benutzern zu verlangen, dass diese sich zwischen Maus und Tastatur ODER der Fingereingabe entscheiden müssen. Viele Desktop-Apps wurden für Maus oder Tastatur entwickelt. Keine Verbesserung der Fingereingabe auf dem Desktop kann das ursprüngliche Entwicklungsziel dieser vorhandenen Anwendungsoberflächen rückgängig machen. (Diese Programme sind längst erschienen und in vielen Fällen liegt die Veröffentlichung über zehn Jahre zurück!)

Wir sind uns jedoch sicher, dass die Fingereingabe neben Maus und Tastatur für die Verwendung auf der Desktop-Oberfläche eine willkommene Ergänzung darstellt. Bisher wurden neue Eingabemethoden nahtlos integriert. Kontextmenüs, Tastenkombinationen, Symbolleisten und Menüs erzielen auf unterschiedliche Weise das gleiche Resultat. Jeder entscheidet selbst, welche Methode er bevorzugt.

Dies gilt auch für die Fingereingabe. Ich habe im letzten Jahr täglich auf einem Laptop mit Touchscreen gearbeitet (Lenovo x220 Tablet) und kann mir heute kaum noch vorstellen, beim Scrollen den Bildschirm nicht zu berühren oder in einem Dialogfeld nicht auf die Schaltflächen „OK“ oder „Abbrechen“ zu tippen. Jedes Mal, wenn ich einen Laptop ohne Touchscreen verwende, muss ich mich erst wieder daran gewöhnen. Natürlich verwende ich nicht ausschließlich die Fingereingabe, jedoch macht sie einen bedeutenden Teil meines Umgangs mit dem PC aus. Sogar an meinem Arbeitsplatz berühre ich instinktiv den großen Bildschirm, ohne dabei zu denken: „Nur weil dieser Bildschirm an einen Desktop-PC angeschlossen ist, kann ich darauf die Fingereingabe nicht verwenden.“  

2. Entwickeln einer Umgebung, die ausschließlich bzw. vorrangig für die Fingereingabe geeignet ist.

Die Fingereingabe wird innerhalb der neuen Benutzeroberfläche sowie bei WinRT-Apps gleichwertig neben Maus und Tastatur behandelt. Genauso wie Sie einen PC mit Maus und Tastatur (bzw. nur mit der Tastatur) verwenden können, steht Ihnen auch die Fingereingabe zur Verfügung. Anders ausgedrückt: Wir wollten eine Benutzeroberfläche entwickeln, die neu ist und vorrangig bzw. ausschließlich auf Touchscreens ausgelegt. Sind Maus und Tastatur vorhanden, sollen diese auch unabhängig von der Fingereingabe verwendet werden können. Ob Tastenkombinationen oder Gesten: Sie entscheiden ganz nach Ihren Vorlieben und den Funktionen Ihres PCs.

Viele waren der Meinung, dass die Fingereingabe für bestimmte Formfaktoren keine Rolle spielt. Wir kennen alle die Kommentare über unzureichende Handhabung, Fingerabdrücke, die Gefahr, den Bildschirm umzustoßen usw. Ähnliche Kommentare und ablehnende Reaktionen gab es bei der Einführung der Maus: „Jetzt kann ich meine rechte Hand nicht mehr auf der Tastatur lassen“, „Mein Handgelenk schmerzt“, „Ich kann mich nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren, und muss ständig auf den Bildschirm schauen“ usw.

Während die Ergonomie eines Tablets in einem Dock mit Tastatur vergleichbar mit einem Laptop mit Touchscreens ist, gibt es keine Zweifel darüber, dass sich die Fingereingabe auf Laptops und Desktops wesentlich von der auf Tablets unterscheidet. Wenn Sie jedoch bedenken, dass die Fingereingabe nicht als ausschließliche Eingabemethode gedacht ist, werden Sie deren Vorteile erkennen. (Wir gehen nicht davon aus, dass Sie nur Geräte verwenden werden, die die Fingereingabe unterstützen – obwohl wir auch glauben, dass Sie die Fingereingabe rasch vermissen werden, wenn sie einmal nicht zur Verfügung steht.)

