Aktualisierungen in Azure Version 1.0 (Teil 1/6) – Allgemeine Änderungen der Windows Azure Platform

Aktualisierungen in Azure Version 1.0 (Teil 1/6) – Allgemeine Änderungen der Windows Azure Platform

  • Comments 1
Dieser Artikel ist Teil 1 einer Serie von 6 Blog-Posts, die die Änderungen der Windows Azure Platform, die diese seit Fertigstellung des Manuskripts zum Buch “Cloud Computing mit der Windows Azure Platform” erfahren hat.

Die 6 Teile sind:
Teil 1: Allgemeine  Änderungen der Windows Azure Platform
Teil 2: Änderungen in Windows Azure
Teil 3: Änderungen der Live Services
Teil 4: Änderungen der .NET Services
Teil 5: Änderungen in SQL Azure
Teil 6: Neue Dienste

Der Betrieb von Software in der Cloud zeichnet sich unter anderem durch hohe Skalierbarkeit, hohe Verfügbarkeit und einem automatisierten Management der Softwarekomponenten aus. Zu Letzterem gehört die Möglichkeit Microsofts, in Abstimmung mit den Nutzern der Plattform laufend Plattformaktualisierungen und –Patches einspielen zu können, ohne dass dies den laufenden Betrieb der Cloud Services beeinträchtigt. Die Windows Azure Platform ist deshalb permanent Änderungen unterworfen, was es zwangsläufig erschwert, ein Buch zur Plattform stets auf dem aktuellen Stand zu halten.

Seit der Fertigstellung des Buchmanuskriptes hat es eine Reihe von Änderungen und Erweiterungen an der Plattform gegeben, die in diesem Kapitel überblicksartig beschrieben werden. Zusammen mit der gedruckten Version des Buches bildet es ein Gesamtwerk, welches einen Überblick über die aktuelle Version (Stand: Januar 2010) der Windows Azure Platform gibt. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Neuerungen in die betreffenden Kapitel des Buches überführt und dann in einer zweiten Auflage des Buches veröffentlicht.

Allgemeine Änderungen der Plattform

Die Änderungen, die die Plattform erfahren hat, sind vielschichtig: Einige betreffen die Gesamtplattform, einige den Funktionsumfang von Windows Azure bzw. Azure Services. In Abbildung 10.1 ist die Windows Azure Platform im Versionsstand 1.0 im Überblick zu sehen.

BLD10_01

Abbildung 10.1: Die Windows Azure Platform – Version 1.0

Hier fallen ein paar Änderungen gegenüber der CTP-Version unmittelbar auf:

  • .NET Services sind nicht mehr zu sehen. Diese Dienstgruppe hat den Namen Windows Azure Platform AppFabric erhalten. Neben der reinen Namensänderungen haben sich auch eine Reihe von Änderungen in der AppFabric ergeben, die im ì Abschnitt »Änderungen der .NET Services« erläutert werden.
  • Live Services sind formal nicht mehr Bestandteil der Windows Azure Platform. Zwar bestehen diese Dienste weiter und werden auch in den gleichen Rechenzentren wie Azure betrieben, sie werden aber nicht mehr unter der Marke Azure geführt, sondern als eigene Marke weiterentwickelt.
  • Dynamics CRM Services und SharePoint Services sind formal ebenfalls nicht mehr Bestandteil der Windows Azure Platform. Diese beiden Dienstgruppen werden im Rahmen der Microsoft Online Services weiterentwickelt. Die beiden Produkte Dynamics CRM Online (befindet sich derzeit in Entwicklung) und SharePoint Online (verfügbar seit März 2009) werden neben der Möglichkeit der Anpassung über die Programmoberfläche bzw. SharePoint Designer über eigenen Programmcode erweiterbar sein. Damit erhalten diese Online Services die Funktionalität, die bisher über die beiden Azure Services geplant war.

Damit besteht die Windows Azure Platform nun aus den drei Dienstgruppen Windows Azure, SQL Azure und Windows Azure Platform AppFabric. In jeder der drei Gruppen wurden zum Produktstart Änderungen bekanntgegeben bzw. Erweiterungen angekündigt, die in den jeweiligen Folgeabschnitten beschrieben werden.

