Hi…

ich habe gerade eine sehr interessante Feststellung getroffen: Das Denken der “kreative Klasse” (und damit meine ich die, die sich selber dazu ernannt haben) hört im mobilen Bereich im Moment exakt bei einem Telefon und einem Slate auf.

Es ist sehr interessant zu sehen, wie sehr diese Form der Benutzeroberfläche das Denken dominiert und wie sehr man sich selbst auf die Fähigkeiten der darunterliegenden Plattform reduziert. Ist das schon das Ende der Entwicklung oder hat da jemand eine Tür aufgestossen?? Sollte man durch die Tür gehen anstatt in selbiger stehen zu bleiben??

Wenn man das Argument hört “Schade, zu spät auf den Markt gekommen.”, stelle ich mir die Frage, ob ich in einer anderen Welt lebe. Irgendwann in nächsten Monaten – je nachdem wem man glauben möchte – werden genauso viele Smartphones wie Featurephones verkauft. Der Markt kippt und wird einen enormen Sog erzeugen. Es werden Eco-Systeme gegeneinander antreten. Dabei geht es nicht mehr um nur cooles Design oder nur den billigsten Preis. Es gibt viele Parameter, die stimmen müssen.

Es geht um Apps (Verfügbarkeit, Preis, Qualität, Sicherheit), Content (Menge, Preis, einfacher Zugriff), Services (Location based Services, User Centric Services, Preis), coole Devices (Qualität, Preis, Individualität). Wahrscheinlich fehlen noch einige Dimensionen.

Zwei Dinge muss man erklären: Thema User Centric Services – damit sind Dienste gemeint, die dem Individuum zur Verfügung stehen und an diesem fest gemacht werden. Also überall da, wo ich die Identität brauche. Das fängt bei Email oder Messaging an, Social Networks, Speicher, Shopping… Mobile Geräte könnte man eigentlich sehr gut identifizieren (anhand der IMSI), das hat sich aber nicht durchgesetzt. Man hat mehr auf Verfahren aus dem PC-Bereich gesetzt. Dies hat den Vorteil, das man beliebige Geräteklassen mit einbringen kann. Thema Preis – Es gibt eine schnelle Käuferschicht, für die ist Individualität wichtig. Das bekommt man durch viel eigene Initiative oder schlichtweg durch den höheren Preis. Die meisten wollen sich aber ganz einfach keine solchen Gedanken machen und/oder den Preis zahlen. Sie folgen dann den Ersteren. Dadurch ergibt sich eine Entwicklung, die erstmal kein Ende kennt. Die Kleidungsindustrie zeigt es. Daher war es wichtig, dass die Preise nun im einem Bereich angekommen sind, der massenmarkt-fähig ist. Apropos: Man kann viel von der “Fashion-Industry” lernen…

Nun, wird jedes Ecosystem einen Bereich in diesem Raum der Möglichkeiten abstecken und versuchen möglichst gut zu besetzen. Es wird das eine oder andere geben, dessen Ausprägung in manchen Bereichen nicht ausreichend ist. Da sollte man dann ganz schnell reagieren, weil der Markt gnadenlos ist.

Wichtig ist es auch, die wirklichen Kreativen zu finden und zu Freunden eines solchen EcoSystems zu machen. Sie haben übrigens auch drei Dimensionen: Fähigkeiten der Plattform, Verbreitung und Monetarisierungsmöglichkeiten. Ja, so traurig das für meine Generation ist, die sich noch an die Tore der Pershing-II-Silos gekettet hat, die Werte haben sich geändert. Keine Sozial-Romatik mehr, Kapitalismus ist cool. Geldverdienen und das Streben danach ist nicht mehr verwerflich.

CU

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