Wir haben bei der Entwicklung von Windows 8 berücksichtigt, dass ein PC so funktionieren soll, wie der Benutzer es wünscht, unabhängig davon, ob Sie einen Laptop mit integrierter Tastatur, ein Tablet mit angeschlossener Tastatur (verkabelt oder drahtlos) oder ein anderes Gerät verwenden. Die Fingereingabe funktioniert mit allen Formfaktoren und Sie können sich jederzeit für eine Eingabemethode entscheiden. Genau das meinen wir, wenn wir sagen, dass Windows 8 ein Betriebssystem wird, bei dem Sie keine Kompromisse eingehen müssen.

Metro-Stil und Desktop: eine notwendige Einheit

Bisher ging es in diesem Beitrag hauptsächlich darum, wie wir bei der Entwicklung von Windows 8 die von uns beobachteten Trends berücksichtigt haben: die Beliebtheit von Laptops und Tablets sowie die daraus folgenden Erwartungen bezüglich langer Akkulaufzeiten, den Fokus auf Benutzer und deren Aktivitäten statt auf Dateien und Dokumente, die Allgegenwärtigkeit von Cloud-Diensten und die bevorstehende allgemeine Verbreitung der Fingereingabe auf allen PCs.

Welche Rolle nimmt also die Desktop-Oberfläche in Windows 8 ein?

Es ist ziemlich einfach. Auf der Desktop-Oberfläche werden alle vorhandenen, leistungsstarken und vertrauten Windows-Programme ausgeführt, die für Maus und Tastatur entwickelt wurden. Office. Visual Studio. Adobe Photoshop. AutoCAD. Lightroom. Diese Softwareprogramme sind weit verbreitet, haben vielseitige Funktionen und erleichtern bzw. ermöglichen erst die Arbeit am PC. Die Möglichkeit, die Fenstergröße anpassen und mehrere Fenster überlappend darstellen zu können ist ein enormer Vorteil der Desktop-Oberfläche gegenüber Tablets, die diese Funktionen nicht bieten. Es ist ein ausdrückliches Entwicklungsziel von Windows 8, die zuvor genannte Software optimal zu unterstützen, besser als in allen vorherigen Versionen auszuführen sowie die bestmögliche Plattform für eine Weiterentwicklung dieser Produkte zu bieten.

Wir sehen unseren Ansatz immer wieder bestätigt. Auf der einen Seite versuchen Tablet- und Smartphone-Hersteller verstärkt, neue „PC-Funktionen“ in ihre Geräte zu integrieren: Unterstützung für Peripheriegeräte wie z. B. Drucker, Remotezugriff, Bildschirme mit hoher Auflösung oder neue API-Klassen, die in Windows bereits vorhanden sind. Zur gleichen Zeit fordern Benutzer dieser Plattformen die Unterstützung von Funktionen, die in Windows seit Jahren vorhanden sind. Das beginnt bei Banalitäten wie einer umfassenden Unterstützung für Tastatur und Maus, schließt jedoch auch komplexere Forderungen ein, wie beispielsweise die Unterstützung für mehrere Monitore, Hintergrundprozesse oder barrierefreie Tools von Drittanbietern.

Auf anderen Tablet-Plattformen gibt es ein wachsendes Interesse von Kunden an Apps, die Windows-Desktopprogramme, wie beispielsweise Office, auch auf Touchscreens bringen. Hierfür werden Remotetechnologien verwendet, die Bilder vom Bildschirm des Tablets und die Touchscreen-Eingaben zwischen einem Windows-PC und dem Tablet hin- und hersenden. Da diese Tablets weder systemeigene Windows-Software noch Maus unterstützen und eine dauerhafte Netzwerkverbindung erfordern, ist diese Lösung unzureichend und führt häufig zu enttäuschenden Verzögerungen, pixeligen Bilder und unterbrochenen Verbindungen zum Host-PC.

