An Universitäten oder in Forschungseinrichtungen verwenden Wissenschaftler für ihre Forschungsarbeiten anspruchsvolle Anwendungen aus dem Bereich des technisch-naturwissenschaftlichen Rechnens. Dafür müssen sich Projektteams um teure Kapazität an den HPC Clustern im eigenen Rechenzentrum bemühen. Die notwendigen Budgets oder Rechenkapazitäten sind jedoch nicht immer ausreichend verfügbar. Eine gute Möglichkeit bietet hier Cloud Computing. Denn damit können Rechenleistungen, Software und Speicherkapazitäten auf Datenbanken individuell und flexibel über das Internet „gemietet“ werden – und zwar genau für den Zeitraum, für den der Nutzer sie real benötigt.

Mit Windows Azure bietet Microsoft eine offene Cloud-Plattform an, die das schnelle Erstellen, Bereitstellen und Verwalten von Anwendungen in einem globalen Netzwerk von Rechenzentren ermöglicht, die von Microsoft verwaltet werden. Anwendungen können mithilfe beliebiger Programmiersprachen, Tools oder Frameworks erstellt werden. Die Rechenkapazität in Windows Azure skaliert beliebig und in kürzester Zeit.

Wie kann diese Plattform nun für die Forschungsarbeit von Wissenschaftlern eingesetzt werden? Das Beispiel des Fraunhofer Instituts für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI zeigt, wie dies gelingen kann: das Fraunhofer Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI ist ein führendes Forschungsinstitut für Computersimulation und Optimierung sowie für Informationsextraktion aus großen Datenbeständen. Das Institut  modelliert und optimiert industrielle Anwendungen, entwickelt Software und Services für Produktentwurf, Prozessentwicklung und Produktion, und bietet Berechnungen auf Hochleistungscomputern. Ziel dabei sind kürzere  Entwicklungszeiten, kostengünstigere Experimente und optimierte Verfahrensabläufe. Einer der Schlüsselbereiche, in dem das  Fraunhofer Institut  HPC erforscht, ist die Simulation und Optimierung der Verpackung von Produkten in Container oder Verpackungen. Die Lösung, die das FhI SCAI erarbeitet hat, heißt „PackAssistant

Microsoft Corporation und das Fraunhofer Institut  haben nun ein Forschungsprojekt aufgesetzt, das die Schüttgutsimulation aus PackAssistant inklusive dem 3D User Interface nach Windows Azure portiert. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit  werden bis Mitte 2012 verfügbar sein und  aufzeigen, wie die Windows Azure Plattform in solch einem Umfeld genutzt werden kann. Wir werden hier auch in Zukunft über Neuigkeiten aus dem Projekt berichten.