Krise? Welche Krise?

Ich habe, wie um diese Jahreszeit üblich, die letzten 3 Tage in Nürnberg auf der diesjährigen “Embedded World” verbracht, der größten europäischen Fachmesse für Anbieter von Soft- und Hardware und Lösungen aus dem und für den Embedded-Bereich. Und ich komme nach vielen sehr guten und anregenden Gesprächen mit unseren Kunden und Partnern zu dem Schluss, dass es dieser Branche inmitten der allgemeinen Flaute und Panik gut geht. Klagen habe ich von niemandem vernommen, ganz im Gegenteil, die Auftragsbücher scheinen (zumindest im Moment) voll zu sein. (Auch wenn die Pipeline sich vielleicht langsamer füllt und später eine kleine Delle im Geschäft spürbar sein könnte.) Also wohl Grund zum Optimismus.

Die ersten beiden Tage habe ich wie üblich mit Presseterminen verbracht. Obwohl wir keine brandaktuellen Produktankündigungen im Gepäck hatten, gilt es doch zu betonen, dass wir in den letzten 6-8 Monaten drei neue Produkte (Windows Embedded NavReady 2009, Standard 2009 und POSReady 2009) auf dem Markt plaziert haben, die auch sehr gut angenommen werden. Außerdem funktioniert unser Partnermodell weiterhin hervorragend (wir hatten wieder 12 Partnerstände auf unserem Hauptstand), image

und das Geschäft geht gut. Sensibilisieren konnte ich die Pressevertreter zum Thema Cloud Computing, das auch im Embedded-Bereich künftig eine gewichtige Rolle spielen dürfte (um die zahlreichen mobilen oder vernetzten Geräte im Consumer- und im Unternehmensbereich mit Daten und Diensten zu füttern), und in dem Microsoft seit der Einführung der Azure-Plattform gut aufgestellt ist.

Bei der Elektronikpraxis war ich am zweiten Tag zu einem kurzen Videointerview eingeladen und habe über die aktuelle Produktpalette, die Roadmap und unsere Anzeigenkampagne “Schneller am Markt” berichtet.

interview

Das Video gibt es hier.

Außerdem hatte ich am Mittwoch im Ausstellerforum in Halle 11 einen Vortrag zum Thema “How to build custom Windows devices with Windows Embedded Standard”, der gut besucht war (alle Sitze besetzt, einige mussten sich mit Stehplätzen begnügen). Hier habe ich demonstriert, wie man ein speziell angepasstes Windows-Image erstellt (eigene Shell + Dokumentenbetrachter für XPS-Dokumente), auf einem Cheeseburger installiert (naja, USB-Stick ;-) und davon bootet:

burger

Die PDF-Version des Decks gibt es hier als ZIP-File.

Der dritte Tag war dann für mich auch mal mit der Gelegenheit verknüpft, mich ein bisschen umzuschauen und andere Stände zu besuchen. Dabei lief mir Jens Kühner, lokaler .NET Micro Framework-Experte und Buchautor, über den Weg, und es stellte sich heraus, dass sich zudem eine ganze Reihe aktiver NETMF-Community-Mitglieder zusammengefunden hatten, um sich mal persönlich zu sehen und auszutauschen. Es ist mir gelungen, dabei diesen historischen Schappschuss zu machen:

netmf

Nach Messeschluss am Donnerstagabend ging es dann im strömenden Regen auf der A9 im Tiefflug wieder in Richtung Heimat, und nun hat mich meine Büro und eine volle Inbox wieder unter Kontrolle. Zusammenfassend kann ich feststellen, dass dies die vielleicht beste Embedded World war, die ich erlebt hatte, denn die Aussteller- und Besucherzahlen, die Stimmung in der Branche und im Microsoft-Ökosystem geben allen Grund zur Hoffnung, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten geringer ausfallen als befüchtet und von allen Beteiligten dazu genutzt werden, sich neu auszurichten und ganz vorn dabeizusein, wenn es wieder aufwärts geht.

Bis nächstes Jahr dann am gleichen Ort!