Ein Jahr war es ziemlich genau her, dass wir als neue MACHs im Technik-Track bei Microsoft gestartet sind, als ich Anfang Oktober im ICE nach Magdeburg saß – auf dem Weg zu meinem ersten eigenen Projekt.

Natürlich ist Kundenkontakt für mich als Consultant mittlerweile alltäglich. Die meiste Zeit verbringe ich vor Ort beim Kunden, arbeite dort mit verschiedensten Kollegen von Microsoft, Partnern und selbstverständlich vom Kunden selbst zusammen. Nur gab es dieses Mal einen kleinen Unterschied: Auf diesem Projekt sollte ich alleine auftreten. Ein quasi unbefleckter Kunde, der bisher nur mit unseren Sales-Kollegen in Kontakt stand, wird nun seinen ersten Microsoft-Consultant im Haus haben. Und dieser sollte ich sein!

Die Aufregung war sofort ungleich höher als bei den bisherigen Projekten. Schließlich gab es keine anderen Consulting-Kollegen, auf deren Erfahrung ich aufbauen konnte. Die hätten mir nämlich berichten können, wie es vor Ort zugeht, auf welche Spezialitäten und Eigenheiten ich zu achten habe. Lediglich für die Stadt selber konnten mir die Sales-Kollegen einige Tipps geben: Welche Hotels das beste Frühstück anbieten, wo man abends noch am besten joggen oder die heruntergelaufenen Kalorien wieder zu sich nehmen kann.

Zum Start des Projekts musste eine zunächst ganz banal erscheinende Frage geklärt werden: Was ziehe ich an? Ist die volle Anzugmontur angebracht oder reicht ein Auftreten mit Hemd und Jeans? In dieser Frage und allem anderen galt letztendlich: Auf Nummer sicher gehen!

Also stand ich Montag morgens am Magdeburger Hauptbahnhof – natürlich im Anzug – und rief den Kunden an. Und dann ging schon alles wie von selbst. Der Kunde meinte am Telefon „Ich kann Sie schon sehen!“. Das Eis war direkt gebrochen, als ich über meinem Büro ein Schild mit dem Schriftzug „Kölle Alaaf“ entdeckte. Nachdem der Kunde mitbekommen hatte, dass mein Stammbüro in Köln ist, wollten sie, dass ich mich wie zu Hause fühle.

Die nächsten zwei Wochen vergingen wie im Flug. Zwar war es ein kurzes Projekt, aber dafür habe ich alle Phasen vom ersten Kick-Off über die Konzeption, Implementierung bis hin zur Übergabe und Schulung hautnah erlebt und gestaltet. Ich habe eine Softwarelösung, die schon bei anderen Kunden im Einsatz ist, im Gepäck gehabt und sollte die auf einem Testsystem installieren. Nach getaner Arbeit habe ich die Lösung noch an Wünsche des Kunden angepasst und seine Mitarbeiter für die Benutzung geschult.

Das Spannendste an diesen zwei Woche war: Ich war Microsoft. Während in anderen Projekten sonst mehrere Ansprechpartner von uns vor Ort sind, war ich die erste Anlaufstelle für alle Fragen, die in den zwei Wochen aufgekommen sind. Sowohl vom Projektleiter, seinen Mitarbeitern als auch von einer Microsoft-Partnerfirma, die ebenfalls mitbeschult worden ist. Auf der anderen Seite wusste ich aber auch, dass ich natürlich nicht ganz allein war. Im Hintergrund standen immer der Engagement-Manager und das Account-Team für das Projekt für mich bereit, mit denen ich mich regelmäßig über das weitere Vorgehen per Telefon abgestimmt habe.

Alles in allem war es eine klasse Erfahrung, die zwei Wochen über „alleine das Ruder in die Hand zu nehmen“. Zum ersten Mal viele Verantwortungen auf einmal tragen und sich selber dabei testen, wie man damit zurecht kommt. Ich freue mich schon auf die nächsten Projekte dieser Art – aber mit Kollegen zusammen ist es immer noch am schönsten. Die habe ich jetzt auf meinem Stammprojekt, wo ich sonst unterwegs bin, aber auch wieder direkt vor Ort :-)

 

PS: Auch wenn Magdeburg vielleicht zunächst nicht so aufregend klingt wie Hamburg oder Berlin – aber wo sonst kann man schon ein Hundertwasserhaus sein Hotel nennen...