Wir betrachten die Desktop-Oberfläche nicht als Modus, als veraltet oder ähnliches – für bestimmte Benutzer und Anwendungen handelt es sich schlicht um die beste Arbeitsmöglichkeit. Es ist vergleichbar mit einem „Mobiltelefon“, das hauptsächlich für Internet und E-Mails und kaum für etwas anderes verwendet wird. Oder ein brandneues Tablet, das nur zum Surfen verwendet wird.

Die Desktop-Oberfläche ist perfekt für Maus und Tastatur sowie große bzw. mehrere Monitore geeignet. Sie ist leistungsstark und flexibel und der Benutzer kann Größe und Layout der Fenstern auf dem Bildschirm nach belieben festlegen.

Wenn Sie weiterhin die Desktop-Oberfläche verwenden möchten, Sie nicht vorhaben, jemals einen PC mit Touchscreen oder Apps aus dem Windows Store zu verwenden, ist Windows 8 noch immer das richtige Betriebssystem. Die in Windows 7 integrierte Desktop-Oberfläche wurde mit zahlreichen Ergänzungen versehen, wie beispielsweise dem neuen Task-Manager, dem neuen Explorer, dem Dialogfeld zum Kopieren von Dateien, Hyper-V auf dem Client, Taskleisten für mehrere Bildschirme und Hintergrundbilder usw. Und das alles in einem Betriebssystem, das weniger Systemressourcen beansprucht als Windows 7. Die neue Startseite setzt lediglich die mit Windows 7 begonnene Entwicklung fort, unterschiedliche Elemente der Benutzeroberfläche zusammenzuführen: System- und Programmstart, Wechsel zwischen Anwendungen sowie Benachrichtigungen.

Sie haben die Wahl. Wenn Sie möchten, können Sie nur Desktop-Apps verwenden. Sie können auch ausschließlich neue Apps verwenden. (In diesem Fall wird der Desktop-Code noch nicht einmal geladen.) Sie können auch eine Kombination von Apps in beiden Umgebungen verwenden. Wir gehen davon aus, dass schon bald alle Benutzer beide Arten von Apps verwenden werden. Vor allem, da die neuen Windows 8-Apps mit viel Kreativität und Hingabe entwickelt wurden.

Zwei, nicht drei Geräte

Stellen Sie sich ein Tablet vor. Leicht und dünn. Mit erstaunlicher Akkulaufzeit. Und einem wunderbaren Bildschirm. Sie können auf Ihr Tablet auf der Couch verwenden, die ansprechende und flüssige Benutzeroberfläche genießen und die Dinge tun, die Sie auf Ihrem Tablet am liebsten machen: spielen, soziale Netzwerke verwenden, im Internet surfen, lesen, Fotos ansehen, fernsehen. Sie tauchen einfach in Ihre Lieblingsbeschäftigungen ein. Sie können das Tablet auch Ihrer Tochter geben, und sie weiß genau, wie sie es verwenden kann.

Wenn Sie dann vielleicht doch arbeiten müssen, setzen Sie das Tablet einfach in ein Dock und schließen eine Tastatur an oder klappen diese aus – sofort steht Ihnen die ganze Desktop-Oberfläche von Windows zur Verfügung, mit einer Vollversion von Microsoft Office, mehreren Monitoren, Peripheriegeräten und einer Maus.

Oder stellen Sie sich einer federleichten Laptop mit einem wunderbar großen Bildschirm und einer großartigen Tastatur vor. Zusätzlich zu allen anderen Dingen, die Sie heutzutage mit dem Laptop erledigen, können Sie auch Ihre neuen Lieblings-Apps verwenden, die für moderne Tablets entwickelt wurden.

Windows 8 geht von der Annäherung zweier Gerätetypen aus: Laptop und Tablet. Sie müssen nicht mehr drei Geräte mit sich herumtragen (Mobiltelefon, Tablet und Laptop), sondern nur noch ein Mobiltelefon und einen Windows-PC. Einen PC, der gleichzeitig das beste Tablet oder Laptop ist, das Sie bislang verwendet haben – mit allen Funktionen der vertrauten Desktop-Oberfläche von Windows. Sie können sich entscheiden, ob Sie ein Tablet oder Laptop bzw. Convertible mitnehmen, aber Sie müssen nicht beide Geräte zusätzlich zu Ihrem Mobiltelefon mitnehmen. Sie müssen nicht zwischen einem oder dem anderen wählen. Und Sie müssen sich auch nicht ärgern, versehentlich das falsche Gerät eingepackt zu haben. Es geht auch einfach ohne Kompromisse.

