Die meisten von Ihnen werden die Diskussionen um Gewaltspiele verfolgt haben. Man konnte ja irgendwie nicht anders. Die Spielehersteller haben damit natürlich auch enorm zu kämpfen. Schließlich ist es ihr Ruf, um den es hier geht. Vielleicht mag es auch dieser Diskussion geschuldet sein, dass erstmals seit Jahren das jährliche Wachstum der Spielebranche auf 5% verringert hat. Nichts desto trotz hat er 2006 erstmals die Milliarden-Grenze überschritten. Dabei hinkt der deutsche Markt im europäischen Vergleich hinterher. Nebenbei bemerkt, sind es nicht die Gewaltspiele, die die Masse der verkauften Produkte stellen.

Neben klassischen Konsolen – von denen es mittlerweile mehr wie 7 Millionen allein in Deutschland gibt – hat sich das Thema Spielen auf Bereiche wie Mobile Devices, logischerweise den PC bis hin zu Web-basierenden Spielen ausgeweitet. Sehr häufig trifft man mittlerweile auf sogenannte Multi-Player-Games, bei denen es neben dem puren Spielgeschehen eben auch auf das Zwischenmenschliche ankommt. Nicht umsonst fragen große Firmen bei der Vorstellung neuer Mitarbeiter eben auch nach solchen Erfahrungen. Eine Gruppenführerfunktion in solchen Spielen verlangt viel von der jeweiligen Person und zeigt damit auch bestimmte Qualitäten.

Bei der Grafikleistung moderner Spiele darf man vielleicht sogar die Frage nach der Zukunft des Spielfilms stellen. Aber auch die mögliche Anwendung von Spieletechnologien im Bereich Simulation (man nennt das Serious Gaming). Ich denke Prof. Picot hat es auf den Punkt gebracht: „…Ihr technologisches und pädagogisches Potenzial wird in keiner Weise anerkannt und ausgeschöpft oder gar gefördert. Schach und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht haben ihren Stellenwert, elektronische Spiele nicht.
Und darum geht es mir bei einer Fachkonferenz des Münchener Kreises, die ich mit Herrn Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Albrecht Ziemer und Herrn Prof. Dr.-Ing. Jörg Eberspächer zusammen gestalten durfte.

Wir haben die Veranstaltung unter das Motto „Spielend die Zukunft gewinnen – Wachstumsmarkt Elektronische Spiele“ gestellt und konnten einige sehr interessante Sprecher aus der Forschung und Lehre aber eben auch aus der Praxis (neben Herstellern auch Infrastruktur-Hoster) gewinnen. Eine sehr interessante Mischung, die sicher in der Tradition der Veranstaltungsserie steht.
Besonders freue ich mich auf die Podiumsdiskussion, der wir sehr viel Raum gegeben haben. Ich denke, wir werden sehr viele Themen daraus in Gespräche beim abendlichen Empfang mitnehmen. Über das Programm können Sie online informieren: http://www.muenchner-kreis.de/uploads/tx_veranstaltung/Spiele.pdf.

Ein sehr spannendes Feld, das sein Potential in den nächsten Jahren noch entwickeln wird. Ich hoffe, dass Deutschland hier eine gewichtige Rolle spielen kann und hoffe, dass diese Konferenz ein wenig dazu beiträgt.

Ich würde mich freuen, wenn wir uns dort sehen…
Weitere Informationen und Anmeldung: Spielend die Zukunft gewinnen (Wachstumsmarkt Elektronische Spiele)

Ihr
Said Zahedani