Tuesday, October 28, 2008 8:05 AM
dparys
Windows Azure – Das “Cloud” OS
Windows Azure wurde heute auf der PDC angekündigt und quasi Zeitgleich mit den entsprechenden Breakout Vorträgen wurden die ersten Bits ins Internet gestellt.
www.microsoft.com/azure ist hier die Anlaufstelle um sich die entsprechenden SDK’s herunterzuladen und sich für den Test zu registrieren. Allerdings ist letzteres ziemlich restriktiv. Ist Windows Azure nun ein Betriebssystem? Das hängt davon ab wie man ein Betriebssystem definiert. Sagen wir mal so, es stellt Dienste und Infrastruktur zur Verfügung die man von einem Betriebssystem erwartet, in diesem Fall wird hier die Infrastruktur für das Hosting von Web Anwendungen abstrahiert und vereinfacht. Windows Azure übernimmt hier einen Großteil der Aufgaben und lässt den Anwendungsentwickler sich voll und ganz auf die Anwendungslogik konzentrieren. Insofern kann man es als eine Art Betriebssystem für Cloud Computing bezeichnen.
Windows Azure besteht aus der Basis Plattform und einigen Diensten die man direkt nutzen kann.
Die Basis-Plattform definiert die Möglichkeit Web Anwendungen und –Services zu definieren und unterstützt ein entsprechendes Anwendungsmuster um skalierbare, hochverfügbare Anwendungen im Web zu platzieren.
Neben der reinen Web Anwendung / Dienst ist es auch vorgesehen einen reinen Worker Prozess zu Hosten, die Kommunikation zwischen den beiden Rollen wird über die Cloud Storage Infrastruktur realisiert, welches auch ein Queuing zur Verfügung stellt.
Die Dienste oberhab der Basis-Architektur sind zum Teil neu und zum Teil Bestehende CTPs die umbenannt worden sind. Microsoft .NET Services waren einst BizTalk Services, Microsoft SQL Services enthält zum Beispiel den SQL Data Service der noch vor kurzem SQL Server Data Service hieß.
Windows Azure ist eine Infrastruktur die von Microsoft gehostet wird und die man flexibel abonnieren kann. Es wird Service Level Agreements geben und entsprechende Möglichkeiten das ganze zu abonnieren. Die Flexibilität ist bei Windows Azure ein Hauptmerkmal. Benötigt man dynamisch mehr Server zum Hosten der Anwendung, weil vielleicht das Weihnachtsgeschäft zusätzliche Kunden auf die Seite lockt, so kann man dies deklarativ definieren und Windows Azure stellt sicher das entsprechend viele Instanzen erstellt und live geschalten werden. Ist das Weihnachtsgeschäft vorbei, so kann man wieder reduzieren. Man bezahlt nur das was man wirklich benötigt.
Für Entwickler ist die Notwendigkeit einen Azure Service Zugang zu haben erstmal nicht so wichtig. Installiert man sich das Windows Azure SDK, so erhält man eine lokale Installation der Windows Azure Basis Dienste und kann gegen diese Programmieren.
Für Visual Studio 2008 gibt es auch ein entsprechendes Tooling, die Windows Azure Tools for Microsoft Visual Studio. Auf diese werde ich in einem Folge-Post eingehen.