Veröffentlichung des Originalartikels: 06.11.2012

Einer der wichtigsten Grundsätze bei der Entwicklung dieser Version von SharePoint war, den Benutzern eine einheitliche Cloud-Umgebung zu bieten. Wir wissen, dass die Cloud große Vorteile bieten kann, doch je nach Kunde mit einem anderen Tempo und auf andere Weisen. Und wir gehen bei der Entwicklung so vor, dass unsere Kunden für die Nutzung der Cloud nicht die umfassenden Funktionen aufgeben müssen, die sie von Office erwarten.

Unsere Kunden nutzen SharePoint auf die unterschiedlichsten Weisen und haben komplexe Systeme mithilfe unserer Tools aufgebaut, um die Anforderungen ihrer Unternehmen zu erfüllen. Unabhängig davon, ob es sich um Branchenanwendungen, eine ERP-Systemintegration oder andere Systeme und Lösungen handelt, wissen wir, dass die Wahl einer Produktivitätssuite wesentlich komplexer ist als die Entscheidung, welches Tool Sie einsetzen werden. Eine Strategie des Komplettaustauschs wird nicht funktionieren. Deshalb haben wir großen Wert daraufgelegt, dass Kunden den Weg in die Cloud im eigenen Tempo einschlagen können. Dabei haben wir drei Kernprinzipien befolgt:

  1. Einige Kunden werden nicht vollständig in die Cloud wechseln. Unserer Ansicht nach wird eine Mischung einiger Cloud- und einiger lokaler Lösungen für absehbare Zeit die Norm sein. Cloud- und lokale Lösungen müssen nebeneinander bestehen können.
  2. Die Cloud ist kein geschlossenes System. Ein Großteil des Nutzens, den Kunden aus SharePoint ziehen, stammt aus unserer Interaktion mit anderen Systemen, von denen die Unternehmen der Kunden abhängig sind: CRM, ERP, Data Warehouses usw. Eine Lösung, die von diesen Systemen abgeschnitten ist, wird keinen Erfolg haben.
  3. Kunden müssen bei einer Cloud-Lösung schnell einen Mehrwert erkennen, gleichgültig, ob bestehende Systeme in die Cloud verlagert werden oder nicht. Wir müssen Kunden das Ausprobieren und Untersuchen neuer Funktionen in der Cloud ermöglichen, auch wenn der Großteil ihrer bestehenden Infrastruktur lokal bleibt.

Alle Office 365-Dienste können mit einer Mischung aus Cloud- und lokalen Instanzen arbeiten. Ein Kunde kann beispielsweise einige oder alle seine Postfächer in die Cloud verlagern, aber seine gesamte SharePoint-Infrastruktur lokal belassen. Dieser Grad an Flexibilität ist ein wichtiger Entwurfsaspekt für uns.

Das Onboarding in die Cloud ist ebenfalls ein Schwerpunktbereich. In Exchange bieten wir beispielsweise ein umfassendes Toolset für das Migrieren von Postfächern in und aus der Cloud sowie für den Umgang mit einer Kombination von Postfächern in beiden Umgebungen.

Bei SharePoint ist der Umgang mit gemischten Umgebungen nicht ohne Komplexität. In Exchange gibt es einen einzelnen Container (das Postfach), der im Besitz eines einzelnen Benutzers ist. Ein Routing zur ordnungsgemäßen Adresse des Postfachs reicht aus, damit alles funktioniert. Bei SharePoint-Websites und -Diensten dreht sich alles um die Zusammenarbeit mehrerer Benutzer in einer einzelnen Website, das Integrieren von Daten aus mehreren Quellen und das Durchsuchen einer umfassenden Sammlung von Dokumenten. Die Abgrenzung zwischen Cloud- und lokaler Lösung ist deshalb naturgemäß nicht eindeutig auszumachen. Die Herausforderung für uns bestand darin zu entscheiden, wie wir diese Aspekte berücksichtigen sollten – also in die Breite gehen oder den Schwerpunkt auf die Szenarien legen, bei denen wir den größten Nutzen sahen? Zu guter Letzt haben wir uns für die zweite Variante entschieden. Wir konzentrierten uns insbesondere auf die Entwicklung einer oAuth-Ebene, um die Authentifizierung und Kommunikation zwischen Diensten sowie eine umfassende Hybridunterstützung für die Suchfunktion zu ermöglichen.

Wenn Sie lokal und in der Cloud über SharePoint-Technologie verfügen, ist eine der ersten Anforderungen Ihrer Benutzer das Finden von Inhalten ungeachtet ihrer Speicherorts. Die Benutzer wollen das, was sie suchen, schnell und einfach finden, ohne neue Konzepte erlernen oder zusätzliche Schritte ausführen zu müssen. Diese Herausforderung haben wir durch das Hinzufügen von Hybridfunktionalität für die Suche gemeistert. Das heißt konkret, dass Benutzer einen Suchvorgang ausführen können, woraufhin ihnen die relevantesten Ergebnisse aus SharePoint Online und lokalen SharePoint 2013-Speicherorten angezeigt werden.

