Alles begann damit, dass ich versehentlich doch mal einige Minuten die Flimmerkiste im Hotel angemacht habe. Im lokalen Sender lief gerade eine Künstlersendung die lokale Musiker vorstellt. Gerade dran war ein Mädchen, das mit ihrem Gameboy Musik gemacht hat. Sie hat auf einen Auftritt hingewiesen, der dann auch prompt am selben Tag war - Da bin ich dann hin.

Die Location, die LoFi Gallery in Seattle, ähnelt einer wirklich herunter gekommenen Bar in der alternative Künstler Veranstaltungen planen und durchführen können. Aber alles mit einem heimischen Stil, den ich bislang nur aus Bars in Freiburg, Karlsruhe oder Berlin kenne. An dem Abend waren gleich mehrere 8bit-Künstler am Start. Man muss jetzt hier vielleicht erwähnen, dass es in den USA keine Lautstärke-Limitierungen gibt. Meine Begeisterung könnte also vom erhöhten Adrenalinspiegel, verursacht durch die verzweifelten Hilfeschreie meines Ohrs, stammen. Aber eigentlich glaube ich das nicht.

Begonnen hat alles mit Leeni, dem Mädel aus dem Fernsehen. Mit eher grazilen Geräuschen aus gleich mehreren Gameboys hat sie dann stimmungsvoll gesungen. Aber einige andere Besucher wiesen mich darauf hin, dass das eher ein harmloser Anfang sei. Dem war tatsächlich so. Künstler Nummer 2 hat aus seinen Gameboys wirklich krasse Technobeats geholt und hat eine entsprechende Performance auf der Bühne hingelegt – Ich habe selten so eine Stimmung in einem Club erlebt.

Den künstlerischen Abschluss haben aber 4 Jungs (Anamanaguchi) gemacht, die mit zwei Gitarren, einem Bass und einem virtuosen Schlagzeuger zu Coverversionen von eher unbekannteren Popklassikern auf 8bit gespielt haben.

Ich würde mal sagen an dem Abend war für jeden Musikgeschmack was dabei und ich bin mir sicher, das klingeln in meinen Ohren verschwindet auch in einigen Wochen wieder.