Derartige Hardware ist noch selten, wird im Lauf des Jahres jedoch allgemein verfügbar sein. Das ist das Versprechen von Windows 8. Sie können sich sicher vorstellen, warum diese Art von Geräten die Wahrnehmung von PCs verändern wird.

Aktualisieren der Darstellung der Desktop-Oberfläche

Mehrere Blogger haben sich gefragt, inwieweit wir die grafische Darstellung der Desktop-Oberfläche in Windows 8 verändern werden.

Wir wissen es zu schätzen, dass Benutzer auf verschiedenen Websites Screenshots von ihren Entwurfsvorschlägen für die „Metro-isierung“ der Darstellung der Desktop-Oberfläche bereitgestellt haben. Es ist faszinierend, wie viel Interesse und Leidenschaft in deren Entwicklung steckt!

Wir haben uns sehr genau überlegt, welche Änderungen wir an der Desktop-Darstellung in Windows 8 vornehmen. Wir haben uns sehr viele Bilder angesehen und hunderte von Designs in Betracht gezogen. Das vorrangige Ziel war die grafische Harmonisierung von Windows, wobei der vertraute Windows 7-Desktop und die Kompatibilität mit vorhandenen Apps erhalten bleiben sollte.

Wir haben uns entschieden, die Darstellung des Desktops dem Metro-Stil anzupassen, während wir aus Gründen der Kompatibilität die Größe der Fensterumrahmungen, der Steuerelemente und der System-Steuerelemente beibehalten haben. Wir haben auf Aero verzichtet, Oberflächen geglättet, Reflexionen entfernt und störende Farbverläufe vermieden.

Im Folgenden finden sich einige unserer Überlegungen:

  • Während ein großer Teil der Windows-UI im Metro-Stil weiße Schrift vor einem Hintergrund mit satten Farben verwendet, wird für die Desktop-Oberfläche von Windows 8 weiterhin schwarze Schrift vor hellem Hintergrund verwendet – wie auch bereits unter Windows 7. Dadurch soll eine maximale Kompatibilität mit vorhandenen Programmen hergestellt werden.

    Seit der Veröffentlichung von Windows Vista, mit dem das Aero-Glas eingeführt wurde, wurden viele Desktopprogramme an diese graphische Darstellung angepasst.

    Einige Leser können sich sicherlich noch an die erheblichen Kompatibilitätsprobleme erinnern, die bei der Änderung der Systemfarben von hell nach dunkel (Windows XP) oder von dunkel nach hell (Windows Vista) aufgetreten sind. Es hat viele Jahre gedauert, um diese Probleme vollkommen zu beheben. Wir ziehen es vor, dass diese Kompatibilitätsprobleme nicht erneut in der anderen Richtung auftreten. Eine „Farbanpassung“ des neuen Desktop-Designs ist daher nicht zweckmäßig. 

  • Wir möchten auch weiterhin eine leichte und lockere Darstellung der Fenster, sowie Umrahmungen, die nicht vom Inhalt der App ablenken. Wir bezeichnen Apps im Metro-Stil als frei von Zierrat (d. h. ohne Titelleiste, Ränder oder umliegender Windows-UI). Desktop-Apps weisen im Vergleich dazu reichlich Zierrat auf. Bei vielen geöffneten Fenstern verlieren Benutzer da schon Mal den Überblick. Aero wurde entwickelt, um die Aufmerksamkeit auf App-Inhalte zu richten und die System-UI von Windows in der Hintergrund zu rücken. Dies ist heute noch immer von Bedeutung, und während wir uns jenseits von Aero bewegen, möchten wir diese Ziele nicht aus den Augen verlieren.
  • Grafische Kompatibilität mit Windows 7: Windows 7 ist die bisher beliebteste und am häufigsten verwendete Version von Windows. Wir haben uns bewusst darum bemüht, die grafische Darstellung von Windows 8 dem vertrauten Desktop von Windows 7 anzupassen. Dadurch fühlen sich Benutzer, die vorwiegend den Desktop verwenden, in der neuen Umgebung sofort zurecht und zu Hause.