Auf dem Weg dorthin mussten wir einige anspruchsvolle Entwurfsprobleme lösen:

  • Wie können aktuelle Ergebnisse aus einem Remotesystem skalierbar abgerufen werden?
  • Wie können mehrere Gruppen von Ergebnissen in einer einzelnen Suchumgebung integriert werden?
  • Wie kann eine schnelle Abfrageleistung verwirklicht werden?

Für das erste Problem haben wir sowohl die Durchforstung/Indizierung des Remotesystems und den Abfrageverbund zur Laufzeit überprüft. Wir haben uns aus verschiedenen Gründen für letzteres entschieden. Dazu zählen die Effektivität neuester Ergebnisse und mehr Zuversicht in unsere Fähigkeit, eine schnelle, zuverlässige Umgebung zu bieten. (Stellen Sie sich vor, zehntausende Suchcrawler von Kunden pingen SharePoint Online gleichzeitig mit Suchanforderungen an.)

Anschließend mussten wir die effizienteste Möglichkeit zum Präsentieren der Ergebnisse für den Benutzer bestimmen. Unter Verwendung der neuen in SharePoint 2013 eingeführten Funktion Abfrageregeln präsentieren wir einen Ergebnisblock, der in die Suchergebnisseite integriert die obersten n Ergebnisse aus dem Remotesystem enthält. Die Benutzer sehen an dieser Stelle die Top-Ergebnisse und können auf den Ergebnisblock klicken, um weitere Ergebnisse anzuzeigen. Das Suchsystem lernt mit der Zeit auch hinzu. Wenn Ergebnisse in dem jeweiligen Block nützlich sind und die Benutzer darauf klicken, wird der gesamte Block auf der Suchergebnisseite mit der Zeit nach oben verschoben. Wenn die Benutzer nicht auf Ergebnisse im jeweiligen Block einer gegebenen Abfrage klicken, wird der Block weiter nach unten verschoben.

Schließlich haben wir uns auf die Optimierung der Ausführung dieser Remoteabfragen konzentriert, um die Suchleistung zu maximieren. Mit dem Wechsel zum Rendern von Suchergebnissen auf Clientseite (nach dem einleitenden Seitenladevorgang) in SharePoint 2013 haben wir ein solides Fundament geschaffen, auf dem wir aufbauen können. Wir haben diese Remoteabfragen so ähnlich wie möglich wie herkömmliche Abfragen eines lokalen Suchindexes mit einem Minimum an zusätzlicher Logik modelliert, um ein sicheres Durchqueren der Unternehmensfirewall (beim Anzeigen lokaler Ergebnisse in SharePoint Online) zu ermöglichen.

Beispiel von Hybridsuchergebnissen
Indem wir Hybridsuchabfragen so ähnlich wie möglich wie normale Suchabfragen modellieren, konnten wir die Komplexität des zugrunde liegenden Codes minimieren und sicherstellen, dass die gesamte Suchumgebung (von grafischen Verfeinerungen bis zu einer umfassenden Office-Dokumentvorschau im Daraufzeigebereich) in Hybridszenarien reibungslos funktioniert.

Lassen wir diesen Beitrag mit einigen häufig gestellten Fragen ausklingen. Vielen Dank für Ihre Zeit, und lassen Sie uns wissen, wie Sie den Einsatz von Hybridlösungen planen, indem Sie Kommentieren im Blog hinterlassen!

Welche Möglichkeiten ermöglicht mir die Hybridsuche?

  • Auf einer SharePoint Online-Website können Sie aus der Cloud- und lokalen Umgebung Suchergebnisse abrufen.
  • Auf einer lokalen SharePoint 2013-Website können Sie Suchergebnisse aus der lokalen und der Cloud-Umgebung abrufen.
  • Für bestimmte Abfragetypen können Sie "hybride" Ergebnisse aktivieren.

Ich möchte die Hybridsuche ausprobieren. Was sind die Voraussetzungen?

  • Eine beliebige SharePoint Online-Instanz mit Upgrade auf SharePoint 2013 (Upgrades erfolgen im Frühjahr 2013 gemäß einem rollierenden Zeitplan)
  • Lokale SharePoint Server 2013-Bereitstellung
  • Benutzerprofile aus Ihrem lokalen Active Directory, die mit dem Microsoft-Tool für die Online Services-Verzeichnissynchronisierungmit Office 365 synchronisiert wurden
  • Reverseproxy oder F5-Gerät, um Ihre lokale SharePoint 2013-Farm SharePoint Online sicher zur Verfügung zu stellen (nur erforderlich, damit Benutzer in SharePoint Online lokale Inhalte finden)

Wo finde ich Anweisungen?

Unsere Autoren arbeiten hart an der Dokumentation aller Schritte, die zum Konfigurieren einer Vertrauensstellung zwischen lokalen Instanzen und SharePoint Online erforderlich sind, und der Schritte zum Konfigurieren suchspezifischer Konzepte (Ergebnisquelle, Abfrageregel, Ergebnisblock, Anmeldeinformationen für einmaliges Anmelden), die für die Aktivierung der Hybridsuchszenarien umgesetzt werden müssen. Wir hoffen, dass diese Dokumentation pünktlich zur SharePoint-Konferenz (12.-15.11.2012) auf der Technet-Website veröffentlicht sein wird.

Es handelt sich hierbei um einen übersetzten Blogbeitrag. Sie finden den Originalartikel unter Hybrid Search in SharePoint 2013