UMTS Frequenz Auktion 2.0 - Segen oder Fluch?
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth hat für Anfang des kommenden Jahres angekündigt, weitere UMTS-Lizenzen im 2,6 GHz Band zu versteigern. Begründet wird der Schritt mit dem anschwellenden Datenstrom im Mobilfunk und mit Wünschen aus der Industrie. Bisher stehe noch nicht fest, ob außer den etablierten Netzbetreibern T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 weitere Bieter Interesse zeigen werden.
Kommentar:
Der Hunger nach Bandbreite wird insbesondere die Mobilfunkanbieter antreiben. Dies setzt jedoch genügend Lizenzen für große Frequenzspektren voraus. Doch zu welchem Preis? Die vier Handynetzbetreiber in Deutschland könnten in einer weiteren Auktion bald Konkurrenz durch neue Nebenbuhler bekommen, welche die Margen der Etablierten schmälern könnten. Kandidaten wie der US-Branchenriese AT&T oder der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa könnten erneut in einem milliardenteuren Bieterwettstreit um Lizenzen münden. Die deutschen UMTS-Lizenznehmer, welche im ersten Bieterstreit im Vergleich zum internationalen Markt überdimensionale 50Mrd € investieren mussten, würden hierdurch benachteiligt. Schließlich mussten andere Mobilfunkanbieter diese gewaltigen Summen nicht bezahlen, konnten damit potentiell mehr Rücklagen für die eigene Kampfkasse zurückstellen und komfortabel und Risiko-frei den Markt abwarten. Hätte man im Jahr 2000 gewusst, dass es eine zweite Auktion geben würde, wären die Lizenzen nur zu einem Bruchteil des Preises über den Tisch gegangen. Fair, wenn auch nicht Verbraucher-freundlich, wäre es, wenn nur die bisherigen UMTS Lizenz-nehmenden Anbieter für den Bieterwettstreit zugelassen werden würden. Ob dies jedoch die Hürde der EU Wettbewerbshüter nehmen würde, ist fraglich!
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