Nach schlechten Zahlen im laufenden Geschäftsjahr muss Rudolf Gröger seinen Posten als CEO O2 Deutschland an Jaime Smith abgeben. Aufgrund des verstärkten Preiskampfes im Mobilfunkgeschäft hatte das Unternehmen das erste mal in seiner Geschichte einen Umsatzrückgang verbuchen müssen. Mit Gröger geht eine Art Gallionsfigur für die Mitarbeiter, der bei Amtsantritt bei O2 motivierend auf die Belegschaft wirkte und das Unternehmen wieder salonfähig machte. Dennoch können gravierende Prozess- und Technologie-Probleme der letzten Zeit nicht verdeckt werden.

O2 setzt im Ringen um die Herausforderungen der Telekommunikation auf Serviceverbesserungen und Konvergenzprodukte aus Mobilfunk und Festnetz-DSL der Konzernmutter Telefonica in Deutschland. Auf der Handelsblatt-Jahrestagung Telekommarkt Europa Mitte Juni in Düsseldorf, musste Gröger jedoch eingestehen, "man habe zunächst die Komplexität des DSL-Geschäfts dramatisch unterschätzt." Eine Abkehr von der Strategie Convergence by Pipe ist mit dem Abgang Grögers jedoch nicht zu erwarten.

Es steht zu befürchten, dass der Abgang des CEO nicht die einzige Personalveränderung bei O2 bleiben wird. Der Abbau von etwa 1000 Mitarbeitern wurde zwar bisher dementiert, ist aber wohl aufgrund der Marktsituation und verkrusteter Strukturen die absehbare Folge.