Holger Sirtl's WebLog

Microsoft's Cloud Technology applied in Enterprise Architecture

April, 2009

  • Holger Sirtl's WebLog

    Die Azure Services-Plattform in der Welt von Cloud Computing und Software-plus-Services

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    Die IT Welt wird derzeit von einer Fülle von Fachbegriffen zum Thema Cloud Computing überschwemmt. Alles wird neuerdings “als Service” angeboten. Und jetzt kommt auch noch Microsoft mit seinen Global Foundation Services und der Azure Services-Plattform. Wie hängen nun die verschiedenen “as-a-Service”-Konzepte mit Microsofts neuesten IT-Angeboten zusammen?

    Cloud Computing als Deploymentoption für verschiedene Service-Angebote

    Der Begriff “Cloud Computing” bezieht sich zunächst nur auf die Bereitstellung von IT-Diensten auf einer hoch skalierbaren Infrastruktur. Siehe hierzu folgende Definitionen von Gartner:

    “…a style of computing where massively scalable IT-related capabilities are provided ‘as a service’ using Internet technologies to multiple external customers.” [Quelle: Gartner, Inc.]

    Ich finde diese Definition sehr gut, weil sie einige wesentliche Aspekte des Cloud Computings wie Serviceorientierung, Standardschnittstellen und massive Skalierbarkeit anspricht. Darüber hinaus lässt diese Definition Raum für Interpretation darüber, welche konkreten Dienste angeboten werden. Cloud Computing ist also primär die technische Basis für das Angebot verschiedener Service-Angebote, die wie folgt aufeinander aufbauen können:

    • Infrastructure-as-a-Service (IaaS)
      Bei dieser Form von Cloud-Plattformen stellt der Dienstleister lediglich eine Basis-Infrastruktur in Form virtualisierter Hardware zur Verfügung. Kunden können auf dieser Infrastruktur eigene Dienste bis hin zu vollständigen Anwendungen installieren und nutzen. Das Angebot des Dienstleisters wird als “Infrastructure as a Service” (IaaS) bezeichnet. Nutzer erhalten mit diesen Diensten Ersatz für eigene Server- und Netzwerk-Infrastruktur.
    • Platform-as-a-Service (PaaS)
      Ein “Platform as a Service”-Dienstleister (PaaS) stellt neben der reinen Infrastruktur auch Dienste bereit, die Grundlage für Anwendungsdienste bzw. Anwendungen sein können. Die bereitgestellte Plattform ist deutlich komplexer als die eines IaaS-Anbieters. Die bereitgestellten Dienste richten sich an Software-Entwickler (inkl. Software-Architekten etc.), die diese Dienste nutzen können, um eigene Anwendungen anzureichern bzw. diese Anwendungen auf einer Cloud Plattform installiere, überwachen und betreiben können.
    • Software-as-a-Service (SaaS)
      Bei der dritten Variante, Software as a Service (SaaS), werden nochmals höherwertige Dienste bereitgestellt. Diese Dienste implementieren bereits fachliche Funktionen bzw. vollständige Anwendungen und richten sich primär an Anwender, die darüber die Möglichkeit erhalten, direkt IT-Funktionen zu nutzen, ohne sich mit dem Betrieb einer Systeminfrastruktur auseinander zu setzen.

    Software als zweite wichtige Komponente für innovative IT-Lösungen

    Microsoft führt dieses Konzept der Cloud-basierten Services weiter und ergänzt es um Software. Software wird in diesem Zusammenhang im engeren Sinn als der Teil einer IT-Lösung angesehen, der beim Anwender auf Clients, Servern und anderen Endgeräten, für deren Betrieb der Anwender verantwortlich ist, betrieben wird.

    Software-plus-Services als Zusammenführung der Vorteile von Software und Services

    Software-plus-Services führt Cloud Services mit Software, über die Anwender auf Services zugreifen, zusammen. Der Anwender profitiert hierbei sowohl von den Vorteilen von Software (hohe User Experience, Unterstützung verschiedener Formfaktoren diverser Endgeräte, Offline-Szenarien etc.) als auch von den Vorteilen von Software (Wegfall von Betriebsaufwänden, sofortige Verfügbarkeit etc.)

    Abbildung 1 veranschaulicht den Aufbau einer Software-plus-Services-Lösung.

    Slide1 
    Abb 1: Software-plus-Services als Zusammenführung lokaler Software mit Cloud Services

    Technische Umsetzung der einzelnen Bestandteile von Software-plus-Services Lösungen

    Die Microsoft Plattform bietet eine durchgängige Technologiebasis für alle Bestandteile des Software-plus-Services Konzepts

    • IaaS-Schicht: Global Foundation Services
      Die Global Foundation Services sind Infrastrukturdienste, die in Microsofts Rechenzentren, die derzeit weltweit verfügbar sind bzw. aufgebaut werden, erbracht werden.
    • PaaS-Schicht: Azure Services-Plattform
      Mit der Azure Services-Plattform steht eine Plattform zur Verfügung, die von Entwicklern genutzt werden kann, um eigene Cloud-Anwendungen und –Services zu erstellen bzw. Anwendungen mit Cloud Services anzureichern. Azure ist dabei eine leistungsfähige, skalierbare Technologieplattform, die mit Windows Azure eine Ausführungsplattform für Internetdienste, mit Live Services Dienste zur Vernetzung von Anwendern, mit .NET Services Integrationsdienste für Anwendungen und SQL Services Dienste zur Datenspeicherung bereitstellt.
    • SaaS-Schicht: Microsoft Live, Microsoft Online, Partner-
      Lösungen

