Neben all dem Hype rund um Software für Services und all den Innovationen im Bereich der Cloud Services bleibt das Thema der Serviceorientierung und Connectivity innerhalb eines Unternehmens nach wie vor hoch spannend. In diesem Blog Artikel möchte ich auf dieses Thema im Zusammenhang mit dem Microsoft Office SharePoint Server 2007 (MOSS) eingehen.
MOSS ist eine äußerst erfolgreiches Serverprodukt, welches bereits out-of-the-box zahlreiche Informationen für die Informationsspeicherung und Verarbeitung bietet. Bei Gesprächen über dieses Produkt komme ich jedoch relativ schnell zu dem Punkt an dem Interessierte die Fragen stellen wie: „…und wie bekomme ich Geschäftsdaten in die SharePoint Umgebung?“ oder „… und wie binde ich SharePoint an mein SAP System an?“.
Leider lässt sich diese Frage ohne eine detaillierte Kenntnis der vorhandenen IT Infrastruktur nicht so einfach beantworten. Grundsätzlich sind zwei Fragen zu beantworten:
Zunächst muss man sich ein Bild über die bestehenden Systeme und vorhandene Schnittstellen verschaffen. Bei einem vorhandenen SAP System stellt sich die Frage, ob ein SAP-System in „Reinform“ (d.h. ohne weitergehende Integrationstechnologien), SAP Netweaver/XI (oder eine andere Technologie, die SAP-Funktionen als WebServices anbieten kann) oder sogar ein SAP-Portal vorhanden ist.
Beim Microsoft-Technologiestack rund um SharePoint stellt sich die Frage, ob SharePoint alleine, SharePoint mit BizTalk-Adaptoren oder gar ein Gespann aus SharePoint und BizTalk zum Einsatz kommt. Je nach vorhandenen Technologien auf SAP- oder Microsoft-Seite ergeben sich unterschiedliche Anbindungsmöglichkeiten, die in folgender Abbildung skizziert sind.
Abb: Anbindung von Microsoft Office SharePoint Server (MOSS) an Backend-Systeme
Wenngleich diese Abbildung die tatsächlichen Möglichkeiten sehr vereinfacht, werden - so denke ich - die Alternativen deutlich:
Spalte A: SharePoint-SAP Integration
Soll ein ein SAP-System ohne spezielle Integrationskomponenten an SharePoint angebunden werden ergeben sich, je nach vorhandenem Microsoft-Technologiestack folgende Optionen:
Eine Integration ist über diese Varianten nur auf unteren Architekturschichten (Integrationsschicht, Anwendungssicht) möglich.
Spalte B: SharePoint-SAP Netweaver/XI
Mit SAP Netweaver/XI stehen auf SAP-Seite Erweiterungen zur Verfügung, die SAP-Funktionen bereits als Webservices anbieten können. Dies erweitert das Möglichkeitenspektrum dahingehend, dass MOSS auch ohne BizTalk Adapter bzw. BizTalk Server über Webservices mit SAP kommunizieren kann (wenngleich ohne BizTalk die Möglichkeiten eines MOSS-SAP-übegreifenden Business Process Managements (BPM) entfallen).
Auch hier ist die Integration auf untere Architekturschichten fokussiert.
Spalte C: SharePoint-SAP Portal
In dieser Variante ist das Spektrum der Möglichkeiten am größten. Neben den bisher vorliegenden Möglichkeiten kann das SAP Portal webbasierte GUI-Elemente (iViews, Portlets etc.) anbieten. Dies ermöglicht es, auf der Präsentationsschicht Inhalte von SAP in SharePoint zu integrieren. Dies ist beispielsweise über iView-, WSRP- oder PageView-Webparts möglich.
Fazit
Grundsätzlich gibt es eine breite Palette an Möglichkeiten, SharePoint mit SAP- (bzw. allgemein Backend-)Daten und Funktionen zu versorgen. Sowohl auf Microsoft-Stack- als auch auf SAP-Seite muss analysiert werden, welche Technologien vorhanden sind bzw. eingesetzt werden sollen, ob die Integration über Konfiguration (BDC, Excel Services) oder Entwicklung (WCF, BizTalk Technologie, Webservices) und auf welcher Architekturschicht (Frontend-, Anwendungs- oder Integrationsschicht) erfolgen soll.