Wir haben an der grafischen Darstellung in Windows 8 jedoch einiges verbessert. Neben der vertrauten Umgebung wollten wir auch einige Ideen aus unserer neuen Formsprache übernehmen und diese nach Möglichkeit hinzufügen.

Wir haben die Umrahmungen der Fenster und die Taskleiste aufgefrischt und aktualisiert. Das „Glas“ und die Reflexionen sind verschwunden. Fensterränder und Taskleiste wurden geglättet. Wir haben Glanzeffekte und Farbverläufe von den Schaltflächen entfernt. Wir haben die Darstellung von Windows durch das Entfernen unnötiger Schatten und Transparenzen klarer gestaltet. Die Standardfensterumrahmung ist weiß und wirkt dadurch leicht und edel. Die Taskleiste wird weiterhin in den Desktophintergrund eingeblendet, wurde jedoch vereinfacht.

Abschließend haben wird die Darstellung der am häufigsten verwendeten Steuerelemente aktualisiert, wie beispielsweise der Schaltflächen, Kontrollkästchen, Schieberegler sowie des Menübands. Wir haben abgerundete Ränder geglättet, die Farbverläufe entfernt, und die Steuerelemente flacher gestaltet, um diese an das neue Design anzupassen. Wir haben auch die Farben angepasst, die jetzt moderner und neutraler wirken.

Zwei überlappende Fenster auf dem geöffneten Windows 8-Desktop.

Während sich einige dieser grafischen Änderungen in der Release Preview schon andeuten, wurden die meisten noch nicht integriert. Diese werden Sie dann in der endgültigen Version von Windows 8 erleben!

Wie können sich Benutzer an Windows 8 gewöhnen?

Nach der Veröffentlichung der Consumer Preview haben sich einige Benutzer gefragt, wie groß die Veränderungen sein werden. Die neue Benutzeroberfläche enthält einige neue Konzepte: insbesondere sind Streifbewegungen von den Rändern (für die Fingereingabe) und Zeigebewegungen in die Ecken (für die Maus) zu nennen.

Beide Gesten funktionieren in der Consumer Preview noch nicht richtig. Wir befinden uns noch in der Testphase, in der noch nicht alles perfekt sein kann. Die Ecken lassen sich mit der Maus noch nicht zuverlässig anpeilen. Das ist mitunter sehr frustrierend. Wir haben diesbezüglich bei internen Builds bereits erhebliche Verbesserungen erzielt. Bereits erhältliche Touchscreens, die für Windows 7 entwickelt wurden, interpretieren Streifbewegungen vom Rand nicht optimal. Die gute Nachricht: Für Windows 8 entwickelte Hardware zeichnet sich durch eine exzellente Erkennung an den Rändern aus und unsere Partner in der Geräteherstellung haben sehr viel Zeit in die Entwicklung investiert.

Die Gesten werden konsistenter umgesetzt und funktionieren besser als in der Consumer Preview. Aber wie gewöhnen sich Benutzer daran?

Wir werden schon bald darüber berichten: wie Benutzer die neuen Konzepte entdecken und erlernen können und wie wir sicherstellen möchten, dass Benutzer sich mit einem neuen Windows 8-PC zurechtfinden.

Benutzer nehmen neue Funktionen in der Regel rasch an. Während der gesamten Entwicklungsgeschichte des Computers haben sich Benutzer immer wieder an Neuerungen angepasst, ebenso wie beim Wechsel zwischen unterschiedlichen Websites, Apps oder Telefonen. Natürlich möchten wir den Übergang für Benutzer so einfach wie möglich gestalten, damit sich alle schnell zurecht finden.

