Wer ein wenig in der Presse oder im Internet die Themen rund um Microsoft verfolgt hat, kam nicht umhin die Aufregung um Themen wie Silverlight, ASP.NET Streaming oder kurz – rund um die Mix 2007 in Las Vegas mitzubekommen. OK, ein wenig habe ich mit diesem Blog auch dazu beigetragen.

Nun, da sich der Staub etwas legt, bleibt die Frage, was hat Bestand? Wie entwickelt sich Silverlight und all das, was wir uns davon versprechen? Vor allem: Wie sieht es dazu in Deutschland aus? Nun, da wollen wir nicht außen vor stehen. Wir wollen das Konzept einer MIX, nämlich die Verbindung von Designern, Entwicklern und Geschäftsleuten, übernehmen. Interessanterweise sind es genau diese drei Gruppen, die in Verbindung gebracht werden müssen, um so etwas wie das "nächste Web" zustande zu bringen.

Designer:
Ein wesentlicher Teil dessen, was man als Web 2.0 typisch ansieht ist die User Experience (UX). Während man früher eine sehr funktionale Sichtweise auf Software hat, beginnt man heute zunehmend den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. Ich hatte darüber schon früher gebloggt. Aber, auch für Designer gibt es Neues zu lernen. Ich in Diskussionen und Gesprächen in letzter Zeit viel über den Zusammenhang von User Experience und Design gelernt. Ich habe verstanden, dass UX einen geradezu ingenieursmäßiges Vorgehen hat, Metriken definiert, messbar macht, Prozesse definiert. Design sollte dann umsetzen, was im ersten Schritt gemessen und entworfen wurde. Ein Zusammenhang, der für mich als Vollblut-Informatiker natürlich sehr interessant ist. Folglich sollten wir vielleicht darüber sprechen, wie diese Prozesse, Metriken, Vorgehensweisen aussehen, um für Designer interessant zu sein. Halten wir das mal fest.

Developer:
Jedem Entwickler sind mittlerweile Begriffe wie AJAX, RSS, Silverlight (ehemals WPF/E), Ruby – kurz RIA – geläufig. Bill Gates sagte mal so schön, dass AJAX den Boden darstellt, die Nulllinie. Man wird Webseiten, welche pures HTML sind, in Zukunft einfach nicht mehr für adäquat halten. Sie werden bald den Charme einer Text-Oberfläche haben. Also, es gilt sich warm zu laufen mit diesen Techniken.
Das Ganze hat auch so seine Tücken. Man verschmiert den Zustand, der einst im Web eindeutig auf dem Server lag, nun zwischen Client und Server. Das kann ein wenig zur Herausforderung werden, derartige Systeme zu erzeugen und zu debuggen. Daneben ist JavaScript auf dem Client eigentlich ein Schritt zurück in dunkle Tage der Programmierung. Abhilfe wäre da dringend notwendig, um die Programmierung einfach, schnell und sauber gestalten zu können. Gut, wir halten auch das mal fest.

Business:
Überall sprießen Firmen aus dem Boden, die von sich selbst sagen, dass sie gänzlich auf neuen Geschäftsmodellen basieren. Die meisten verwenden dabei entweder Werbung oder Abo, was beides nicht wirklich neu, aber – sagen wir – jetzt praktikabel ist. Das interessante an Werbung ist, dass ich A dazu bringe mich dafür zu bezahlen, dass ich B eine Leistung erbringe (und dabei die Werbung von A präsentiere). Sind diese Modelle auf Dauer tragfähig? Gibt es noch ein paar weitere? Was machen die großen Anbieter von Inhalten? Interessante Fragen, halten wir das mal fest.


Ich denke, man sieht:

Jeder für sich hat schon ein großes Interesse. Bringt man aber eine gute Business-Idee mit ordentlichem Design und sauberer Entwicklung zusammen, bekommt ein tragfähiges System. D.h. erst wenn alle Drei zusammenspielen, wird eine Mannschaft draus, eine Firma, ja vielleicht ein Weltkonzern.
Wie können wir diese Gruppen miteinander in Kontakt bringen, für jeden individuell aber eben auch gemeinsam interessante Themen anbieten, die Diskussion fördern. Daher wird es dieses Jahr zum ersten Mal eine XTOPIA geben.

Unsere erste Entscheidung war, dass wir Partner brauchen. Es kann und darf nicht Microsoft im Rampenlicht stehen, vielmehr wollen wir eine Plattform bieten. Ja, natürlich auch unsere Themen zeigen, aber das soll nicht im Vordergrund stehen. Wir konnten n-tv und BrandEins gewinnen, sowie aus dem Entwicklerumfeld sehr bekannt den Software & Support Verlag. Das freut mich sehr. Es zeigt, dass wir richtig lagen und das man die Idee der Plattform annimmt.
Da wir aber von Entwicklern und Designern erfahren haben, man will einen Deep-Dive in die Technik, unbedingt und von den Leuten mit „Stallgeruch“, haben wir uns überlegt, die Konferenz in zwei Teilen durchzuführen. Die ersten zwei Tage versuchen wir uns im Hintergrund zu halten und eine offene Diskussion zu starten. Am dritten Tag bekommen Entwickler und Designer ihr Recht. Ob man den dritten Tag will oder nicht (ich denke, er lohnt sich auf jeden Fall ;-) bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Dort werden wir dann tiefer in Technik und Möglichkeiten eintauchen.

Was uns auch sehr am Herzen lag war, dass wir uns nicht in die Reihe der Web 2.0 Hyper einstellen wollen. Wir wollen Fakten und Tatsachen. Leider zeigt sich ja mittlerweile, dass an einigen Web 2.0 Größen schon der Lack blättert. Aber: Jeder Hype hat einen wahren Kern, um den geht es uns.

Wir konnten auch einige namhafte Größen aus dem Bereich Business und Design gewinnen, über ihre Projekte und Erfahrungen zu reden. Viele haben uns zugesagt, wollen aber jetzt noch keine Details verraten. Daher können wir die Redner und deren Projekte auch nur Peu-a-peu bekanntgeben. Es ist aber im Sinne der Veranstaltung und wir akzeptieren daher etwas diffus zu sein im Moment.

Ich freue mich sehr auf die XTOPIA. Sie ist etwas Einzigartiges und ich weiß, dass das Team hinter dieser Veranstaltung sich unglaublich Mühe gibt. Ich bin mir sicher, wir sehen uns in Berlin.

http://www.xtopia.de/
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Ihr
Said Zahedani