Opcos gegen Google, die Erste!
Handymarketing lautet das Stichwort. Die großen Carrier haben erkannt, dass sie neue Geschäftsideen zur Rechtfertigung ihrer Existenzberechtigung benötigen. Die Großen der Szene T-Mobile, Vodafone, Hutchinsons & Co wollen daher eine eigene Handysuche entwickeln, um einerseits neue Umsätze zu generieren und andererseits die Großen Suchmaschinen wie Google und Yahoo Paroli in Schach zu halten. Bei einer Kooperation können die Telcos insgesamt 600 Millionen Kunden in die Waagschale werfen. Die mobile Werbung wird überdies als effizienter eingeschätzt als Desktop-Werbung, da bei der mobilen Suche zugleich auch Ortskoordinaten zur Verfügung stehen und somit eine geographische Komponente in die Werbung mit einfließen kann. Werber können damit nicht nur Themen-, sondern auch ortsbezogen werben.
Kommentar:
Google und Yahoo gelten als die große Gefahr für die herkömmlichen Telekommunikations-Anbieter. Dies habe ich in einem meiner letzten Blogs bereits dargestellt. Die Kooperation mit Gleichgesinnten der Branche macht hier durchaus Sinn, um die Kräfte gegen die Angriffe aus der IP Welt zu bündeln. Zweifellos steigt die Zahl der mobilen Suchanfragen mit der Verbreitung von mobilen Breitbandtechnologien wie UMTS. Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass Search eine Google bzw. Yahoo Domäne darstellt. Mittlerweile auch nicht nur allein für die Suche im Web. Google beispielsweise kennt seinen Markt und besitzt ein stabiles Werbepartner-Ecosystem. Auch das Schwergewicht Microsoft konnte dem noch nicht die Stirn bieten. Eine gemeinsame Search der Telcos allein wird daher weder als Umsatzbringer, noch als Abwehrtaktik genügen. Mögliche kartellrechtliche Bedenken und vertragliche Verstricklungen der Carrier mit den Suchmaschinenbetreibern gelten als nicht zu unterschätzende Hürde. Auch muss die Frage gestellt werden, ob mobile Werbung wirklich die Gewinnmargen der Telcos erhöht? Man stelle sich vor, ein Spaziergänger bekommt an jeder Ecke eine Werbemeldung mit Pieps-Ton auf sein Mobiltelefon. Auch wenn er aktiv mit seinem Handy im Internet suchen würde, so möchte er auf dem ohnehin kleinen Display Inhalte und keine platzraubende Werbung präsentiert bekommen.
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