Hi…

ich war gerade auf einer Web 2.0 Konferenz und ich muss beichten. So wie man das im Web 2.0 macht…also blogge ich.

Ich war nämlich böse, habe einen bösen Witz gerissen.

Auf dem Panel standen neben mir die Kollegen von Google und IBM. Es ging in einer Frage um Vertrauen und Cloud Computing, was die Anbieter tun würden und so weiter. Der Kollege von IBM macht zunächst einen “Opt-Out” (so nannte es der Mann von Google) und meinte, er meine nicht das fehlendes Vertrauen ein Hinderungsgrund bei der Einführung von Cloud Computing in Unternehmen sei. Spannend, dachte ich. Auf meinem Heimatplaneten ist das anders. Aber sei es drum.

Also habe ich eine ewige Brandrede gehalten und der Google-Mann nach mir und wir waren uns super einig: Microsoft, Google und das Pulikum.

Nun fiel dem IBM Mann auf, irgendwie fehlt da doch was und er meldete sich zu Wort. Sein erstes Argument: IBM ist ja nun mehr als 100 Jahre alt, daher ehrwürdig und vertrauensvoll. Daraufhin habe ich gefragt wie alt denn Lehmann-Brothers waren. Autsch. Mein Lacher und die gerade vor wenigen Minuten begonnene Bekanntschaft mit einem Kollegen von IBM fand ein jähes Ende.

Worauf wollte ich hinaus? Nun, was ist denn wichtig wenn es um Vertrauen im Cloud Computing geht? Wie lange eine Firma bereits Steuererklärungen abgibt (autsch, da war noch was – Merke Lohnseteuer 2009 bald fällig)? Na, wenn es so wäre, konnte Microsoft ja bereits ein paar Jahrzehnte mehr wie Google und Amazon beanspruchen. Leider geht es darum nicht.

Ich komme – mit etwas Nachdenken – auf 3 Gründe:

1. Size does matter

Ein Cloud Computing Anbieter muss so groß sein, dass er eventuelle Probleme auch überlebt. Wenn beim ersten Problem die Kollegen lieber Bankrott anmelden als an’s Telefon zu gehen, bleibt das Problem beim Kunden.

2. Servie Level Agreements

Ich habe früher schon einmal ausgeführt, am Ende ist Cloud Computing wie IT Supply Chain. D.h. der Kunde ist ein informierter und mündiger. Er stellt Fragen und Ansprüche. Dies gipfelt in Vereinbarungen – auch Verträge genannt oder in der IT Service Level Agreements, kurz SLAs. Ein SLA beinhaltet sehr fein, welcher Service in welcher Zeit, Bandbreite, zu welchen Kosten etc etc pp zur Verfügung gestellt wird. Und ein SLA beinhaltet was passiert wenn es passiert und der Service diesen Qualitätskriterien nicht entspricht.

3. Fähigkeit ist wichtig

Hier lasse ich von mir aus ein paar Jahre Erfahrung gelten, aber die Kollegen von vor 100, selbst noch die von vor 50 Jahren waren mit anderen Problemen beschäftigt. Mein Anbieter muss die Fähigkeit haben, Dinge kompetent umzusetzen. Nehmen wir mal Security (was beim Thema Vertrauen irgendwie gerne zuerst genannt wird). Security besteht aus drei Komponenten: Menschen, Prozessen, Technik. Ein Anbieter muss das alles sauber umsetzen, nur Technik reicht bei weitem nicht. Aber wie kann man jetzt Befähigung nachweisen? Man macht einen Führerschein. Die meisten Anbieter versuchen diese Fähigkeit mit Zertifikaten nachzuweisen – so auch Microsoft. Und das ist der erste Schritt…

 

Am Ende ist Vertrauen – wie der Mann von Google so schön sagte – etwas was man sehr langsam gewinnt und sehr schnell verliert. Wir werden uns also langsam das Vertrauen unserer Kunden erarbeiten müssen. Wenn wir mal auf 100 Jahre Cloud Computing zurückblicken, nehme ich meinen Scherz zurück.

 

So, genug gebeichtet. Ich werde jetzt zur Sühne diesen Artikel per UMTS aus dem fahrenden Zug posten…

 

CU

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