Holger Sirtl's WebLog

Microsoft's Cloud Technology applied in Enterprise Architecture

July, 2008

  • Holger Sirtl's WebLog

    Erweiterter Handlungsspielraum für Unternehmen durch "Software plus Services"

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    Bei der Entscheidung, ob sie eine für den Eigenbedarf benötigte IT-Leistung selbst erstellen oder über einen externen Dienstleister beziehen, müssen Unternehmen zwischen Kontrolle über detaillierte Eigenschaften der Leistung und Economies of Scale bei der Leistungserbringung abwägen. Je weniger ausgefallene, individuelle Anforderungen vorliegen desto eher ist der Fremdbezug einer Standardleistung durch einen externen Anbieter möglich. Dieser profitiert von höheren Economies of Scale, da er die Leistung gegebenenfalls vielen Nachfragern anbieten kann. Für das nachfragende Unternehmen ergibt sich hieraus eine kostengünstigere Leistungsbereitstellung als dies durch Eigenleistung möglich wäre. Umgekehrt gilt: je wichtiger die Kontrolle über die Leistung (bei individuellen Anforderungen), desto eher wird diese im Unternehmen selbst erbracht, was mit tendenziell geringeren Economies of Scale erkauft wird.

    Im Zusammenhang mit "Software plus Services" (S+S) kann die Frage nach Eigenleistung oder Fremdbezug sowohl für die Erstellung einer Software als auch für den Betrieb der Software gestellt werden. Folgende Abbildung zeigt wie durch diese beiden Handlungsalternativen für Unternehmen ein Handlungsspielraum für Softwareentwicklung und -betrieb aufgespannt wird.

    Handlungsspielraum durch Software + Services

    Abbildung: Handlungsspielraum durch Software plus Services

    Diese Abbildung ist inspiriert von den Ausführungen meines Kollegen, Gianpaolo Carraro, der in seinem Blog-Eintrag "Cloudy Future for the Enterprise and most likely for ISVs too" ebenfalls die Abwägung "Make or Buy" im Zusammenhang mit Implementierung und Betrieb ausführt. Ich habe mir die Freiheit genommen, seinen Ansatz ein wenig zu vereinfachen.

    Entscheidung: Make or Buy (Kontrolle vs. Economies of Scale hinsichtlich Funktionalität)

    Unternehmen stehen beim Einsatz von Software grundsätzlich vor der klassischen Entscheidung, ob sie die Software selbst erstellen (Make) oder das Standardprodukt von einem Softwarespezialisten beziehen (Buy). Bei der Eigenentwicklung haben sie maximalen Einfluss auf die implementierte Funktionalität. Beim Einsatz von Standardsoftware profitieren sie von hohen Economies of Scale des jeweiligen Anbieters, was die IT-Leistung tendenziell kostengünstiger macht.

    Entscheidung: Eigen- oder Fremdbetrieb (Kontrolle vs. Economies of Scale hinsichtlich Service Level)

    Diese „Make or Buy“-Entscheidung fällt nicht nur bei der Software selbst sondern auch beim Betrieb der Software an. In den letzten Jahren haben sich eine Reihe von Dienstanbietern auf den Betrieb von Anwendungssoftware spezialisiert und bieten Software als Dienst (Software as a Service, SaaS) an. Mit S+S positioniert sich Microsoft nicht mehr nur als Softwareanbieter sondern auch als Betreiber von Software. Unternehmen haben somit die Wahl, ob sie Software selbst vor Ort (On-Premise) betreiben oder von einem Partnerunternehmen oder von Microsoft hosten lassen wollen. Beim Betrieb durch Partner profitieren sie von hohen, bei Microsoft von maximalen Economies of Scale. Während sie bei Partnern bis Service Level zum Teil jedoch noch individuell aushandeln können, besteht beim Betrieb in Microsofts Rechenzentren nur eingeschränkt Einfluss auf die Ausgestaltung der jeweiligen Service Level.

    Neue Herausforderungen beim Überschreiten der Unternehmensgrenze

    Beim Betrieb von Software (bzw. Teilen von Software) außerhalb des Unternehmens stellen sich eine Reihe von grundlegend neuen Fragen. Diese betreffen beispielsweise die Service Level des Angebots, die Anbindung des Dienstleisters ans Unternehmen, Integration der extern betriebenen Anwendungen in die Unternehmens-IT, Datensicherheit, Zugriffsschutz etc.

    Software plus Services als Weg zu mehr Handlungsalternativen

    In der Abbildung oben wird eines deutlich: sowohl die Software vor Ort als auch die Services, die außerhalb des Unternehmens betrieben und als Service konsumiert werden, sind letztlich Software. Ob man im Zusammenhang mit "Software plus Services" etwas als Software (im engeren Sinn) oder Service bezeichnet, hängt vom Deployment-Modell ab (vor Ort: Software; beim Partner oder Microsoft: Service).

