September ist der Monat, in dem in den meisten Bundesländern die Schule wieder beginnt, man trifft die Klassenkameraden wieder und fängt erzählt sich Geschichten aus den Sommerferien. Einige blicken jedoch besorgt in den neuen Schulabschnitt.

Laut einer repräsentativen FORSA-Studie waren bereits jeder dritte Jugendliche ein Opfer einer sogenannten Cybermobbing-Attacke, so zum Beispiel allein in NRW 400.000 Schüler. Das Spektrum ist hier sehr weit, von Bedrohungen, Beleidigungen, Verleumdungen bis hin zu Missbrauch der Internet-Identität. Damit handelt es sich hierbei um kein Randphänomen mehr.

Die Reaktionen reichen von Wut, Hilflosigkeit und Verzweiflung bis zu körperlichen Reaktionen wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Schlafstörungen.

Was also tun? Hier 10 Tipps bei Cybermobbing:

  1. Übernehmen Sie die Anwaltsrolle: Kinder und Jugendliche wissen, dass Erwachsene in der Lage sind, aktiv positive und verlässliche Unterstützung zu erbringen. Seien Sie offen, zeigen Sie die Konsequenzen auf!
  2. Reden Sie darüber: Fragen Sie die Jugendlichen was sie online tun und erleben. Bringen Sie sie dazu, sich in Mobbingfällen Ihnen oder einem anderen Erwachsenen anzuvertrauen Werden Sie in solchen Fällen aktiv und erläutern Sie, welche Schritte Sie unternehmen werden, Transparenz ist hier sehr wichtig. Versichern Sie, dass hier der Zugang zu PC’s,
    Smartphones und anderen Privilegien nicht eingeschränkt sein wird.
  3. Stellen Sie den Familien-PC an einer zentralen Stelle auf: Falls das Kind bzw. der Jugendliche Computerspiele spielt, stellen Sie den PC im Wohnzimmer oder in einem anderen „Gemeinschaftsraum“ auf. Sicherlich haben Teenager heute viele verschiedene Wege ins Internet zu kommen, dementsprechend ist dieser Weg nicht zu 100% effektiv. Bei älteren Kindern ist es primär wichtig hier offene und transparente Gespräche zu führen.
  4. Seien Sie wachsam: Achten Sie auf ANzeichen von Mobbing. (z.B. wenn sich ein Kind aufregt während es online ist)
  5. Ermutigen Sie Ihre Kinder, Freunde zu suchen und Onlinegemeinschaften zu bilden:  Cybermobber tendieren dazu, sich einzelne Kinder herauszusuchen. Kinder und Jugendliche in Communities bieten hier eine wesentlich kleinere Zielscheibe.
  6. Nicht reagieren: Sagen Sie Ihren Kindern, dass sie nicht reagieren sollen. Mobber ziehen Ihre Befriedigung aus den Reaktionen am Telefon, per SMS oder auf Facebook.
  7. Handeln Sie sofort: Warten Sie nicht darauf, dass das Mobbing von alleine aufhört. Ein Kind weiß, dass Sie helfen können und werden. Wenn Ihrer Meinung nach die eine körperliche Gefahr besteht, wenden Sie sich an die Behörden! Es handelt sich hier nicht um ein Kavaliersdelikt!
  8. Verantwortlichkeit: Unternehmen Sie jede notwendige Anstrengung um den Mobber ausfindig zu machen und zur Verantwortung zu ziehen. Falls es sich um einen Mitschüler handelt, ziehen Sie es auf jeden Fall in Erwägung, die Schule zu informieren. Sollte der Vorfall im Internet passieren, informieren Sie den Provider, den Instant-Messaging-Anbieter oder den Telekom-Anbieter. Viele Dienste haben spezielle Anlaufstellen (z.B. abuse@microsoft.com).
  9. Blockieren Sie den Mobber: Die meisten Webdienste bieten die Möglichkeit, den Mobber zu blockieren. Sie können ebenfalls bei den meisten Microsoft-Programmen Sicherheitsfeatures aktivieren (Windows 7, Windows Vista, XBOX Live und Zune).
  10. Speichern Sie die Beweise: Speichern Sie Textnachrichten, eMails und andere Beweise für das Mobbing für den Fall, dass die Behörden sie brauchen. Es gibt eine ganz klare Gesetzeslage hier.

Autor: Axel Gillert