Eins vorne weg, ich bin ein großer Webfan. Ohne das Internet kann ich quasi nicht mehr leben. Ich arbeite seit 1995 mit Webtechnologien. Ich spreche fliesend HTML, JavaScript und noch so einige andere Websprachen. Silverlight ist Super, Flash .. naja … ist auch nicht schlecht.

Wir befinden uns (noch) im Jahr 2010. Web 2.0 ist überall. Dienstleistungen werden über das Internet verkauft, wie früher Obst und Gemüse im Supermarkt. Inzwischen kann man seine Einkäufe auch Online tätigen und sich nach Hause liefern lassen oder aber auf dem Heimweg vom Büro am Supermarkt abholen.

Man kann Termine mit Freunden absprechen ohne sie anzurufen. Man erstellt einfach eine Online-Umfrage und schon kriegt man seine Buddies zusammen zu echten Glühwein trinken.

Es gibt inzwischen eine unzählbare Anzahl von Berufsbezeichnungen rund um das Thema User Experience, Design und Benutzerfreundlichkeit.

Allerdings stelle ich mir immer wieder die Frage, warum in aller Welt es bis heute kein Online-Reisebuchungssystem schafft eine ansatzweise benutzbare Oberfläche zu bauen. Jedes Mal wenn ich versuche Online eine Reise zu buchen, privat wie auch beruflich, benötige ich eine Packung Valium um nicht durchzudrehen. Was dort geboten wird ist eine … FRECHHEIT, und das ist schon eine freundlich, positive Aussage.

Gestern wollte ich eine Reise buchen, die meiste Zeit davon hing ich vor einem “Lade-Bildschirm” in dem mir gesagt wurde, wie toll diese Webseite ist und von welchen angeblichen Fachmagazinen diese Webseite zur tollsten Reisebuchungsseite gewählt wurde. Eigentlich sollte es dort heißen “Diese Seite ist die am wenigsten schlechte Implementierung eines Versuchs Reisen online zu buchen”.

Es ist schön zu sehen, das die Entwickler begriffen haben, das es AJAX gibt. Gibt es übrigens schon seit über 10 Jahren. Traurig nur, das man es so sehr übertreibt mit Ladekringeln hier und aufpoppenden Kalendern die fast unbedienbar sind, das die Webseite bald dar nieder kniet und kapituliert.

Mein Tipp: Weniger ist mehr. Wenn man schon neue Web 2.0 Technologien anwenden will, sollte man sich vorher fragen, ob sie dem Benutzer was bringen. Bitte nicht die Technik, der Technik wegen anwenden. Ich will nicht wissen, das es 32.012 Ergebnisse zu meiner Suchanfrage gibt, die ich dann eh nicht ordentlich filtern geschweige denn ordentlich durchstöbern kann. Ich will Urlaub machen und nicht drei Tage und Nächte mit Buchen verbringen. Macht es mir leichter, nicht schwer.

Es geht doch echt nichts über einen Besuch im Reisebüro, da muss man zumindest das grauenhafte System nicht selber bedienen und man kann mit einem netten Menschen sprechen. Und man bekommt auch noch einen Kaffee angeboten.

Der Oliver