Preismodelle für die Bestandteile der Plattform

Mit der Produktivsetzung, bei der eine Abrechnung der genutzten Ressourcen erfolgen soll, sind jetzt auch entsprechende Preismodelle verfügbar. Diese orientieren sich grundsätzlich am Verbrauch der einzelnen Cloud Services, legen aber jeweils unterschiedliche Abrechnungseinheiten zugrunde. So wird die Rechenleistung von Windows Azure pro Abrechnungsstunde, Windows Azure Storage nach Datenmenge und Speicheroperationen, SQL Azure nach Abrechnungsmonat und die AppFabric nach der Zahl der Transaktionen bzw. Verbindungen abgerechnet. Tabelle 10.1 gibt einen Überblick über die Kosten der einzelnen Dienste.

Dienst

Abrechnungseinheit

Kosten

Windows Azure Compute

Abrechnungsstunde

Small VM: 0,12 US-$/Stunde

Medium VM: 0.24 US-$/Stunde

Large VM: 0,48 US-$/Stunde

XLarge VM: 0,96 US-$/Stunde

Windows Azure Storage

Datenmenge und Speichertransaktionen

0,15 US-$/GB /Monat

0,01 US-$/10.000 Transaktionen

SQL Azure

Abrechnungsmonat

Web Edition (maximal 1 GB): 9,99 US-$/Monat

Business Edition (maximal 10 GB): 99,99 US-$/Monat

Windows Azure Platform AppFabric Access Control

Anzahl Transaktionen

1,99 US-$/100.000 Transaktionen

Windows Azure Platform AppFabric Service Bus

Anzahl Verbindungen

3,99 US-$/Verbindung (im »pay-as-you-go«-Modell)

9,95 US-$/Paket von 5 Verbindungen

49,75 US-$/Paket von 20 Verbindungen

199 US-$/Paket von 100 Verbindungen

995 US-$/Paket von 500 Verbindungen

Tabelle 10.1: Kosten für die Nutzung der einzelnen Dienste der Windows Azure Platform

Zu beachten ist, dass bei Windows Azure Kosten anfallen, sobald eine Anwendung auf Windows Azure installiert ist und nicht erst, wenn auch tatsächlich Zugriffe auf die Anwendung erfolgen. Für die Betreiber von Anwendungen besteht somit ein Optimierungspotenzial aus der Steuerung der Anzahl aktiver Instanzen einer Anwendung. Die Anzahl sollte immer so klein wie möglich (um Kosten zu sparen) und so groß wie nötig (um Antwortzeiten für Anwender zu minimieren) gehalten werden.

Unabhängig vom genutzten Dienst kommen zu den in Tabelle 10.1 aufgelisteten Kosten noch Beträge für den Datentransfer, der in Microsofts-Rechenzentren hinein bzw. aus diesen heraus geht. Diese sind in Tabelle 10.2 aufgeführt.

Transferrichtung

Abrechnungseinheit

Kosten

In das Rechenzentrum hinein

Datenmenge

0,10 US-$/GB

Aus dem Rechenzentrum heraus

Datenmenge

0,15 US-$/GB

Tabelle 10.2: Kosten für die Datentransfers über die Grenzen von Microsofts Rechenzentren

Der Datentransfer innerhalb der Rechenzentren ist kostenfrei. Kommuniziert eine auf Windows Azure betriebene Anwendung mit einer auf SQL Azure betriebenen Datenbank (und Anwendung und Datenbank liegen im gleichen Rechenzentrum), fallen für den Datenaustausch keine Kosten an.

Die Nutzung von Azure auf Basis der oben beschriebenen Preismodelle ist die flexibelste Variante. Es fallen genau dann Kosten an, wenn die entsprechende Ressource genutzt wird. Ohne Nutzung, keine Kosten. Bezogen auf die Abrechnungseinheit ist dies allerdings auch die teuerste Variante (die Flexibilität wird also über einen höheren Preis erkauft). Neben dieser sogenannten »pay as you go«-Variante gibt es weitere Bezugsmöglichkeiten, bei denen für eine vereinbarte Abnahmemenge Rabatte gewährt werden:

  • Windows Azure Platform Development Accelerator Core
    Befristet auf sechs Monate kann hier ein festgelegtes Kontingent von Windows Azure Compute, Windows Azure Storage, Datentransfer, Service-Bus-Verbindungen und Access-Control-Transaktionen mit 54% Kostenrabatt genutzt werden.
  • Windows Azure Platform Development Accelerator Extended
    Zusätzlich zu den Dienstkontingenten des Development Accelerator Core umfasst dieses Paket auch eine SQL Azure-Datenbank (Business Edition) und bietet 52% Kostenrabatt gegenüber dem »pay as you go«-Preis.
  • Windows Azure Platform Introductory Special
    In einem zeitlich sehr befristeten Rahmen können bei diesem Angebot einige Azure Services zu Test- und Evaluierungszwecken kostenfrei genutzt werden.

