Mein erster Blogeintrag... Ich denke da sollte ich mich und mein Aufgabengebiet erst einmal vorstellen.
Mein Name ist Thomas Stowasser. Ich arbeite bei Microsoft Deutschland als Business Manager und Lead für die Local Software Economy Initiative (LSE), oder besser auf deutsch: Die Inititative Deutsche Softwarewirtschaft.
Als reinrassiger Diplom-Informatiker bin ich dabei innerhalb der Developer and Platform Strategy Gruppe bei Microsoft Deutschland eigentlich mit meinem Thema ein Exot. Denn ich befasse mich nicht mit SDKs, DDKs oder Entwicklungsumgebungen, sondern ich beschäftige mich mehr mit dem Großen wirtschafltichen Ganzen .
Gar nicht so langweilig wie es sich zunächst mal anhört. Wussten Sie z.B. dass nach aktuellen Schätzungen immerhin fast 2 Millionen Menschen Ihr Geld mit Informations- und Telekommunikationstechnologien verdienen? Oder dass über die Hälfte aller deutschen Arbeitnehmer einen PC-Arbeitsplatz haben? Eine nicht unerhebliche Menge davon sogar mit Internetzugang.
Heute wo über Outsourcing, Near- oder Offshoring, generell der Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländern geredet wird, müssen wir uns auch Gedanken machen, was das für den Standort Deutschland und damit auch Ihren Arbeitsplatz bedeutet.
Meine Aufgabe ist es die Entwicklungen im Auge zu behalten und mit ganzheitlichen Ansätzen und Strategien dafür zu sorgen, dass die deutsche Softwarewirtschaft wächst und Innovationen geschaffen werden. Durch eine entsprechende Kommunikation unserer existierenden Programme unter dem Aspekt LSE oder durch Schaffung Neuer, will ich Software-Entwickler und IT-Professionals in Deutschland unterstützen mit innovativer Software international Wettbewerbsfähig zu bleiben.
Beispiele für solche existierende Programme sind u.a.
Wir wollen damit die Softwareinnovationen in Deutschland vorantreiben und stärken. So können wir neue Arbeitsplätze und Wachstum im IT-Bereich schaffen.
Allerdings reicht es alleine nicht aus die Aktivitäten nur auf den IT-Bereich zu fokussieren.
Die meisten Innovationen in Deutschland sind nicht wirklich durch neue Innovative Software entstanden sondern durch innovative Anwendung von Software. Und zwar von Anwendern, die nie gelernt haben, was z.B. Objektorientierung bedeutet oder was eigentlich eine Konsole ist. Kein Medikament, keine Produktionsanlage, kein Kleidungsstück wird heute mehr ohne Software designed, produziert, bedient oder gewaschen.
Code is Art, hat einmal jemand gesagt. Aber Software ist andererseits nur ein Werkzeug.
O.k., ich hab nichts dagegen, wenn wir quasi Alessi-Flaschenöffner, Colani-Käsemesser oder Georg Jennsen-Obstkörbe als Software produzieren… Aber: Wenn unsere Kunden nicht mehr erkennen können: Das ist ein Flaschenöffner mit dem ich gleichzeitig meine Autoscheibe enteisen kann... oder mit dieser Software kann ich einen Workflow steuern und mich gleichzeitig in Word integrieren… dann nutzt die schönste Innovation nicht. Sie bleibt im Regal liegen.
Ähnlich wie ein Laie, der in einer Kunstgalerie vor einem Kandinsky steht … (getreu dem Motto: "Mögen Sie Rembrandt? Na ja, ein Gläschen kann ja nicht schaden!") So wie sich ihm ohne Erläuterungen nicht erschließt, was er da sieht, so geht es mittlerweile vielen Anwendern der IT heute. Hier müssen und können wir etwas tun um Anwender besser zu bilden.
Wenn wir schon beim Beispiel der Kunst bleiben… Etwas, was uns ja nicht passieren soll ist, dass wir als Entwickler oder IT-Pro arm, verlassen, entehrt und mit sonstigen Alkoholproblemen enden, weil wir mit unserer Softwarekunst erst post mortem Geld verdienen. Wir wollen hier Hilfestellungen zum ökonomischen Management unserer Innovationen geben. Was kann ich tun um auch in Zukunft von meiner Softwareinnovation zu leben? Welche Geschäftsmodelle wird es geben? Wie kann ich mich darauf vorbereiten? Ich glaube der eine oder andere Künstler hätte solche Tipps gut gebrauchen können.
Durch die Unterstützung von Softwareinnovationen, dem Schaffen von Innovationen durch Software und dem Management von Innovationen möchte Microsoft Deutschland Ihnen helfen aus Ihrem Kunstwerk wieder ein Werkzeug für den Anwender zu machen.
Denn ganz ehrlich. Das was unsere Software von Kunstwerken unterscheidet, ist dass wir nicht den Betrachter provozieren oder zur Diskussion anregen wollen. Er soll sie einfach nur benutzen und sich darüber freuen wie einfach, schnell und produktiv er jetzt seine Arbeit machen kann.
Weiterführende Informationen zur Initiative „Deutsche Softwarewirtschaft“ und den Angeboten für Sie als IT-Spezialist, Programmierer oder IT-Anwender finden Sie bald auf unseren Internetseiten.
Also in diesem Sinne und für die deutsche Softwarewirtschaft... "Innovate - or go home!" ;-)
Thomas Stowasser