Ausblick

Mit Windows 8 blicken wir in die Zukunft, ohne die Vergangenheit zu vergessen. Die Fähigkeiten des Computers und dessen Nutzung werden neu entdeckt. Windows 8 ermöglicht unglaublich leichte, flache Tablets und Laptops mit herausragender Akkulaufzeit. Sie können Fingereingabe, Maus und Tastatur in allen Kombinationen verwenden. Zudem ist es das funktionsreichste, schlankste und benutzerfreundlichste Betriebssystem für Desktop-PCs und Spieleplattformen.

Das neue Windows 8 setzt auf die Zukunft der Computerentwicklung und verweist auf die Bedeutung von Windows in dieser Zukunft. Wir wollten neue Maßstäbe setzen, die Verwendung des Computers zu einem Erlebnis machen, die Zusammenarbeit verschiedener Apps vereinfachen, alle Vorzüge auf einem Bildschirm und an einem Ort zeitgemäß vereinen.

Wir glauben an eine Annäherung, das hat sich bei Technik immer wieder gezeigt und wird auch weiterhin so sein. Wir glauben, dass in Zukunft weniger, dafür jedoch leistungsstärkere Geräte verwendet werden. Neben Ihrem Smartphone brauchen Sie nur noch ein weiteres Gerät, dass Sie sowohl auf der Couch als auch auf Ihrem Schreibtisch verwenden können. Benutzer möchten Geräte mit langer Akkulaufzeit, die zugleich so leistungsstark sind, dass vertraute und funktionsreiche Software ausgeführt werden kann – und die selbstverständlich auch mit Maus und Tastatur bedient werden können. Hochgradig personalisierte Gerät mit selbstverständlicher Cloud-Anbindung, die Ihre Einstellungen und Inhalte überall und zu jeder Zeit bereitstellten.

Natürlich haben einige Bestandteile der Windows 8-Benutzeroberfläche Diskussionen hervorgerufen – doch Veränderungen setzen sich mit der Zeit durch. Nicht alle lassen sich im ersten Anlauf überzeugen.

Windows 8 kann sich erst voll entfalten, wenn die neue Hardware von unseren Partnern bereitgestellt wird und alle App-Entwickler Zugang zum Store haben. Jedoch funktioniert Windows 8 unzweifelhaft auch problemlos mit der für Windows 7 entwickelten Hardware – mit und ohne Touchscreen. Da wir Windows 8 insbesondere auch für Laptops und Desktop-PCs entwickelt haben, funktioniert das System selbstverständlich mit Windows 7-Hardware. Denken Sie an frühere Versionen von Windows, die auch mit der vorhandenen Hardware funktioniert haben – und noch besser mit neuer Hardware. Das ist unser Ansatz bei Windows 8.

Als wir 1993 das heute als Windows 95 bekannte Betriebssystem entwickelt haben, waren PCs beige, schwer, unbeweglich und hatten keine Internetverbindung. Ein durchschnittlicher PC kostete auf heutige Verhältnisse umgerechnet ca. 3000 €!

Heute finden Sie PCs in der Küche, im Wohnzimmer, im Café, in Ihrer Handtasche, im Zug oder auf dem Beifahrersitz von Autos. Sie sind zunehmend tragbar, internetfähig, erschwinglich und schick. Windows-PCs werden beruflich verwendet – ganz gleich, wo Sie arbeiten. Was vor 20 Jahren noch kaum vorstellbar war, ist heute Realität.

Die Welt verändert und entwickelt sich immer weiter. Auch Windows wird sich weiter verändern – wie in seiner 27-jährigen Geschichte.

Unsere Ziel für Windows 8 war die Entwicklung einer modernen, schnellen und flüssigen Plattform, die das nächste Jahrzehnt der Computerentwicklung entscheidend mitbestimmt. Windows 8 wird die Wahrnehmung von Tablets und Laptops sowie die Rolle von tragbaren Geräten verändern.

Wir wollten ein Betriebssystem entwickeln, das jeder nach seinem Geschmack verwenden kann und das eine neue Art PCs ermöglicht – PCs die Sie schätzen und auf die Sie nicht mehr verzichten möchten.

Jensen Harris