August, 2010

  • UX-Strategie | Der User Experience Blog ♣♦♥♠ Gedanken, Neuigkeiten, Ideen

    Wie man die gamescom überlebt! --- oder: Sind die denn alle wahnsinnig hier?

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    Letzte Woche war ich auf der gamescom unterwegs. Wir hatten einige Termine rund um Windows Phone 7 Game Development und konnten so einige der interessantesten und innovativsten Game Dev Studios kennen lernen.

    Ich habe hier die 10 wichtigsten Tipps und Aussagen zur  Gamescom!

    1, Der Business Day: Total wichtig, weil da nur Fachpublikum und Presse da ist. Alles in allem etwas ruhiger auf der Messe. Gut, da sind besonders viel “Journalisten” und “Fachhändler” da, die.. sagen wir mal… eine gute Anti-Aging Crème kennen… wobei ich mir sicher bin, das ein Gutteil der Kiddies die da mit Fachbesucherausweisen vom Papa rumlaufen bestimmt gar keine Kiddies mit Fachbesucherausweisen vom Papa sind, sondern verkleidete Hostessen, die für irgend so einen grottigen Cyberpunk Schinken Werbung machen…

    2, Der Katalog: Anständig und gut gefüllt. Hallenpläne sind auch drin (siehe unten). Das Beste: Die Druckfarbe duftet so wirksam wie ein frischer Permanent-Marker!

    3, Hallen: Der Ort der Wahrheit. Folgt einer einfachen aber bestechenden Regel: Je dunkler, desto mehr Publikum kommt… je lauter, desto glücklicher ist dein Publikum. Der ganze Aufwand, dass man ja nicht bei dem Lärm in die Lage kommen muss, mit einem Besucher tatächlich zu reden.

    4, Hallenpläne: Das eigentliche Spiel der gamescom: Wo ist der verf**e Stand J38? Nicht immer sind die Standnummern einfach zu erkennen… nicht immer ist sicher, dass Stände auch tatsächlich zu unserem Raum/Zeit Kontinuum gehören… und ob es tatsächlich ein Stand von einem Spielehersteller und nicht wirklich das Rekrutierungsbüro einer paramilitärischer Einheit ist (wobei… ist bei so manchem Titel kein Unterschied).

    5, Give Aways: Die gamescom geht hier neue Wege! Gibt es auf der CeBit nur Traubenzucker, Kugelschreiber und Demo-CDs, so wartet die gamescom mit Traubenzucker, Kugelschreiber und Demo-CDs auf… nur auf den ersten Blick das Gleiche… aber von der gamescom viiiiiiel cooler Smile

    6,  Marketing: Ja, da laufen sie wieder… gleich 3 Master Chiefs machen Werbung für Halo Reach, ein aufmerksmkeites-erheischund-optimiert gekleidetes Dämchen wirbt für was-weiß-ich-denn und engagiert aussehende (aber genervt schauende) Aktivisten wollen alle und jeden für ein Produkt interessieren, was eh entweder super bekannt ist oder bekannt werden will.

    7, Von A nach B kommen: Es ist eine Übertreibung, dass ab Eröffnung der Messe für die Allgemeinheit der geneigte Fachbesucher sich nur noch mit einer Machete einen Weg durch die Menschenmassen bahnen kann. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass man durchaus davon ausgehen sollte, mindestens 2 Macheten benützen zu müssen! Und Handgranaten! Am Besten, man hat einen Kollegen dabei, der von einer guten Position aus die ganzen Bummler und ich-bleib-hier-mal-stehen Bummler wegsnipert. Oder bin ich wieder im Spiel? Das ist etwas verwirrend hier….

    8, Internationalität: Die gamescom ist eine internationale Angelegenheit. Das merkt man vor allem, wenn man sich kurz vor Augen hält, dass Titel mit dem höchsten Bodycount gerne aus dem Ausland kommen… das sind Sachen, da würde die Anständigkeits-Schere im Kopfe eines deutschen Spieledesigners aktiv werden, noch bevor fir FSK überhaupt gefragt würde. Gibt es eigentlich eine Freigabe ab 30?… ihr wisst gar nicht, wozu Kettensägen so alles gut sind…

    9, Innovationen: Da war so einiges zu sehen und zu lesen. Eigentlich das Interessanteste der Messe… neben Kinect verblassten aber so einige "News”… und leider sind viele Neuigkeiten nur aufgewärmte Sockensoße von Titeln, die nun noch schneller, erbarmungsloser und giftigerer daher kommen.. Wichtig: Schau dir Leute an, die anderen beim Spielen neuer Titel zuschauen… na? was sieht man? Neugierde? Gierde? Freude? Vorfreude? Sehr lohnenswert! Aber aus UX Sicht ist und bleibt das Kinect Projekt das Interessanteste! Steuerung mit Gesten und Sprache, ohne Controller! Das fühlt sich schon ein wenig an, als ob man Minority Report ein wenig überholt hätte Smile

    10, Netzwerken: Das funktioniert eigentlich nur in der Business Area (Nur da kann man sein Gegenüber verstehen). Ist superwichtig, teilweise auch nett und amüsant. Ansonsten müssen die sportlich bepreisten Kaffees und/oder Restaurants auf dem Messegelände herhalten. Es gäbe auch Aussenflächen, die etwas ruhiger als die Hallen sind, aber dort stehen andere Besucher und warten, das sich andere Besucher bewegen.

    So… aber alles in allem war es sehr interessant. Winking smile

    Clemens,
    UXE

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