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Angeboten können über den URL http://www.microsoft.com/windowsazure/offers/ abgerufen werden.

Service Level der Plattform

Darüber hinaus erfolgt die Nutzung der Plattform unter verbindlichen Service Level Agreements (SLAs). Ein Ausschnitt aus diesen SLAs ist in Tabelle 10.3 zu sehen.

Messgröße

Beschreibung

Service Level

Anbindung von Cloud Services

Anbindung von Diensten, die auf Windows Azure betrieben werden, ans Internet

>99,95%

Überwachung von Instanzen

Instanzen von Rollen werden laufend überwacht und bei Bedarf automatisch neu gestartet

>99,9%

Verfügbarkeit Speicher

Der Windows Azure Storage ist von außen zugreifbar und beantwortet Speicherzugriffe erfolgreich

>99,9%

Verfügbarkeit Datenbank

SQL Azure ist von außen zugreifbar. Alle Datenbanken werden laufend überwacht.

>99,9%

Verfügbarkeit Service Bus und Zugriffskontrolle

Endpunkte, die beim Service Bus bzw. Access Control Service registriert sind, sind von außen aus zugreifbar. Nachrichten können über diese Dienste ausgetauscht werden.

>99,9%

Tabelle 10.3: Ausschnitt aus den Service Level Agreements der Windows Azure Platform (Angaben ohne Gewähr)

Eine Vereinbarung individueller Service Level (insbesondere höhere Service Level) ist grundsätzlich nicht möglich. Die Dienste werden in einer automatisierten Form angeboten, die es nicht zuließe, für einzelne Anwender Ausnahmeregelungen zu treffen. Werden andere als die angebotenen Service Level benötigt, verweist Microsoft an die große Zahl an Hosting-Partnern, bei denen in der Regel eine individuelle Vereinbarung von Service Leveln möglich ist.

Auswirkungen auf die Buchkapitel im Überblick

Die Änderungen der Plattform haben zum Teil große Auswirkungen auf die entsprechenden Kapitel des Buches. Tabelle 10.4 listet die wichtigsten Änderungen der Services auf.

Kapitel

Plattformdienst

Wichtigste Änderungen

Kapitel 3

Windows Azure Compute

Verschiedene Größen virtueller Maschinen

Direkter Nachrichtenaustausch zwischen Rollen

Möglichkeit der Konfiguration von Kommunikationsports

Erweiterte Logging- und Diagnosemöglichkeiten

Verwaltung von Diensten über eine Management API

Erweiterte Interoperabilität (MySQL, Java, Ruby, Apache etc.)

Kapitel 3

Windows Azure Storage

Drives als virtuelle NTFS-Festplatten für Windows Azure

Offizielle Storage Client Library

Erweiterte Funktionalitäten der Storage Services

Verfügbarkeit eines Content Delivery Networks

Kapitel 4

Live Services

Live Services sind nicht mehr Bestandteil der Plattform

Kapitel 5

.NET Services

Umbenennung in Windows Azure Platform AppFabric

Kapitel 5

AppFabric Service Bus

Entfernung von Routern und Queues[1]

Möglichkeit zur Nachrichtenpufferung für asynchrone Kommunikation über Message Buffer

Kapitel 5

AppFabric Access Control Service

Fokussierung auf die Absicherung REST-basierter Webservices

Integrationsmöglichkeit mit ADFS v2

Unterstützung von WRAP und SWT

Entfallen der Unterstützung der WS-* Standards[2]

Kapitel 6

SQL Azure

Firewall-Unterstützung

Bulk-Inserts

Erweiterte Werkzeuge in Visual Studio 2010 RTM

Tabelle 10.4: Überblick über die wichtigsten Änderungen bezogen auf die Buchkapitel

Die folgenden Abschnitte geben einen detaillierteren Überblick über die Änderungen und Erweiterungen der einzelnen Dienste der Windows Azure Platform.

Weitere Informationen


[1] Router und Queues sollen in zukünftigen Versionen der Plattform (ggf. mit erweitertem Funktionsumfang) wieder zur Verfügung stehen.

[2] Die Unterstützung der WS-* Standards soll in zukünftigen Versionen wieder zur Verfügung stehen.

Leave a Comment
  • Please add 1 and 1 and type the answer here:
  • Post
  • watch criminal minds episode

Page 1 of 1 (1 items)