Vor knapp einem Jahr habe ich ein einem meiner Blog-Einträge ("Die Microsoft Plattform...") die verschiedenen Plattformen, die sich innerhalb der gesamten Microsoft Plattform befinden, zueinander in Beziehung gesetzt und ein Gesamtbild skizziert. Nun, in einem Jahr ist viel passiert, so dass meine damaligen Ausführungen wohl nicht falsch, aber doch leider nicht mehr ganz vollständig sind. Deshalb möchte ich hier eine Aktualisierung vornehmen
Mit der "Software-plus-Services" Strategie schlägt Microsoft ein neues Kapitel in der Evolution seiner Plattform auf. "Software-plus-Services" geht ja davon aus, dass Unternehmen in Zukunft für ihre IT-Anforderungen eine Kombination aus Internetservices und lokal betriebenen Client- und Server-Anwendungen einsetzen. D.h. Unternehmen sollen von Fall zu Fall entscheiden können, welche Teile ihres IT-Portfolios lokal und welche in der "Cloud" betrieben werden. Diese Entscheidung soll sowohl für ganze Anwendungen, für einzelne Services bis hin zu Anwendungskomponenten möglich sein. Dies hat natürlich tiefgreifende Auswirkungen auf die Plattform, für die ja der Anspruch gilt, dass die Entscheidung für ein Deploymentmodell erst nachgelagert getroffen werden kann.
Mit folgender Abbildung möchte ich die Darstellung der verschiedenen Plattformbegriffe aktualisieren:
Abbildung: Die Microsoft Plattform(en) im Zeitalter von Software-plus-Services
Wer meinen ersten Blog-Artikel gelesen hat, wird folgende Änderungen bemerken:
Vier verschiedene Deploymentoptionen in der Infrastrukturschicht
Grundsätzlich stehen Unternehmen für den Betrieb von Softwarekomponenten vier Deploymentoptionen zur Auswahl:
Anstelle des Begriffes "Hardware Plattform" bevorzuge ich jetzt den Begriff "Infrastruktur Plattform". Letzterer ist allgemeiner gehalten und bringt zum Ausdruck, dass die zugrundeliegende Hardware und deren Standort zunehmend irrelevant wird.
Die Services Plattform von Microsoft
Die neu eingeführte Services Plattform von Microsoft erfüllt die hohen Anforderungen an Skalierbarkeit, Stabilität und Funktionalität. Die Funktionalitäten umfassen Unterstützung für Multimandanten-Szenarien, Scale-out (im Unterschied zu Scale-up), Virtualisierung und Virtualisierungsmanagement, verschiedene Abrechnungsszenarien, Überwachung und Management, Verknüpfung von Services und schließlich auch Entwickler-Werkzeuge, die diese Funktionalitäten unterstützen.
Microsoft stellt verschiedene Dienste für Anwender (sogenannte Finished Services) und Entwickler (Building Block Services) zur Verfügung. Für alle Serverprodukte von Microsoft werden in Zukunft entsprechende Services bereitgestellt. Im Falle von Exchange, SharePoint und Dynamics CRM wird es für den Endanwender keinen Unterschied machen, welches Betriebsmodell gewählt wird. Anpassungen und Zugriffe erfolgen in jedem Modell gleich. Daneben gibt es noch sogenannte „native“, d.h. eigens für den Betrieb in der Cloud entwickelter Services. Office Live Meeting, Exchange Hosted Services und Virtual Earth sind alles Beispiele für Services, die nur über die Cloud zugreifbar sind.
Weitere Details zur Services Plattform auf den Konferenzen PDC, Xtopia und Technical Summit
Leider kann ich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht viel mehr zur Services Plattform ausführen. Die gute Nachricht ist aber: Das Warten auf mehr Details hat bald ein Ende: kommende Woche findet in Los Angeles die diesjährige Professional Developer Conference (PDC) statt. Diese Veranstaltung wird es absolut in sich haben. Neben einer Unmenge an Neuigkeiten rund um das Thema "Software + Services" wird es auch Neuigkeiten zu diversen Microsoft-Produkten und -Technologien geben.
Wer es im Oktober nicht nach Los Angeles schafft, dem seien zwei deutsche Veranstaltungen ans Herz gelegt, auf denen sich viele Inhalte der PDC wiederfinden:
Xtopia 2008 und Technical Summit 2008, 16.-21.11.2008 in Berlin
Die Entwickler-Konferenz "Technical Summit 2008" findet vom 19. bis 21. November im Berliner ICC statt; drei Tage vorher – vom 16. bis 18. November – öffnet die Web-Konferenz "Xtopia 08" ebenfalls im Berliner ICC ihre Tore. Die Terminierung dieser beiden Veranstaltungen ca. 3 Wochen nach der PDC ist nicht zufällig gewählt !!! - Besucher können sich sicher sein, all die interessanten Neuigkeiten der PDC in lokalisierter Form mitgeteilt zu bekommen.
Stay tuned!