15 Mrd € für US-Telcos und IPv6
Die US-Behörde GSA hat AT&T, Verizon und Qwest einen über zehn Jahre laufenden Großauftrag in Höhe von 20 Mrd Dollar erteilt. 135 national und international agierende Bundesbehörden sollen mit Sprach-, Daten-, Internet- und Videodiensten auf Basis IPv6 versorgt werden.
Kommentar:
Warnungen von US-Experten, man könne den asiatischen Staaten das IPv6 Feld überlassen, scheinen gehört worden zu sein. Schließlich steht nichts Geringeres als die Dominanz der IP-Führerschaft und damit des Internets auf dem Spiel. Wer IP beherrscht, wird auch Zukunftstechnologien wie VoIP oder IPTV prägen. Die Amerikaner hätten auf den ersten Blick eine komfortable Ausgangsposition. Besitzt man doch noch über einen ausreichenden IPv4 Adressvorrat für die nächsten Jahre. Knapper wird der Adressvorrat jedoch in Asien und Europa. Mit wachsender Zahl IP-fähiger Geräte wie Mobiltelefone, Fernseher oder RFID-tagged Produkte wird sich der Adressmangel erheblich verstärken. Daher tut die US-Behörde gut daran sich fit für die Zukunft zu machen. Auch die EU Kommission sollte eigene Anstrengungen in dieser Richtung forcieren, um nicht zurückzufallen. Ebenso sollte das staatliche Committment genug Ansporn für Ausrüster von Hard- und Software sein verstärkt in diesen Innovationsmarkt zu investieren. Der Großauftrag zeigt deutlich, dass die Telcos auch in der Ära der aufkommenden Service Provider heute und in Zukunft ihre Rechtfertigung erfahren werden. Ob nun als hochwertiger Infrastruktur-Anbieter bzw. Edel-Pipe - womit ebenso viel Geld zu verdienen sein wird, wie es Stromkonzerne vormachen - oder Mehrwert-orientiert als Service- und Content-Provider.
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