Per einstweiliger Verfügung gegen den exklusiven Vertrieb des Apple iPhone durch die T-Mobile setzt Vodafone D2 die Telekom unter Druck. Die T-Mobile wird nun zu einem Preis von 999€ das Mobiltelefon ohne elektronische Sperre anbieten. Vodafone CEO Friedrich Joussen erklärte das iPhone zum "Sündenfall". Handy-Hersteller wie Nokia oder Motorola könnten dem Beispiel von Apple folgen und ebenfalls Mobiltelefone nur noch mit einem Netzbetreiber anbieten und ebenfalls Ansprüche an den Umsätzen der Mobilfunker hegen. Durch eine exklusive Bindung an einen Netzbetreiber erwartet Joussen Nachteile für die Kunden, da sie die Mehrkosten tragen müssten und fordert den freien Verkauf.

Kommentar:

30% Umsatzbeteiligung an den Umsätzen durch das iPhone waren der Vodafone D2 ein Dorn im Auge als es für Apple darum ging einen deutschen Exklusiv-Partner für das hauseigene Telefon zu finden. Schließlich hat sich die T-Mobile mit Hoffnung auf einen möglichen Apple Trittbrettfahrer-Imagegewinn erbarmt und sich gleichzeitig gegenüber den Geräteherstellern unterworfen. Joussen hat schon Recht, dass auch andere Handyhersteller auf den Geschmack kommen könnten und Ihrerseits Umsatzbeteiligungen einfordern könnten. Die Macht der Mobilfunker gegenüber den Herstellern wankt. Letztere könnten Blut geleckt haben, während die T-Mobile die eigene Zunft verraten und ihr jegliche Argumentation genommen haben könnte, selbst die Bedingungen zu diktieren.

Dennoch, hätte die Vodafone einem Deal mit Apple als exklusiven Partner mit einer geringeren Umsatzbeteiligung zugestimmt und die T-Mobile ausgestochen, so wären die Rollen der Opponenten nun diametral vertauscht. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Apple mit dem eigenen Vertriebsmodell bewusst oder nicht den Mobilfunkmarkt revolutioniert. Vielleicht weniger, wie geglaubt, für die Konsumenten als vielmehr in Bezug auf künftige Vertragsmodalitäten im B2B zwischen Herstellern und Mobilfunkbetreibern.

Dass Verträge nicht exklusiv abgeschlossen werden sollten, entspricht nicht dem Prinzip der Vertragsfreiheit. Eine gerichtliche Verfügung ist daher mehr als bedenklich. Man stelle sich vor Microsoft müsste RedHat den Vertrieb von Windows ermöglichen. Nicht nur für Microsoft eine Horrorvorstellung ;-)