Da ich in den letzten Wochen für Veranstaltungen wie unsere Platform Information Days, die MobileTech Conference 2014, die IT-Pro Academy auf der Cebit 2014 und weiter interne Veranstaltung viel unterwegs war, bin ich noch gar nicht dazu gekommen an dieser Stelle über die letzten Neuerungen bei Windows Azure zu berichten. Auch wenn die neuen Funktionen jetzt bereits vier Wochen alt sind, möchte ich dies nun nachholen.

Folgende neue Funktionen sind nun nutzbar:

  • Backup / Restore für Windows Azure Web Sites
  • .Net und PhoneGap Support sowie Integration in die Notification Hubs bei Windows Azure Mobile Services
  • ExpressRoute als private Hochgeschwindigkeitsverbindung von Windows Azure mit dem eigenen Rechenzentrum
  • Erhöhung der maximalen Anzahl der Co-Administratoren auf 200
  • Benachrichtigungen über Service-Ausfälle direkt im Management Portal
  • VM Agent und Hintergrundinformationen für Windows Azure Virtual Machines

sowie weitere Neuerungen bei Windows Azure Active Directory, HDInsight (Hadoop 2.2 Support) sowie den BizTalk Services.

Auf einige der Neuerungen möchte ich im folgenden ein wenig detaillierter eingehen.

Backup / Restore für Windows Azure Web Sites

Mit Hilfe der neuen Funktionen für Backup / Restore, welche als Vorschau bereit stehen, können bei Bedarf oder in regelmäßigen Abständen Sicherungskopien der eigenen Website erstellt werden. Diese Sicherung kann wahlweise sogar die genutzten SQL oder MySQL Datenbanken umfassen. Die Backup-Funktion ist für Nutzer in der Preisstufe Standard kostenfrei nutzbar.

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Sobald im Bereich “Backups” für eine Website ein manuelles Backup (über “Backup Now”) oder ein automatisches Backup nach Zeitplan erstellt wurde, kann über “Restore Now” eine ältere Version der Seite wiederhergestellt werden. Auch kann eine neue Website mit dem Backup einer anderen Website erstellt werden.

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.Net und PhoneGap Support bei Windows Azure Mobile Services

Auch bei den Windows Azure Mobile Services gibt es wieder ein paar Neuerungen. Die erste Neuerung betrifft die Möglichkeiten Serverlogik innerhalb eines Mobile Services in .NET zu implementieren. Dies war bisher nur in Javascript über Node.js möglich, wurde aber nun um die Möglichkeit ASP.NET Web API zu verwenden ergänzt. Diese Neuerung steht aktuell als Preview bereit. Hierfür muss beim Anlegen eines neuen Mobile Service, lediglich “.NET (Preview)” als Backend gewählt werden.

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Dies ermöglicht es Serverfunktionen direkt in Visual Studio zu entwickeln, lokal zu testen und existierenden Code zu verwenden. Im Betrieb wird bei Nutzung von Mobile Services die selbst geschriebene Web API von Windows Azure verwaltet, überwacht und skaliert.

Nach Anlegen des neuen Mobile Services mit ASP.NET Web API steht eine vorkonfigurierte Visual Studio Solution bereit, welche heruntergeladen und angepasst wird.

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Nachdem der Implementierung der eigenen Funktionen und lokalen Tests, wird der Service dann innerhalb des Windows Azure Mobile Services veröffentlicht. Hierfür steht im Bereich “Dashboard” das passende Publish Profile zum Download bereit.

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Für die neue .NET-Unterstützung stehen zahlreiche Anleitungen auf der Windows Azure Website bereit.

Als weitere Neuerung steht nun auch eine Projektvorlage für PhoneGap zur Verfügung. Hiermit können noch schneller PhoneGap Cross-Platform Apps mit Windows Azure Mobile Services kombiniert werden.

Eine letzte Neuerung ist die Integration des Windows Azure Notification Hub in die Windows Azure Mobile Services. Auf diese Weise wird es noch einfacher Push-Notifications an verschiedene Endgeräte zu senden. Notification Hubs unterstützen zudem erweiterte Funktionen wie die Verwendung von Templates, Tags und den Versand einer sehr großen Zahl von Nachrichten.

VM Agent und Hintergrundinformationen für Windows Azure Virtual Machines

Ab sofort wird beim Erstellen einer neuen virtuellen Maschine aus dem Management Portal ein so genannter VM Agent in die VM installiert. Dieser erlaubt es erweiterte Managementfunktionen zu nutzen, so wie es aus Web- und Worker Rollen im Rahmen der Cloud Services bereits der Fall ist. Außerdem besteht über den VM Agent die Möglichkeit Erweiterungen zu installieren, die die virtuellen Maschinen um zusätzliche Funktionen erweitern. Falls die Installation des VM Agents nicht gewünscht ist, kann dieser beim Erstellen einer virtuellen Maschine aus dem Katalog abgewählt werden.

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Eine weitere Ergänzung der virtuellen Maschinen, welche mit dem VM Agent eingeführt wurde, erlaubt es sich bei Nutzung einer RDP Verbindung wichtige Funktionen über die aktuelle Maschine auf dem Desktop anzeigen zu lassen.

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ExpressRoute

Mit Hilfe von ExpressRoute, welches aktuell als öffentliche Preview verfügbar ist, besteht die Möglichkeit eine private Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen dem eigenen Rechenzentrum und Windows Azure aufzubauen. Dies ermöglicht höhere Übertragungsgeschwindigkeiten, weniger Latenz und eine größere Sicherheit, da auf diese Weise nicht das öffentlich Internet verwendet wird. Eine solche Verbindung ist aktuell mit Rechenzentren der Regionen US East und US West möglich und es werden eine begrenzte Auswahl an Exchange Providern und Network Service Providern unterstützt. Bei Nutzung eines Network Service Providers staffelt sich der monatliche Preis nach der Netzwerkanbindung und enthält unbegrenzte Datenübertragung. Bei der Nutzung eines Exchange Providers ist je nach Netzwerkanbindung ein bestimmtes Volumen für ausgehende Datenübertragung enthalten.

Mehr Informationen zu ExpressRoute und Preisinformationen gibt es auf der Windows Azure Website.

Ich hoffe ich konnte in diesem Beitrag einen guten Überblick über die Neuerungen geben. Wer noch keinen Windows Azure Zugang hat, kann über den Testzugang mit 150 € Startguthaben in die Cloud-Entwicklung starten.