Geschäftsmodelle der Zukunft
Google ist nun die wertvollste Marke der Welt, Google wächst im ersten Quartal gegenüber dem letzten Jahr um 69%, Google siegt im 3,1 Mrd. Dollar schweren Bieterstreit für DoubleClick gegen Microsoft, Google hat liquide Mittel von 11,9 Mrd. Dollar in der Kriegskasse … Google, Google, Google. Die Meldungen aus Mountain View scheinen nicht abzureißen. Und sie verfehlen ihr Ziel nicht: die Aufmerksamkeit!
Es stellt sich somit die Frage, was ist das Geheimnis von Google oder allgemein erfolgreicher Geschäftsmodelle? Ich möchte hierzu eine vereinfachte und damit leichter begreifbare Sicht der Zusammenhänge anregen: die Business-Entität! Was ist also die grundlegendste Entität eines Geschäfts aus welcher sich dann wiederum Kernkompetenzen einer Unternehmung ableiten lassen? Bei den Telcos ist es wohl der Tarif, bei Softwareanbietern wie Microsoft oder SAP die „Lizenz“, bei Open Source Geschäftsmodellen der „Service“ oder/und „Support“, bei Google der „Link“, usw. Das alleine wäre jedoch zu einfach. Basierend auf den Entitäten ist deren Umsetzung mindestens ebenso erfolgsentscheidend. So ist die Google Entität „Link“ als die mehrwertbehaftete Vermittlung von Kundeninformationen/–Anfragen mit den Angeboten von (Werbe-)Partnern realisiert. Diverse Traffic Engines (z.B. Search) verschiedenster Couleur, die User zur Nutzung der Google Plattform anregen, gepaart mit einer Mapping Engine (z.B. Adwords) und der Politik der Aufmerksamkeit, komplettieren und manifestieren den Erfolg.
Mit der Umsetzung einer Entität ist unabdingbar eine Nachhaltigkeit der auf die Entität ausgerichteten Programmatik verwoben. So skaliert das Google-Modell nachhaltig über die Traffic Engines. Alles was Software ist und User auf die Google Plattform hebt ist potentiell in das Geschäftsmodell integrierbar. Dabei ist das Modell nicht allein auf Software beschränkt. Haben damit viele Geschäftsmodelle ihr Verfallsdatum erreicht? Dies mag für einige Firmen zutreffen. Open Source Software könnte zum Handlanger Googles werden. Google erhält von der Community kostenlos Software, die die eigene Plattform speist. Damit rückt das Bedrohungspotential beispielsweise auch für proprietäre Softwarehersteller in ganz andere Dimensionen. Die Telcos werden ebenso ihren geliebten Tarif langfristig verlieren, sollten Substitutionsmodelle für Bandbreiten und Dienste den Markt revolutionieren.
Was ist also zu tun, um drohendes Unheil betroffener Geschäftsmodelle abzuwenden? Eine tiefe Analyse der unternehmenseigenen Entität, seiner Umsetzung und Nachhaltigkeit auf ihre Zukunftsfähigkeit ist geboten. Gibt die Entität jedoch keine tragfähige Zukunftsvision her, ist eine neue erforderlich. Beispiele aus der Vergangenheit gibt es zur Genüge, wie Mannesmann das zum Mobilfunker wurde. Frägt man aber ältere Generationen, dann wird man auch von Firmen mit ehemaliger Weltdominanz hören, die man selbst nie kannte.