"Relevantes" aus Telekommunikation
Die Bitkom hat sich gegen Pläne der EU-Kommission gestellt, die Netze und Services im Telekommunikationsmark zu trennen. Laut BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer würde damit eine komplette Branche ausgebremst, da im Falle einer Ausgliederung der eigenen Netze Investitionsanreize fehlten. Stattdessen solle die EU die Telcos ermutigen in ihre Netze massiv zu investieren, um somit neue Innovationen zu schaffen. Scheer begründet dies mit einem funktionierenden Wettbewerb mit der darin verbundenen, stetigen verbraucherfreundlichen Verbilligung der Tarife in den letzten zehn Jahren.
Kommentar:
Die Separierung von Versorger und Netzen im Energiesektor gilt als eines der letzten Behelfsmittel die steigenden Energiekosten und die Dominanz der Stromkonzerne zu brechen. Im Telekommunikationsmarkt ergibt sich jedoch ein gegenteiliges Bild. Die Preise fallen aufgrund eines gesunden Wettbewerbs und fragwürdiger Regulierung durch die EU. Da sich die Preisspirale weiter nach unten bewegt sind weitere Eingriffe durch die Politik vorerst nicht notwendig. Die Telekommunikationsanbieter sollten stattdessen darin bestärkt werden, dass sie in innovative Dienste und Infrastrukturen investieren, um den Standort Europa in das 21. Jahrhundert zu führen.
Es scheint jedoch fast, als wäre der EU-Kommission ihr Erfolg bei der Regulierung der Roaming-Gebühren zu Kopf gestiegen. Die Wettbewerbshüter der EU sollten sich besser mit wichtigeren Verbraucher-schädigenden Praktiken diverser Branchen beschäftigen wie Energie, Landwirtschaft oder Kapitalmarkt. Gerne auch in bisher kaum beachteten Märkten und in weniger populistischen Verfahren. Aber doch bitte nicht wieder Microsoft!