Do. 30. März 2006 APA EBC Event

Hype vs. Wirklichkeit - IT-Prognosen auf dem Holzweg?

 

   Wien (OTS) - "Ich glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben wird." Niemand geringerem als Thomas J. Watson, dem damaligen IBM-Chef, soll dieser Ausspruch 1943 über die Lippen gerutscht sein.

 

   Experten trommeln seit Jahren, dass "UMTS abhebt" und "Software zum Mieten große Zukunftschancen hat". Vom viel zitierten papierlosen Büro oder dem "intelligenten Kühlschrank" spricht hingegen kaum noch jemand. Was ist also von Prognosen, neuen Trends und gehypten Themen zu halten?

 

   Wer hat Interesse daran, bestimmte Erwartungshaltungen zu erzeugen, wie reagieren Medien und Märkte und was sind die Stolpersteine auf dem Weg?

 

   Über diese Themen und aktuelle Entwicklungen diskutieren Experten beim kommenden Event der APA-E-Business-Community am 30. März im Wiener Haus der Musik.

 

   Es diskutieren: Andreas Reiter (ZTB Zukunft & Trends), Harald Leitenmüller (Microsoft), Wolfgang Leindecker (NextiraOne) und Dietmar Pöltl (T-Mobile).

 

Mein Standpunkt bei dieser Podiumdiskussion:

Innovationen, sind für mich Menschen die neuartige Ideen umsetzen und damit Werte schaffen. Visionen werden verwirklicht, indem man ein persönliches Ziel definiert, artikuliert und auch konsequent verfolgt. Bill Gates hat sich vor langer Zeit das Ziel gesetzt „A PC on Every Desk“ und damit nicht nur eine Vision artikuliert sondern auch sich persönlich eine schwierig Aufgabe gestellt. Er hat seine Vision verwirklicht und sein Ziel übertroffen.

Bei den Prognosen „640 KB RAM seien genug für einen PC“ (Gates) oder „die Welt habe einen maximalen Bedarf von fünf Computern“ (Watson) wurden die exponentiellen Wachstumstrends der IT Technologien massiv unterschätzt. Mittlerweile sind die IT Visionäre mutiger geworden und trauen der IT alles zu, wie z.B. Ray Kurzweil.

 

Was ist von Prognosen, neuen Trends und gehypten Themen zu halten?

Trendanalysen und Prognosen sind immer mit Vorsicht zu genießen. Glaubwürdig Prognosen beruhen für mich auf formal erhobenen Fakten, die bekannt und nachvollziehbar sind. Ist das nicht der Fall, tendiert unsere Gesellschaft zur Übertreibung und äußert diese Euphorie in der Form des Hypes bzw. Medienrummels. Dieser meist kurzlebige Effekt übertreibt die Realität über das Glaubwürdige hinaus.

 

Wer hat Interesse daran bestimmte Erwartungshaltungen zu erzeugen?

Alle Interessensträger, die Ideen und Produkte lancieren wollen, erzeugen Erwartungshaltungen, indem sie Vision artikulieren. Persönlich finde ich es wichtig, dass Prognosen gemacht und auch publiziert werden. Wir brauchen Hypes, um eine Innovationen als Kollektiv zu bewerten. Der Hype bringt die notwendige Aufmerksamkeit, um die Meinungsbildung in Gang zu setzen. Modernes Marketing kennt diese Mechanismen und bedient sich dieser auch – bewusst oder unbewusst.  Moderne Medien, u.a. Weblogs, bieten hierzu eine hervorragende Bühne.

Microsoft artikuliert Visionen und beschreibt damit den Kunden, Partnern, Aktionären und Mitarbeiten den Weg, den wir gehen möchten. Denn schlussendlich werden dadurch die notwendigen Mobilisierungskräfte aufgeschlossen, die zur Realisierung von Visionen notwendig sind.