    Software plus Services erweitert den Spielraum für Unternehmen. Durch das Angebot von Microsoft Services erhalten Unternehmen die Option, Teile der Unternehmens-IT nicht nur von Partnern (Hoster, Service Provider) sondern auch von Microsoft betreiben zu lassen. Für ISVs gilt: nicht nur ganze Anwendungen sondern auch Teile von Anwendungen können ausgelagert werden.

    Weitere Informationen:

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    Microsofts Strategie von "Software plus Services"

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    Auf der weltweiten Partnerkonferenz (WPC), die letzte Woche in Austin (Texas) stattfand, wurden Details zu Microsofts Online Services vorgestellt. In Zukunft werden bestimmte Serverprodukte (Exchange, SharePoint, OCS) auch als Service (Stichwort: Microsoft Online Services) angeboten. Eingebettet ist dieses neue Angebot in Microsofts Software plus Services Strategie. Diese möchte ich an dieser Stelle nochmals erläutern und ein wenig auf deren Bedeutung insbesondere für Unternehmen eingehen.

    Software wird heute in Unternehmen in der Regel nach dem klassischen Muster eingesetzt: selbst geschriebene oder lizensierte Client- und Server-Anwendungen werden vor Ort (On-Premise) im Unternehmen betrieben und bereitgestellt. Daneben gewinnen aber Cloud Services, d.h. Services, auf die über das Internet zugegriffen wird, als Teil der Unternehmens-IT an Bedeutung. Dieser Trend zum Bezug von Software als Service (Software as a Service, SaaS) wird in Zukunft dafür sorgen, dass das IT-Portfolio von Unternehmen in der Regel aus einem Mix von vor Ort betriebener Software und Cloud Services besteht.

    Diesem Szenario trägt Microsofts "Software plus Services" Strategie (S+S) Rechnung: Microsoft erweitert sein Produktportfolio schrittweise um Services bzw. bietet bestehende Serverprodukte in Zukunft auch als Service an. Damit erhalten Unternehmen die Möglichkeit für ihre IT Landschaft die Vorteile von lokaler Software (Kontrolle, Zugriff, Offline-Fähigkeit, …) mit den Vorteilen von Cloud Services (Skalierbarkeit, schnelle Bereitstellung, …) zu kombinieren. Abbildung 1 skizziert dieses Modell von Software plus Services.

    Software + Services als Kombination von Vor-Ort-Software mit Cloud Services

    Abbildung 1: Software + Services als Kombination von Vor-Ort-Software mit Cloud Services

    So wie das gesamte Portfolio werden auch die Anwendungen selbst Kombinationen aus Client-, Server- und Services-Bestandteilen sein. Unternehmen können flexibel bestimmen welche Technologien jeweils zum Einsatz kommen, um die geforderte Funktionalität zu erbringen:

    • Im Bereich der Clientsoftware sind die gewünschte User Experience an der Benutzerschnittstelle, Offline-Fähigkeit sowie die zu unterstützenden Endgeräte entscheidend.
    • Für die eingesetzte Serversoftware sind Aspekte wie Kontrolle über die Serverumgebung, Eigentum an der Software, Anpassbarkeit an spezielle Anforderungen, Sicherheit der Installation und Vertrauen hinsichtlich der Datenspeicherung wichtig.
    • Beim Bezug der Funktionalität als Service (bei dem die Serversoftware von einem Service Provider betrieben und als Dienst bereitgestellt wird) gewinnen Fragen nach schneller Bereitstellung, hoher Skalierbarkeit und geeigneten Service Leveln an Bedeutung.

    In diesem Zusammenhang ist die Wahl eines geeigneten Partners wichtig. Dieser muss nicht nur in der Lage sein den Dienst in der geforderten Qualität bereitzustellen sondern auch entsprechend vertrauenswürdig sein.

    Die Verlagerung von Funktionalitäten zu einem Service Provider wirft darüber hinaus gänzlich neue Fragestellungen auf:

    • unter anderem muss die Netzwerkanbindung an den Serviceprovider entsprechend leistungsfähig sein
    • Authentifizierung und Berechtigungen (Identity) müssen sich genauso verhalten wie es bei einer lokalen Installation der Fall wäre
    • neben klassischer Lizensierung treten alternative Bezahlmodelle (Subscription, Webefinanzierung, individuelle Abrechnung nach Transaktions- oder Datenvolumen) in Erscheinung.

    Microsoft bietet eine Plattform an, die all diese Fragen adressiert. Die Plattform umfasst neben verschiedenen Client- und Serveranwendungen mit den Online Services auch Cloud Services. All diese Produkte und Dienste basieren auf dem .NET Framework für das Entwicklungs- und Management-Werkzeuge zum Aufbau und Betrieb von S+S Lösungen bereit stehen.

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