Ich lese das Interview mit Michael Kofler in der Süddeutschen über Linux und Open Source und frage mich, wie immer bei solchen Diskussionen: Warum soll ich die Früchte meiner Arbeit herschenken? Warum beschwert sich keiner, daß es für andere technische Produkte Patente und Lizenzen gibt? Warum ist das bei Software plötzlich ein Problem? Wäre es nicht besser für die Menschheit, wenn KIA einfach einen Porsche kopieren dürfte? Das würde dafür sorgen, daß es weniger Innovation gibt - weil niemand mehr in aufwendige Entwicklungen investieren wollte, wenn andere die Früchte ernten. Ich kapier's einfach nicht, und das liegt - so hoffe ich - nicht daran, daß ich bei Microsoft arbeite.

Auf Konferenzen erklären viele Leute mir erstmal, daß Sie für Open Source sind, um dann sofort danach zu fragen, wie sie ihren eigenen Code per Obfuscator besser gegen den Ideenklau anderer absichern können. Da ist plötzlich das Problem, daß .NET-Code "zu offen" ist?  "Ich will die Eier und das Mehl gratis, aber den Kuchen möchte ich verkaufen".

Ich vermute: Die erwähnten großen Beiträge von anderen kommerziellen Firmen zu Open Source beruhen darauf, daß diese nicht am Kuchen verdienen, sondern beim Backen helfen - und sich dafür bezahlen lassen. Und deren Werbung erklärt dann, der Kuchen wäre gratis. Clever.