"Relevantes" aus Telekommunikation
Musik-Downloads auf das Handy sind das nächste große Geschäft – so erhofft(e) es sich jedenfalls die Mobilfunk- und Musik-Branche. Wenn bald alle Mobiltelefone mit MP3-Playern ausgestattet sind und jeder Nutzer mit UMTS-Verträgen versorgt wurde, sollte dies den Markt doch beflügeln. Nur schnell "auf 'Kaufen' geklickt, der Download der Songs dauerte keine zwei Minuten. Bezahlen werde ich mit meiner Telefonrechnung", schildert beispielsweise Tina Rodriguez, "Head of Music" bei Vodafone, ihre Vorstellung vom Musik-Konsum im Jahr 2010.
Kommentar:
Die Mär von der Killer-Applikation oder –Content glaubt mittlerweile auch bei den Mobilfunkern nicht mehr jeder uneingeschränkt. Wie in meinem vorigen Artikel geschildert, hält das Auslaufmodell von Zeit- oder Daten-basierten Abrechnungsmodellen in Zeiten von Internet DSL-Flatrates nicht mehr, was es verspricht. Schneller und vor allem billiger bekommt man Musik nämlich per USB-Kabel vom PC aufs Mobiltelefon – sogenanntes "Side-Loading". Zudem werden sich auf den in das Handy integrierten MP3-Playern weislich mehr Songs aus getauschter oder illegal heruntergeladener Quelle befinden, wie dies beim IPod bereits nachweislich der Fall ist.
Die Zahl der Musik-Downloads und der erhofften zusätzlichen, kostenpflichtigen Datenübertragung wird sich daher allein durch MP3-fähige Telefone nicht merklich erhöhen. Das Gros der Nutzer will eben einfach auch nur telefonieren. Die angebotene Funktionsvielfalt aktueller Handys wird dabei oft sogar als störend empfunden. Statt von den tatsächlich als MP3-Player genutzten Handys auszugehen, wird in den Hochrechnungen, Marketing-wirksam aber selbst-belügend, gerne die Zahl der abgesetzten Multifunktions-Telefone als Kundenbasis angenommen. Ein wackeliges Fundament auf dem ein mobiler Musik Download-Boom prognostiziert wird!