Hi…

Der ein oder andere hat es bereits gesehen (zum Beispiel hier oder sehr nett hier): Ich werde bald einen neuen Job machen, genauer: Morgen. Ja, manchmal kommen solche Dinge dann doch schneller als man zunächst denkt.

Ich habe vor siebeneinhalb Jahren bei Microsoft angefangen. Damit habe ich etwas mehr als 20% meines Lebens bei MS verbracht. Ausgehend davon, dass ich bei allen vorherigen Firmen - meine eigene mal ausgenommen - immer nur bis Ende Probezeit geblieben bin, eine reife Leistung. Und nein, die Firmen wollten mich nicht loswerden ;-)

Ich bin also einmal den Flur N1 in Unterschleißheim links rauf und rechts wieder runter gewandert. D.h. ich habe bei der Developer & Platform Evangelism Group vom „Developer Evangelist“ bis zum „Head of“ die Leiter durchlaufen. Es war eine GEILE Zeit und um Nichts würde ich sie missen wollen. Ich hatte einen coolen aber fordernden Chef. Es war kein Zuckerschlecken, aber ich habe super viel gelernt und ein Freund und Vorbild gefunden. Danke dafür, Said!!

Niemand gewinnt alleine. Daher wäre ich nirgendwo, wenn es mein Team nicht gegeben hätte. Jedem verdanke ich fantastische Momente, viel Spaß und das Gefühl von kritischem Respekt. Es ging mir nie um Befehl-und-Gehorsam, sondern um offene, konstruktive Kritik und manchmal dann halt um Disagree-and-Commit ;-) Ich hoffe, dass ich als Manager ein klein wenig von dem zurückgeben konnte, was ich bekommen habe. Danke Euch!! Ihr habt was gut bei mir…

Jetzt kommt Windows Phone 7. Ich habe die Plattform letztes Jahr zum ersten Mal gesehen. Ungewöhnlich für mich: Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Ich habe zunächst einmal kritisch beäugt. Meine Kollegen von Corp haben freie Tools versprochen, eine hervorragende Entwicklerstory, ein cooles Design und super Benutzbarkeit. Kein Copy-Cat, ein Original. Trying is believing, daher musste ich das Ding erst mal in der Hand haben. Nach und nach kamen die Tools und waren wirklich sehr gut und frei. Ich bekam die erste Hardware in die Hand und es ist wirklich ein cooles, anderes Design, sehr benutzerfreundlich. Langsam wurde aus dem puren Interesse eine Liebe ;-)

Heute kann ich sagen, dass ich an dieses Produkt glaube. Wir haben viel aus der Vergangenheit gelernt. Ich will es nicht Fehler nennen, weil die Entscheidungen zu ihrer Zeit ihre Berechtigung hatten. Es ist interessant, wie schnell man vergisst, dass es eine Zeit vor kapazitiven Multitouch-Displays gab. Aber in der IT ändern sich die Zeiten sehr schnell, daher gilt es Erfahrungen einsammeln, auswerten und mit Neuem zu kombinieren. Nur so entstehen Innovationen, die sichere Marktchancen haben.

Werden wir es einfach haben? Nein, der Markt der mobilen Endgeräte ist hart umkämpft. Und das mit Recht. Dass diese Dinger Telefone heißen, ist fast schon Nostalgie. Natürlich ist Telefonieren eine der wichtigsten Anwendungen und das sollte so ein Ding gut, schnell und sowohl links wie rechts gehalten ;-) können. Daneben aber Fotos schießen, Kalender, Email, soziale Netze pflegen, Navigator sein, Alleinunterhalter und Jukebox, Helferlein, Fernseher, manchmal einfacher Taschenlampenersatz oder Wurfgeschoß. Daher nenne ich das Mal mobiles Endgerät. Ich habe in den letzten zwei Wochen eine nicht repräsentative Studie in der Münchner U-Bahn durchgeführt. Gefühlt ein Viertel aller Pendler liest ein Buch oder eine Zeitung. Mindestens ein weiteres Viertel tippt und daddelt mit dem Handy. Wahrscheinlich der Rest schaut den anderen über Schulter. Hierbei liegen dann Handy-Benutzerschultern dann doch wieder vorne. Der mobile Client hat was…

Das Gerät an sich ist wichtig. Seine Haptik, Bedienbarkeit, Akku-Laufzeit… jeder der mal ein SEM-35 bedient hat, versteht mich sofort. Aber das Gerät ist nur noch die halbe Wahrheit. Ein solches Device ohne Datenflatrate funktioniert nicht. Es sind die Dienste aus der berühmten Wolke, die das Ding wirklich unverzichtbar machen. Wenn Microsoft über Cloud Computing spricht, wäre das ohne einen mobilen Client unvollständig. Eigentlich ganz einfach, oder??

Wir als Microsoft werden jetzt also diesen Markt mit einem neuen Konzept angehen. Aber, hey, wir sind doch so spät ;-)… Nein, mein Eindruck, man erwartet uns sehnsüchtig. Wir haben das Konzept, die Fähigkeit und die Erfahrung so etwas zu machen. Und viele Partner, mit denen ich bisher dazu reden durfte, haben es mir bestätigt. Unser „3 screens and a cloud“ Konzept ist einzigartig und überzeugend.

Ich habe – wie man vielleicht gemerkt hat – super Spaß an dem Thema. Hier ist Zukunft und ich kann enorm viel lernen. Umgekehrt hoffe ich durch meine Sichtweise auch ein wenig hilfreich sein zu können. Ich freue mich auf mein neues Team ;-) und meine neue Aufgabe.

CU

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PS: Das Blog bleibt natürlich ;-) und ich werde ab jetzt halt aus einer etwas anderen Position bloggen. Wenigstens ist das Thema das Blogs jetzt klarer ;-)