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Open XML noch kein ISO Standard

Open XML noch kein ISO Standard

  • Comments 4

Nach der Standardisierung des Open XML Formats durch die ECMA im letzten Jahr hat die ISO (bzw. deren stimmberechtigte Mitglieder) Open XML an die Initiatoren zurückgegeben. Dazu gab es eine Liste von Kommentaren, die aussagen, dass sich das Stimmverhalten der kommantarabgebenden Nationen ändern könnte, wenn der Inhalt dieser Kommentare adressiert wird, sprich Änderungen am Format vorgenommen werden.

Die Auszählung ergab 53% positive (>=66,66% nötig) und 26 % negative Stimmen (<=25% nötig).

Eine grafische Aufbereitung des Ergebnisses ist hier zu finden. Das ISO Press Release hier.

Eine Annahme eines Antrags auf Standardisierung erfordert mind. zwei drittel Ja-Stimmen (Je Land eine Stimme) der sog. "P Members" (Members participating in ISO/IEC JTC 1) und nicht mehr als 25% Nein-Stimmen insgesamt.

Was heißt das nun? Open XML bleibt vorerst eine technische Spezifikation, da der sog. FastTrack Prozeß ohne die erforderliche Zustimmung blieb. Microsoft hat nun bis voraussichtlich März 2008 Zeit, die Kommentare einzuarbeiten und die resultierenden Änderungen erneut vor zu legen (Ballot Resolution Period).
Es hat sich gezeigt, daß Open XML eine breite Unterstützung erfährt und wir sind optimistisch, daß im März die Entscheidung zugunsten von Open XML ausfällt.

Was heißt das jetzt technisch gesehen? Es wird wohl gewisse Änderungen am Format geben, die nach efolgreicher Annahme als Standard im nächsten Jahr in schon bestehende Anwendungen eingearbeitet werden müssen. Die bestehenden Konverter werden beide Versionen lesen, aber nur noch die neue schreiben können müssen. Die ECMA wird die Änderungen ebenfalls aufnehmen müssen. Was genau erfolgen wird, werden die nächsten Monate zeigen.

Ich finde es schade, dass dieses Thema so sehr in einen politischen Schlagabtausch ausartete und nicht auf sachlich technischer Ebene geführt wird.

Anmerkung: Ich weiß, das dieses Ergebnis Open XML Opponenten zum frohlocken verleitet. Daher die Bitte, pubertäre Äußerungen dazu in den Kommentaren zu diesem Post zu unterlassen. Ich werde nur konstruktive Kommentare veröffentlichen.

  • PingBack from http://msdnrss.thecoderblogs.com/2007/09/05/open-xml-noch-kein-iso-standard/

  • Ich finde es genauso schade, das dieses Theme im Prinzip gar nichts mehr mit Technik zu tun hat, sondern nur Politisch diksutiert und entschieden wird.

    Das Argument, Open XML sei zu komplex oder kann zu viel, kann ich auch nicht gelten lassen. Denn wenn ich eine "Eierlegendewollmilchsau" haben möchte geht es nicht anders.

    Und warum sollte man nicht das Format von Open Office und von Microsoft Office als Standart definieren. Und jeder hat dann die wahl welchen Standart er verwenden möchte. Nimmt man das gleine Ruderboot, welches klein beschaulich und übersichtlich ist. Oder die große Yacht die vielleicht etwas aufgebläht ist, aber dafür sehr viel komfort bietet.

  • "Open XML bleibt vorerst eine technische Spezifikation, da der sog. FastTrack Prozeß ohne die erforderliche Zustimmung blieb."

    Nicht ganz: Es ist bereits ECMA Standard. Jetzt wird also nachgebessert werden, damit es auch ISO Standard werden kann, sofern sich eine Mehrheit ergibt.

    "Ich finde es schade, dass dieses Thema so sehr in einen politischen Schlagabtausch ausartete und nicht auf sachlich technischer Ebene geführt wird."

    Ganz meiner Meinung. Erzählen Sie das Ihren Kommentarkillern! Meiner Ansicht nach sollte sich Microsoft da ganz raus halten und es den Standardexperten der ISO überlassen.

    "Daher die Bitte, pubertäre Äußerungen ..."

    Sie spielen sicher auf die Peinlichkeiten von Herrn Goeschl an, nicht wahr?

    Es ist notwendig, dass Open XML technisch verbessert wird. Dazu bietet sich jetzt Gelegenheit. Sehr gut! Besser wäre es freilich gewesen gar nicht erst mit einer unfertigen Spezifikation in den Fast-Track-Prozess zu treten.

  • Andre,

    ja, natürlich ist Open XML ECMA Standard, nur für die ISO bleibt es vorerst eine techn. Spezifikation.

    Bzgl. der Äußerungen hatte ich niemand speziell im Visier.

    Gut ist es natürlich, dass die gfundenen Ungereimtheiten/Probleme/Fehler beseitigt werden. Auf der anderen Seite wird es bei solch umfangreichen Technologien im Laufe der Zeit immer etwas geben, was man besser machen kann, egal wie lange die Testphase lief. Insofern war die Spezifikation nicht "unfertig". Die ECMA hätte sie nicht angenommen, wenn das so gewesen wäre.

    Ohne mit dem Finger zu zeigen ist wohl die verschärfte Diskussion um offene Standards (Wir akzeptieren nur noch ...) ein wenig Schuld an der Misere. Wir (die IT-Industrie und die Verbraucher) sind jahrelang mit proprietären Technologien ganz gut gefahren. Nun muss es auf einmal ein "offener Standard" sein. Die Idee ist sicherlich sehr gut, nur ist das ein langwährender Prozess, der nicht von heute auf morgen realisierbar ist. Und, es ist auf jeden Fall zu begrüßen, dass Entwickler alle Informationen zur verwendeten Technologie bekommen, ohne reverse Engineering bereiben zu müssen.

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