Mit der 2003 gegründeten Bildungsinitiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ hat Microsoft es sich zum Ziel gesetzt, die Sprachentwicklung von Vorschulkindern spielend zu fördern. Die Initiative kommt an, denn inzwischen sind bis heute 7.000 Kindergärten in ganz Deutschland im Programm angemeldet. Die bereits dritte Schlaumäuse-Version, die im Herbst 2012 erscheint, wird nun in den kommenden Monaten während der Test- und Einführungsphase von Studenten der Universität Erfurt wissenschaftlich begleitet.

Die Leitung der Testphase wird dabei von Professor Dr. phil. Gerd Mannhaupt gemeinsam mit 18 Studenten der Universität Erfurt übernommen. „Durch die pfiffige Aufbereitung der Schlaumäuse gehört die Software sicherlich zu den führenden Lernprogrammen im Vorschulbereich“, erklärt Professor Mannhaupt, Experte für Grundschulpädagogik und Kindheitsforschung. Die Wichtigkeit solcher Programme wird durch Sprachtests bewiesen, die zeigen dass rund 10 bis 15 Prozent aller deutschen Erstklässler so gravierende Verständnis- und Ausdrucksschwierigkeiten haben, dass sie dem Unterricht nur schwer folgen können. Bei Kindern mit Migrationshintergrund liegt der prozentuale Anteil sogar bei bis zu 30 Prozent. Die Folge: In Deutschland kann jeder fünfte Schüler im Alter von 15 Jahren nicht richtig lesen – das geht aus einer Studie hervor, die die Europäische Kommission im Juli 2011 in Brüssel vorgestellt hat.

Während der Testphase hat das Expertenteam die spannende Aufgabe gemeinsam mit den Entwicklern der neuen Software in einem mehrtägigen Blockseminar verschiedene Aufgabenstellungen herauszuarbeiten, die auch Bestandteil der Examensarbeit der angehenden Pädagogen sein wird. In den kommenden Monaten besuchen die Studenten regelmäßig Test-Kitas und Grundschulen, um dort zu prüfen, wie die Kinder mit der neuen Schlaumäuse-Software zurechtkommen. „In spezifischen Untersuchungen wollen wir herausfinden, wie wirksam die Schlaumäuse tatsächlich sind“, beschreibt Gerd Mannhaupt die Testvorgänge. Die Studenten werden dafür in einem Wirkungstest den aktuellen Sprachstand der Kinder ermitteln. Nach einer Übungsphase mit den Schlaumäusen wird der Sprachstandstest erneut absolviert. Das Ergebnis zeigt anschließend auf, inwieweit die Lernsoftware die Sprachkompetenz der einzelnen Kinder beeinflusst hat. Bevor die neue Schlaumäuse-Lernsoftware dann im Herbst auf dem Markt erscheint, finden eine umfangreiche Auswertung der Testergebnisse sowie eine Überarbeitung der Schlaumäuse-Lernmodule statt.