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Microsoft hat die offizielle Anzahl der weltweiten Vista-Verkaufszahlen bekannt gegeben. Seit Juli 2007 legte Vista nochmals um 47 Prozent zu. Mit 88 Millionen verkauften Exemplaren im Endkunden- und 42 Millionen im Enterprise Geschäft hat Vista den Verkaufsstart des Vorgänger-Betriebssystem Windows XP bereits deutlich überholt.
Kommentar:
Windows ist neben Office Microsofts anerkanntes Brot und Butter Geschäft. Dennoch scheint der Erfolg von Vista für die breite Mehrheit überraschend. Hört man doch allerorts, dass aufgrund technischer Probleme und fehlender Dritthersteller-Treiber das Service Pack 1 abzuwarten sei, neue Hardware für Vista erforderlich und hinderlich wäre, und sogar die Computer-Industrie und prominente Vertreter daraus sich enttäuscht gegeben hätten, da sie sich eine deutliche Belebung ihres Geschäfts erhofft hätten.
Dem außen stehenden Beobachter, wie gerne auch mir im Übrigen, beschleicht hierbei ein dumpfes Gefühl, wie es denn dann sein kann, dass Vista nachweislich so erfolgreich ist? Es hat irgendetwas Nebulöses und Suspektes anheim. Dies erzeugt bei einigen ein gewisses Unbehagen und mitunter auch spontane Ablehnung. Und darin wird auch schon ein Problem von Microsoft offensichtlich - die Unnahbarkeit. Begründet durch ein enges Geflecht und ausgefeilten Partner-Ecosystem, ist es selten Microsoft selbst, welches in direkten Kundenkontakt tritt. Damit erscheint dem einzelnen das Geschäftsgebaren von Microsoft als nicht transparent bis bedrohlich. Und was nicht sofort ersichtlich ist, wird gerne kritisch beäugt und abgeurteilt. Manchmal sicher auch zu Recht!
Ich möchte daher versuchen ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen. Die aus meiner Sicht wahre Kernkompetenz von Microsoft ist eigentlich gar nicht die Software-Entwicklung selbst. Es ist vielmehr die Schaffung von "Win-Win Strukturen". "Win für den Partner" durch Margen aus dem Verkauf von Microsoft Produkten (z.B. Dell), durch den Verkauf von eigenen Lösungen basierend auf der Microsoft Plattform (z.B. SAP) oder Implementierungen derselben bei Kunden (z.B. T-Systems), bedeuten immer automatisch einen "Win für Microsoft". Wenn Microsoft ein Monopol hat, dann ist es meines Erachtens nicht die Technologie selbst, sondern vielmehr auf die schon fast rührend wirkende interne Ausrichtung auf Partner. Manch Partner mag im Einzelnen nicht immer dieses Gefühl haben. Als Konzern hat Microsoft jedoch das Win-Win "industrialisiert".
Mögen die Kritiker weiterhin, begründet oder nicht, skeptisch sein, was ein Produkt wie Vista angeht. Es sollte nur nicht das Microsoft-System unterschätzt werden, welches den Erfolg eines Produktes wie Vista bedingt – und es sollte eben nicht das Produkt allein betrachtet werden. Ein erster Beleg hierfür ist, dass die Absatzzahlen im PC Geschäft schon Rekord-verdächtige Züge annehmen. Dennoch beteuern die Hardware-Hersteller, teilweise aus taktisch politischer Verhandlungsposition gegenüber Microsoft, dass dies natürlich keinesfalls an Vista liegen kann.
Zugegeben, es ist schwer sich ein mündiges Bild von der Marktsituation zu machen und dies wird möglicherweise durch einen Blog eines vermeintlich objektiven Microsoft Mitarbeiters nicht leichter. Als Beleg meiner Thesen kann ich Ihnen nur den Rückblick auf diese Aussagen in Aussicht stellen, wenn Windows, respektive Microsoft, einmal wieder … unerwartet … erfolgreich ist.