.NET ist lebendiger als je zuvor und das wurde auf der diesjährigen //build und TechEd Konferenz mit diversen Sessions unterstrichen. Die wichtigsten Themen haben Chris und Dariusz in ihrem Video zusammengefasst.

 

Trotzdem möchte ich in diesem Blog Artikel die interessantesten Ankündigungen rund um die nächste Generation von .NET zusammenfassen:

  • .NET Foundation
  • .NET Native
  • .NET Compiler Platform ("Roslyn")
  • Die nächste Generation des JIT Compilers "RyuJIT"
  • Visual Studio 14 CTP Platform Image auf Azure IaaS

Scott Guthrie hat auf der Build 2014 die .NET Foundation angekündigt. Im Zuge der Open-Source Legung größerer Teile des .NET Frameworks, soll sich die .NET Foundation um den Transfer und die Weiterentwicklung quelloffener .NET Technologien kümmern. Der .NET Foundation gehören neben Xamarin (Mono Framework), MS Open Technologies, sechs weitere Firmen an. Zum Start werden 24 .NET Open Source Projekte u. a. die neue Compiler Plattform ("Roslyn") sowie sechs Xamarin Bibliotheken wie z. B. MimeKit und MailKit unter der Schirmherrschaft der .NET Foundation stehen. APIs sollen künftig über NuGet schneller und auch auf neuen Platformen ausgeliefert werden. Portable Class Libraries helfen Entwicklern Code auf anderen Plattformen wiederzuverwenden (Universal Apps) und die Community soll aktiv an der Weiterentwicklung beteiligt werden. Wer sich hierüber genauer informieren möchte, empfehle ich einen Blick auf die Homepage der .NET Foundation zu werfen.

Bei .NET Native erzeugt der neue Compiler keine Intermediate Language mehr, sondern direkt Maschinencode für die jeweilige Prozessorarchitektur. Ebenso liegt das .NET Framework als optimierter Code (.NET Native Framework) mit einer minimalen Common Language Runtime (CLR) vor. Die von einer Anwendung benötigten Teile des Frameworks werden vom Compiler statisch in die zu erstellende App gelinkt. Dabei kommt der hoch optimierte C++ Compiler mit den gleichen Optimierungen zum Einsatz, die auch bei C++ Programmcode angewendet werden. Die .NET Native Preview kann schon heute für Windows Store Apps genutzt werden. Erste Tests der Produktgruppe mit den Top Windows Store Apps wie z. B. Wordament zeigen, dass mit .NET Native kompilierte Programme ca. 60% schneller starten und durchschnittlich 25% weniger Speicher benötigen. Download der .NET Native Developer Preview.

Noch ein paar Sätze zur neuen Compilerplattform Roslyn sowie dem neuen JiT Compiler RyuJIT. RyuJIT ist der neue 64-bit Compiler für .NET und soll vor allem Server Apps zu schnelleren Startzeiten verhelfen. Bisher wurde bei der Performance des 64-bit Compilers auf lang laufende Serverprozesse fokussiert. Der Code wird einmal JiT-compiled und läuft dann für eine lange Zeit. RyuJIT basiert auf der selben Codebasis wie die x86 JiT. Damit können künftige Innovationen im Compiler schneller umgesetzt werden und Kunden profitieren von mehr Konsistenz bei .NET Programmen auf x86 und x64 Plattformen (RyuJIT: The next-generation JIT compiler for .NET)

Roslyn ist die neue Complierplattform, die mit Visual Studio 14 Einzug halten wird und jetzt schon als Preview verfügbar ist. Die Idee von Roslyn ist, den Compiler als Dienst zu betrachten, der alle Schritte von der Quelltext Analyse bis zur Generierung von .NET Bytecode ausführt. Dabei ist jede Phase steuerbar, sodass man jederzeit Informationen abrufen kann. Diese stehen als .NET APIs zur Verfügung. Roslyn ist eine Reimplementierung der bestehenden C# und VB Compiler in C#. Vor allem wird auch Visual Studio von Roslyn profitieren, da z. B. Refactoring Features künftig einfacher und schneller implementiert werden können (.NET Complier Platform auf CodePlex).

Zu guter Letzt. Gestern hat die Produktgruppe ein fertig konfiguriertes Visual Studio 14 Image in der Azure Galerie zur Verfügung gestellt. Wer Lust hat die neuen Funktionen zu testen und uns Feedback zu geben - ohne großen Installationsaufwand - kann sofort loslegen. Details gibt’s im Microsoft ALM Blog.

Viel Spaß

Artur & Chris