Was ist der Unterschied zwischen Azure Storage und den SQL Services in der Azure Services Plattform?

Was ist der Unterschied zwischen Azure Storage und den SQL Services in der Azure Services Plattform?

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Die Azure Services Plattform enthält eine Vielzahl von Infrastruktur- und Anwendungsdiensten. Einige befinden sich noch im Entwicklungsstadium (z.B. Azure SharePoint Services) andere sind bereits nahe der Produktionsreife und stehen Testern im Rahmen einer Community Technology Preview (CTP) zur Verfügung (z.B. Live Services, .NET Services)

Dieser unterschiedliche Reifegrad der Services macht es zum Teil schwierig, sich ein abschließendes Urteil über alle Services zu bilden. In einigen Fällen kann es beim aktuellen Entwicklungsstand auch schwierig sein, einzelne Serviceangebote voneinander abzugrenzen. Dies trifft beispielsweise beim Thema der Datenspeicherung zu. Grundsätzlich bietet Azure hier zwei Dienste an:

Beide Services können zur Datenspeicherung in der Cloud verwendet werden. Nur: wann ist welcher sinnvoll? Wie unterscheiden sie sich?

Zunächst eine Einordnung in die Plattform. Folgende Abbildung zeigt die Azure Services Plattform und hebt SQL Services und die Simple Data Storage Services hervor.

Azure - SQL Services - Windows Storage 
Abbildung: SQL Services und Azure Storage in der Azure Services Plattform

SQL Services

SQL Services sind eine Sammlung von Diensten, die vor der Professional Developer Conference (PDC) unter der Bezeichnung "SQL Server Data Services" (SSDS) bereits verfügbar waren. Derzeit sind in den SQL Services die Dienste "Database" und "Data Sync" verfügbar. Bei der Datenbank handelt es sich derzeit um ein hierarchisches System, in dem Entitys in Containern gespeichert werden, die wiederum in Authorities als höchster Gruppierung aufgehängt sind. Über dieses Konzept können Tabellenstrukturen abgebildet werden.

Auf die SQL Services kann mittels SOAP und REST zugegriffen werden. Die zu bearbeitenden Daten werden über einen sogenannten "Scope" beschrieben. Dieser adressiert die Daten nach Authority-, Container- und Entity-ID. Es steht auch eine Abfragesprache zur Verfügung, über die nach Entitys gesucht werden kann.

In der aktuellen Entwicklungsstufe sind die SQL Services nur bedingt mächtiger als der Azure Simple Data Storage. Die SQL Services werden allerdings schrittweise um Funktionen erweitert (z.B. Reporting, relationale Strukturen, Fremdschlüssel, ...), die die SQL Services bezüglich Ihrer funktionalen Mächtigkeit an einen klassischen SQL Servier heranführen.

Unter http://www.microsoft.com/azure/sqllabs.mspx ist bereits ein guter Überblick über zukünftige Entwicklungen von SQL Services zu sehen:

Damit positionieren sich die SQL Services als das DaaS (Database as a Service) Angebot von Microsoft.

Azure Simple Data Storage Services

Der Azure Simple Data Storage Service bietet einfachen Blob- und Tabellenspeicher mit einer sehr einfach gehaltenen Abfragetechnologie. Er kann immer dann zum Einsatz kommen, wenn einfache Datenspeicherfunktion für Massendaten ohne komplexe Abfragelogik benötigt wird.

Der Azure Simple Data Storage Service positioniert sich damit sozusagen als das "Dateisystem für die Cloud".

Fazit

In der derzeitigen Ausbaustufe überlappen sich die Funktionalitäten der beiden Angebote tatsächlich stark. Für eine Entscheidung, welche der beiden Technologien für eine Datenspeicherung in der Cloud zum Einsatz kommen soll, sollte deshalb unbedingt die zukünftige Positionierung berücksichtigt werden:

  • SQL Services sind Microsofts Datenbank für die Cloud
  • Azure Storage ist Microsoft Dateisystem in der Cloud

Entsprechend können für eine Entscheidung Kriterien herangezogen werden, die auch bei einer vor Ort betriebenen Infrastruktur zum Tragen kommen (sprich: Speicherung im Dateisystem vs. Speicherung in einer Datenbank).

SQL Services eignen sich in folgenden Fällen:

  • Zur Datenspeicherung wird ein System benötigt, welches Funktionalitäten einer klassichen, relationalen Datenbank bietet.
  • Es werden leistungsfähige Zugriffsmechanismen (Datenfilterung, Abfragesprache etc.) benötigt.
  • Daten sollen ausgewertet und analysiert werden.

Azure Storage eignet sich in folgenden Fällen:

  • Zur Datenspeicherung wird ein Dateisystem-ähnliches System benötigt.
  • Priorität hat das Speichern und Lesen von Massendaten (nicht deren Verknüpfung, Auswertung etc.).
  • Die Datenzugriffe sollen über eine möglichst einfache API durchgeführt werden.

Diese Hinweise haben allerdings nur einen Vorschlagscharakter. Eine endgültige Entscheidung für eines der Systeme hängt natürlich noch von den Kosten, den SLAs und Nutzungsbedingungen ab. Diese werden derzeit ausgearbeitet.

Weitere Informationen

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  • Die Frage die ich noch nirgends beantwortet sah:

    Was kostet das ganze jetzt/später?

  • Leider gibt es derzeit keine finale Aussage dazu, was das Ganze kosten wird und wie abgerechnet wird.

    Einzige Aussage, die Ray Ozzie hierzu gemacht hat, war, dass die Preise "wettbewerbsfähig" sein werden. Zugegeben, das ist nicht wirklich konkret.

    Immerhin wurden noch weitere Aussagen von Ray Ozzie gemacht:

    - Die Abrechnung wird verbrauchsabhängig sein (pay for what you use)

    - Möglicherweise wird es auch werbefinanzierte Modelle geben

    Ich hoffe, dass Anfang 2009, wenn Feedbacks zu der community technology preview (CTP) ausgewertet wurden, genauere Angaben zu Roadmap und Abrechnungsmodellen kommuniziert werden.

    Während der CTP-Phase ist das Angebot kostenfrei. Allerdings ist es funktional etwas eingeschränkt (z.B. Anzahl einzurichtender Projekte), nicht mit produktionsreifen SLAs versehen und auch nicht für den Produktiveinsatz vorgesehen.

    Sobald ich weitere veröffentlichbare Infos habe, werde ich sie hier kommunizieren.

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