Detlef Steppuhn, Leiter Neue Technologien und Medien am Erich-Gutenberg-Berufskolleg in Köln, begleitete uns letzte Woche während der BETT Week in London. Lesen Sie hier seinen Erfahrungsbericht:

Bereits vor 8 Jahren durfte ich erstmals auf Einladung von Microsoft an einer Veranstaltung von Partners in Learning in London teilnehmen. Dieses Jahr ging es wieder in die britische Hauptstadt zur Innovative Schools Tour 2013. Es trafen sich diesmal ca. 250 Lehrer und deren Microsoft-Ansprechpartner aus der ganzen Welt in London zur BETT Week.

Auf dem Programm stand der Besuch der Cornwallis Academy in Kent, die seit einigen Jahren neue Wege in der Schullandschaft geht. Das Curriculum wurde neu konzipiert zum „Lernen fürs Leben“. Beindruckend war vor allem die Großzügigkeit der Räumlichkeiten und das weitestgehend offene Arbeiten – das Auflösen von Klassenzimmern zugunsten von gut ausgestatteten „Lernlaboren“. In einer großzügig gestalteten Küche findet man bspw. alles was man zum Thema Kochen benötigt, wie Herd, Backofen und Kühlschrank inkl. Lebensmitteln. Daneben gibt es ein Musiklabor mit Schlagzeug, Keyboards, Gitarren, Verstärkern und Musik-Hard- und Software, das einem professionellen Aufnahmestudio in nichts nachsteht. Weitere Lernräume für Kunst, Fotografie, Videoerstellung und –bearbeitung liegen direkt nebenan. Alle diese Lernräume bieten somit die grundlegende Infrastruktur für das „Lernen fürs  Leben“.

Natürlich ist das Alles nichts Neues - entsprechende Ansätze finden sich auch an unserer Schule, dem  Erich-Gutenberg-Berufskolleg für angehende IT-System/Informatikkaufleute, wieder. Dort wird bereits seit einigen Jahren handlungsorientiert mit Laborräumen in den Fachbereichen Betriebssysteme, Multimedia und Netzwerke gearbeitet.

Doch die konsequente Umsetzung in der kompletten Academy ist bemerkenswert. Dazu gehören neben der Kantine, ein Empfang/Reception, Stillarbeitsecken, MM-Ecken u.v.m. Im ganzen Campus spiegeln Merksätze wie bspw. „Nothing is impossible“ oder „If you expect the best, you have to give your best“ die Grundstimmung dieser Konzeption wider.

Das Konzept wird aber auch im Lehrereinsatz konsequent weitergeführt. Lehrer arbeiten in Teams und haben großen didaktischen Freiraum zum Arbeiten. Alle Schüler und Lehrer haben Zugriff auf neueste Technologien und arbeiten im 1:1 Computing, d.h.  jeder Schüler und jeder  Lehrer hat einen eigenen Computer in der Schule. Eine enorme „Materialschlacht“, die diese Schule einzigartig macht. Man verlässt diesen Campus mit dem Gefühl, dass hier tatsächlich von Allen das Beste gegeben wird. Der Besuch zeigte mir aber auch, dass wir in unserer Schule auf dem richtigen Weg sind und wir Lernräume, die das „learning by doing“ fördern, weiter voran bringen müssen – wie bspw. unsere IT-Laborräume oder das neu geplante Selbstlernzentrum.

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der BETT. Die BETT wurde von Anthony Salcito, Vice President Worldwide Education bei Microsoft, in der beeindruckenden Microsoft-Bett-Arena eröffnet. Imponierend war bei seiner Eröffnungsrede die Vehemenz, mit der er die Bedeutung von Schule noch einmal heraushob und auch die helfende Hand seitens Microsoft bekräftigte. „We believe that education is the single most important investment in the future of individuals, communities, nations, and the world – that it is vital to sustainable social and economic success. It is also a fundamental human right. The reality is that education, globally, faces a crisis; a crisis of resources, of time, and of support. Governments need help. School leaders need help. Educators need help. Students need help. That’s where Microsoft Partners in Learning can lend a hand. “

Deutschen Schulen steht an dieser Stelle das Partners in Learning Programm zur Seite, an dem das Erich-Gutenberg-Berufskolleg bereits seit längerer Zeit teilnimmt. Auch die Microsoft IT-Academy und das FWU-Programm sollten an dieser Stelle erwähnt werden, denn auch diese Microsoft-Initiativen helfen uns massiv in der Schule weiter. Wie es der Zufall wollte, traf ich auf der Messe einen Vertreter einer Aachener Firma (AixConcept), die uns bei einem unserer nächsten Projekte (Migration unseres derzeit eingesetzten Portals nach Office 365) hoffentlich weiterhelfen kann – die Welt ist klein. Und dafür sind Messen bestens geeignet – wichtige Menschen zu treffen und kennen zu lernen, um für die nächsten Schritte neue Partner zu finden.

Letzter Programmpunkt auf meiner Innovative Tour war die Teilnahme am Microsoft School Technology Innovation Workshop in der Microsoft Zentrale in London. Hier konnte man sich am Vormittag durch Vorträge verschiedener Inhalte weitere Ideen holen oder eigene Visionen und Ideen bekräftigten lassen. Am Mittag ging es dann in einen Workshop mit vielen Kollegen aus aller Welt weiter – in meiner Gruppe fanden sich Teilnehmer aus Argentinien, Holland, Lettland, Malaysia, Belgien, Australien und England.
Unser Motto hieß „New ways of learning and teaching“ - hier wurden Strategien, Probleme und Lösungen untereinander ausgetauscht und diskutiert. Wir kamen alle überein, dass unsere Hauptaufgabe jetzt und in der Zukunft sein muss, den Schülern, Studenten und Auszubildenden das eigene Lernen zu Lernen individueller zu fördern - „own your own learning“. Technologie kann und darf nur ein Hilfsmittel dazu sein, ist aber ein wichtiges Medium zum Erreichen dieses Ziels. 

Fazit der ereignisreichen Tage in London für mich: Solch ein Besuch bringt nicht nur neue Einsichten mit sich, sondern hilft bestehende Visionen zu konkretisieren und deren Weg in die Realität, in den Schulalltag umzusetzen. Und immer wichtiger ist es auch, die Menschen zu kennen, mit denen man zusammen Ziele verfolgt und Visionen umsetzen möchte. Aus diesem Grund möchte ich auch an dieser Stelle Melanie Wiedecke und Ulrich Sawade (beide Microsoft) für diese Chance in London danken.

Meine Schule - das Erich-Gutenberg-Berufskolleg - steht bereits in den Startlöchern für zwei neue Projekte und ich glaube, diese Projekte passen gut zum „Spirit aus London“: BYOD - Bring Your Own Device und unser neues Selbstlernzentrums.
Vielleicht hilft uns „London“ bei beiden Projekten weiter, sei es durch alte oder neue Partner oder mal wieder durch Microsoft, welche uns als Schule bereits öfter nach vorne geschubst haben.