Am letzten Donnerstag (16.1.2014) war es mal wieder so weit. Es gab wieder Neuerungen bei Windows Azure zu verkünden und es sind wieder ein paar sehr spannende Funktionen dabei. Hier alle Neuerungen in Kürze:

Web Sites: Staged Publishing (dazu ein kurzes Video), Always On Support und Web Jobs

Monitoring-Verbesserungen: Alerts / Warnungen für Web Sites + SQL Databases

Hyper-V Recovery Manager: General Availability

Mobile Services: Unterstützung für SenchaTouch

PCI Compliance: Windows Azure wurde nach “Standard Payment Card Industry” (PCI) “Data Security Standards” (DSS) validiert

Staged Publishing für Windows Azure Web Sites

Da ich mich im Moment viel mit dem Thema Windows Azure Web Sites beschäftige, diese Neuerung etwas ausführlicher. Seit letzter Woche besteht nun also auch bei der Nutzung von Windows Azure Web Sites die Möglichkeit seine Webapplikation, wie bei den Cloud Services, zunächst in einer Staging-Umgebung zu veröffentlichen. Diese Umgebung wird unter einer separaten URL bereitgestellt und kann per Mausklick mit der Produktivumgebung getauscht werden. Auf diese Weise können zunächst Tests durchgeführt werden und es besteht durch den vollständigen Tausch nicht das Risiko durch eine Aktualisierung einzelner Teile einer Applikation einen inkonsistenten Zustand zu erzeugen. In diesem Video gebe ich eine kurze Einführung in diese neue Funktion.

Hier noch einmal zusätzlich alle Schritte zur Aktivierung:

Im Dashboard einer Web Site gibt es nun den neuen Link “Veröffentlichung auf Stagingumgebung aktivieren”.

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Falls die eigene Web Site im kostenfreien oder geteilten / shared Modus läuft, muss sie zunächst in den Standardmodus übertragen werde, um die Stagingumgebung nutzen zu können.

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Nachdem in den Standardmodus gewechselt wurde, kann die Stagingumgebung aktiviert werden.

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Nach der Aktivierung steht im Managementportal die Stagingumgebung als Unterknoten der Produktivumgebung zur Verfügung. Die Stagingumgebung steht standardmäßig unter der URL meinname-staging.azurewebsites.net bereit. Natürlich kann auch eine eigenen Domain per C-Name oder A-Record verwendet werden.

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Die Stagingumgebung kann nun im wesentlichen wie die Produktivumgebung genutzt werden. Das heißt es können Einstellungen vorgenommen und Veröffentlichungen über die verschiedenen Optionen (Web Deploy, Git, Visual Studio Online etc.) vorgenommen werden.

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Durch einen Klick auf “Austauschen” im Managementportal kann die Staging- mit der Produktivumgebung getauscht und somit in Produktion geschaltet werden. Natürlich ist auch ein Rücktausch bei eventuellen Fehlern in der neuen Version der Webseite sofort möglich.

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Wer mehr zu Windows Azure Web Sites erfahren möchte, den verweise ich auf meinen Einführungskurs in der Microsoft Virtual Academy.

“Always On” für Windows Azure Web Sites

Mit dieser neuen Funktion kann durch regelmäßige Aufrufe / Pings der eigenen Seite verhindert werden, dass sie in einen inaktiven / kalten Zustand übergeht. Auf diese Weise kann das Antwortverhalten verbessert werden und Hintergrundaufgaben können ausgeführt werden.

“Web Jobs” für Windows Azure Web Sites

Mit Hilfe der “Web Jobs” können Aufgaben innerhalb der eigenen Webseite ausgeführt werden. Diese Aufgaben können entweder auf Anfrage (on demand), dauerhaft (continuously) oder nach einem festen Zeitplan (schedule) ausgeführt werden. Unterstützte Formate sind aktuell:

.cmd, .bat, .exe (für windows cmd) / .sh (für bash) / .php (für php) / .py (für python) / .js (für node)

Mehr Informationen zur Funktionsweise der Web Jobs gibt es hier.

Verbessertes Monitoring

Es wurden mit diesem Release wieder einmal die Möglichkeiten der Anwendungsüberwachung verbessert. Zum einem werden die Daten bei der Überwachung einer Webseite im Dashboard nun jede Minute aktualisiert. Zum anderen können Warnungen / Alerts jetzt auch für “SQL Database” Datenbanken und zusätzliche Metriken von Webseiten verschickt werden.

Windows Azure Hyper-V Recovery Manager ist nun allgemein verfügbar

Mit Hilfe des Hyper-V Recovery Managers auf Windows Azure lässt sich die Replikation und Wiederherstellung von Private Cloud Infrastrukturen orchestrieren. Da ich solche Infrastrukturszenarien lieber den Kollegen überlasse, verweise ich an dieser Stelle nur auf den Blog von Brad Andersson.

SenchaTouch-Unterstützung für Windows Azure Mobile Services

Ab sofort können die Windows Azure Mobile Services bei Nutzung von SenchaTouch noch einfacher verwendet werden. Hierzu existiert eine Extension für Sencha, welche Funktionen wie Schreiben und Lesen von Daten oder auch Benutzerauthentifizierung erheblich vereinfacht. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Windows Azure Webseite.

Windows Azure Compliance nach Standard der Kreditkartenindustrie validiert

Als weiteren Industriestandard wurde Windows Azure nun gemäß “Standard Payment Card Industry” (PCI) “Data Security Standards” (DSS) validiert. Dieser Standard legt Anforderungen fest, die eine Organisation erfüllen muss, um Daten zu Kartenzahlungen zu speichern und zu verarbeiten. Mehr dazu findet sich im Windows Azure Blog.

Mehr Informationen zu allen Neuerungen gibt es im Blog der Produktgruppe und im Blog von Scott Guthrie.