      An Anwender richten sich die SaaS-Angebote von Microsoft bzw. Partnerunternehmen. Microsoft bietet mit den Live Services Anwendungsdienste für Privatkunden und Kleinunternehmen (Office Live Workspace, Office Live Small Business, Windows Live, …) und mit den Online Services Anwendungsdienste für Unternehmenskunden (SharePoint Online, Exchange Online, …). Beide Anwenderzielgruppen können damit IT-Funktionen nutzen ohne die Verantwortung eines Softwarebetriebs übernehmen zu müssen.
    • Schnittstellen-Schicht: Standardschnittstellen
      Alle Dienste Microsofts Cloud Plattform (sowohl Azure als auch die Live bzw. Online Dienste) können über Schnittstellen angesprochen werden, die im Internet etablierte Standards erfüllen (Webservices auf SOAP- bzw. REST-Basis, RSS-Feeds etc.)
    • Software-Schicht: Client-, Server- und Geräte-Software
      Auf der Software-Schicht kommt Microsofts, klassische, bekannte Softwareplattform zum Einsatz, die Anwendungen auf Client- und Server-Systemen sowie verschiedenen Geräteplattformen ermöglicht.

    Die Microsoft Plattform stellt dabei durchgängige Entwicklungs- und Management-Werkzeuge bereit, die Aufbau und Betrieb (mit Überwachung, Steuerung, Konfiguration) hybrider Software-plus-Services-Lösungen ermöglicht.

    Abbildung 2 setzt diese technischen Umsetzungen in den Kontext der in Abbildung 1 beschriebenen Plattformbeschreibung.

    Slide2 

    Abb 2: Technische Umsetzung des Software-plus-Services-Konzepts

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    Erste Buchkapitel zur “Azure Services-Plattform” als Vorabversion online verfügbar

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    Nachdem sich der durch die CeBit aufgewirbelte Staub ein wenig gelegt hat, wieder mal ein kleiner Beitrag von mir in eigener Sache:

    Wer es noch nicht gesehen hat: Seit etwa einer Woche sind die ersten beiden Kapitel meines Buchprojekts zur Azure Services-Plattform in einer Vorab-Version “online”. Die Kapitel können unter

    http://www.microsoft.com/germany/msdn/knowhow/press

    abgerufen werden. Dabei richten sich die beiden ersten Kapitel eher an technische Entscheider. Es wird ein Überblick über Microsofts Cloud Computing Strategie und die Rolle von Azure im Rahmen dieser Strategie (Kapitel 1) gegeben sowie ein Überblick über die Azure Services Plattform selbst (Kapitel 2). Im Rahmen des Plattformüberblicks vermittelt ein kleines “Hello World”-Projekt einen Eindruck davon, wie sich Softwareentwicklung für Azure “anfühlt”. Im Einzelnen sind die Kapitel über folgende URLs abrufbar:

    • Kapitel 1: Cloud Computing mit der Microsoft-Plattform
      Abstract: Was ist eigentlich Cloud Computing? Auf diese Frage gibt es schier zahllose Antworten. Dieses Kapitel gibt mit einer eigenen Definition eine Antwort und zeigt, wie Cloud Computing mit der Azure Services-Plattform ein leistungsfähiges Fundament erhalten hat und einen weiteren Schritt in der Evolution der Microsoft Technologieplattform darstellt. Dabei werden Cloud Computing und die Azure Services-Plattform in den Kontext von Microsofts Strategie Software plus Services gesetzt und aufgezeigt, wie über diese Strategie die Nutzer von Microsofts Technologieplattform maximale Flexibilität bei Entwicklung, Betrieb und Nutzung von IT-Funktionen und Anwender bestmögliche User Experience auf verschiedenen Endgeräten erhalten.
    • Kapitel 2: Überblick über die Azure Services-Plattform
      Anwender und Entwickler wünschen sich maximale Flexibilität hinsichtlich des Aufbaus und Betriebs von IT-Funktionen. Sie wollen sich individuell entscheiden können, welche Anwendungen bzw. Teile von Anwendungen vor Ort auf verschiedenen Servern und Endgeräten, bei Hostern oder in der Cloud betrieben werden. Darüber hinaus sollen Lösungen, die sich über verschiedene Betriebsarten erstrecken, einfach integriert werden können. Diesem Wunsch entspricht Microsoft, indem es eine Plattform anbietet, die für Anwendungen und Anwendungskomponenten eine Wahlfreiheit des Betriebsmodells bietet und aufgrund der Durchgängigkeit der Technologie und der konsequenten Unterstützung von Standardschnittstellen die Integrationen verteilter IT-Funktionen erleichtert. Azure ist der Teil der Gesamtplattform, der Cloud Computing auf Basis der Microsoft-Technologie ermöglicht. Dieses Kapitel beschreibt die Azure Services-Plattform genauer, gibt einen Überblick über die einzelnen Bestandteile und geht auf deren Relevanz und mögliche Einsatzszenarien für Anwender und Entwickler ein.

    Ganz wichtig: Die Inhalte und Beschreibungen zu Azure beziehen sich auf die öffentlich zugängliche Version, die derzeit im Rahmen der Community Technology Preview (CTP), verfügbar ist.

    Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und freue mich natürlich über (konstruktives ;-) Feedback.

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